Deftones

Deftones: Alternative Metal zwischen Härte, Atmosphäre und zeitloser Eigenständigkeit

Offizielle Bandseite: Deftones

Deftones gehören zu den Bands, die sich seit ihrer Gründung konsequent einer eindeutigen Schublade entziehen. Alternative Metal ist eine naheliegende Bezeichnung, doch die Musik der Band aus Sacramento, Kalifornien, reicht weit darüber hinaus. Heavy Riffs treffen auf Shoegaze-artige Flächen, Post-Hardcore auf Alternative Rock, aggressive Ausbrüche auf verträumte Passagen. Darüber liegt die Stimme von Chino Moreno, die zwischen melancholischem Gesang, Schreien und beinahe schwebenden Melodien wechseln kann.

Seit 1988 haben Deftones ihren eigenen musikalischen Kosmos aufgebaut. Die Band begann in der kalifornischen Hardcore- und Metal-Szene, entwickelte sich aber schon früh in eine Richtung, die sich nicht mehr ausschließlich über Härte definieren ließ. Alben wie „Around the Fur“, „White Pony“, „Deftones“, „Diamond Eyes“, „Koi No Yokan“, „Gore“ und „Ohms“ zeigen eine Band, die ihre musikalische Sprache immer wieder verändert, ohne ihre Identität zu verlieren.

Mit „Private Music“ erschien 2025 das zehnte Studioalbum der Band. Damit schlugen Deftones ein weiteres Kapitel ihrer langen Geschichte auf. Die Platte zeigt erneut die Mischung aus schweren Gitarren, atmosphärischen Soundflächen und den charakteristischen Vocals von Chino Moreno, für die die Band seit Jahrzehnten bekannt ist.

Was Deftones von vielen anderen Bands ihrer Generation unterscheidet, ist dabei nicht nur der Sound. Es ist die Art, wie sie Gegensätze miteinander verbinden. Ein Song kann gleichzeitig schwer und verletzlich, aggressiv und melancholisch, düster und wunderschön klingen. Genau diese Spannung ist seit den frühen Jahren ein zentraler Bestandteil der Band.

Die Gründung der Deftones

Die Geschichte der Deftones beginnt 1988 in Sacramento, Kalifornien. Chino Moreno, Stephen Carpenter und Abe Cunningham kannten sich aus ihrer Jugend und begannen gemeinsam Musik zu machen.

Carpenter spielte Gitarre, Cunningham saß am Schlagzeug und Moreno übernahm den Gesang. Die musikalischen Anfänge lagen deutlich näher an Hardcore und Metal als an den atmosphärischen Klangwelten, für die die Band später bekannt wurde.

Eine wichtige Rolle spielte dabei Stephen Carpenter. Er entwickelte einen stark rifforientierten Gitarrenstil, während Moreno zunehmend experimentierte und nach einer eigenen Art suchte, seine Stimme einzusetzen.

Frank Delgado kam später als Turntablist und Keyboarder zur Band und wurde zu einem wichtigen Bestandteil des Deftones-Sounds. Mit ihm konnten die Musiker elektronische Texturen, Samples und atmosphärische Elemente noch stärker in ihre Songs integrieren.

Die Band entwickelte sich dadurch bereits in den frühen 1990er-Jahren über die klassischen Grenzen des Metal hinaus.

Die ersten Jahre und „Adrenaline“

Nach mehreren Jahren in der kalifornischen Clubszene erschien 1995 das Debütalbum „Adrenaline“. Produziert wurde die Platte von Terry Date, der später auch bei weiteren wichtigen Deftones-Alben eine zentrale Rolle spielen sollte.

„Adrenaline“ klingt deutlich roher als viele spätere Veröffentlichungen. Die Songs sind geprägt von schweren Gitarren, aggressivem Gesang und der Energie einer jungen Band, die ihre Liveerfahrung direkt in die Studioaufnahmen überträgt.

Songs wie „7 Words“, „Bored“, „Engine No. 9“ und „Nosebleed“ zeigen bereits viele Elemente, die später weiterentwickelt wurden.

Besonders „7 Words“ und „Engine No. 9“ wurden zu wichtigen Liveklassikern. Die Songs funktionieren über ihre unmittelbare Energie und zeigen, wie eng die Band in dieser Phase noch mit der Hardcore-Szene verbunden war.

„Around the Fur“

1997 erschien „Around the Fur“ und markierte einen wichtigen Schritt nach vorne. Die Band hatte ihren Sound weiterentwickelt und begann, Härte und Atmosphäre deutlich stärker miteinander zu verbinden.

„My Own Summer (Shove It)“ wurde zu einem der bekanntesten Songs der Band. Das Gitarrenriff von Stephen Carpenter ist schwer und reduziert, während Moreno mit einer Mischung aus Gesang und aggressiven Vocals darüberliegt.

Auch „Be Quiet and Drive (Far Away)“ zeigte eine neue Seite der Band. Der Song beginnt vergleichsweise ruhig und entwickelt eine melancholische Atmosphäre, bevor sich die Gitarren immer weiter verdichten.

Genau diese Dynamik wurde zu einem der Markenzeichen der Deftones. Härte musste nicht permanent vorhanden sein. Oft wurde sie gerade durch ruhige Passagen noch wirkungsvoller.

„White Pony“ verändert die Wahrnehmung der Band

Im Jahr 2000 veröffentlichten Deftones „White Pony“. Das Album gilt heute als eines der wichtigsten Werke der Band und als Meilenstein des Alternative Metal.

Musikalisch ging die Band deutlich weiter als auf den vorherigen Platten. Elektronische Elemente, Samples, atmosphärische Gitarren und ungewöhnliche Songstrukturen wurden stärker integriert.

„Change (In the House of Flies)“ wurde zu einem der bekanntesten Songs der Band. Der Song ist vergleichsweise langsam, lebt von Atmosphäre und baut seine Wirkung nicht über Geschwindigkeit, sondern über Spannung auf.

„Digital Bath“ gehört ebenfalls zu den zentralen Stücken des Albums. Der Song verbindet elektronische Elemente mit einer melancholischen Gitarrenarbeit und Morenos charakteristischem Gesang.

Mit „Passenger“ entstand außerdem eine Zusammenarbeit mit Maynard James Keenan von Tool. Der Song wurde zu einem der bekanntesten Stücke der Deftones-Diskografie.

„White Pony“ gewann 2001 den Grammy Award für die beste Metal-Performance für „Elite“. Damit wurde endgültig deutlich, dass Deftones nicht mehr nur innerhalb einer bestimmten Subkultur wahrgenommen wurden.

Die Bedeutung von „White Pony“

„White Pony“ wird häufig als das Album bezeichnet, auf dem Deftones ihren endgültigen Stil gefunden haben. Ganz so einfach ist es allerdings nicht.

Die Band hatte auch danach noch zahlreiche musikalische Veränderungen vor sich. Trotzdem bildet „White Pony“ einen wichtigen Bezugspunkt, weil dort viele der späteren Elemente bereits zusammenkommen.

Schwere Gitarren stehen neben elektronischen Texturen. Aggressive Vocals treffen auf melodische Passagen. Die Songs können explodieren und im nächsten Moment wieder zurückgenommen wirken.

Diese Gegensätze sind bis heute ein wichtiger Bestandteil der Band.

„Deftones“ und die Suche nach neuen Klangfarben

2003 folgte das selbstbetitelte Album „Deftones“. Die Platte war deutlich düsterer und atmosphärischer als viele ihrer früheren Veröffentlichungen.

„Minerva“ wurde zu einem wichtigen Song dieser Phase. Das Stück beginnt mit einer massiven Gitarrenwand, wirkt gleichzeitig aber beinahe schwebend.

Auch „Hexagram“ und „Bloody Cape“ zeigen die aggressive Seite des Albums.

Die Produktion machte deutlich, dass Deftones ihre Musik nicht einfach auf das Erfolgsrezept von „White Pony“ reduzieren wollten.

„Saturday Night Wrist“

2006 erschien „Saturday Night Wrist“. Die Entstehung des Albums war von internen Problemen und einer schwierigen Produktionsphase begleitet.

Trotzdem entstand eine Platte, die einige bemerkenswerte Songs enthält. „Hole in the Earth“ wurde zu einem der bekanntesten Stücke und verbindet melancholische Gitarren mit einer großen Melodie.

„Mein“ entstand mit Unterstützung von Serj Tankian von System of a Down. Der Song zeigt erneut, wie offen Deftones für musikalische Kooperationen sind.

„Beware“ und „Cherry Waves“ gehören zu den atmosphärischeren Songs der Platte.

Chi Cheng und der schwere Einschnitt

Eine der einschneidendsten Phasen in der Geschichte der Deftones begann 2008. Bassist Chi Cheng erlitt nach einem Autounfall schwere Verletzungen und fiel anschließend in einen langjährigen Zustand mit stark eingeschränktem Bewusstsein.

Cheng war seit den frühen Jahren Mitglied der Band und hatte den Sound der Deftones maßgeblich geprägt.

Für die Liveauftritte übernahm Sergio Vega den Bass. Vega war zuvor unter anderem Mitglied von Quicksand gewesen.

Deftones entschieden sich trotz der schwierigen Situation dafür, musikalisch weiterzumachen. Chi Cheng blieb dabei über Jahre ein wichtiger Teil der Bandgeschichte und ihrer Fangemeinde.

Cheng starb 2013 an den Folgen seiner Verletzungen.

„Diamond Eyes“

2010 erschien „Diamond Eyes“. Das Album markierte nach den schwierigen Jahren einen musikalischen Neustart.

Der Titeltrack „Diamond Eyes“ verbindet schwere Gitarren mit einem großen, melodischen Refrain. „Rocket Skates“ und „You’ve Seen the Butcher“ zeigen dagegen die aggressivere Seite der Platte.

Besonders „Sextape“ gehört zu den atmosphärischsten Songs der Band. Der Song zeigt, wie Deftones mit relativ wenigen musikalischen Elementen eine dichte Stimmung erzeugen können.

„Diamond Eyes“ wurde von Fans und Kritikern positiv aufgenommen und bestätigte, dass die Band trotz der Veränderungen weiterhin auf hohem Niveau arbeitete.

„Koi No Yokan“

2012 folgte „Koi No Yokan“. Das Album führte die Entwicklung von „Diamond Eyes“ weiter, wurde aber gleichzeitig noch atmosphärischer.

„Leathers“, „Tempest“, „Swerve City“ und „Rosemary“ gehören zu den bekanntesten Songs.

„Rosemary“ ist dabei ein gutes Beispiel für die Fähigkeit der Band, lange Spannungsbögen aufzubauen. Der Song entwickelt sich langsam und setzt weniger auf einen klassischen Rocksong-Aufbau.

„Tempest“ verbindet dagegen schwere Gitarren mit einer beinahe hypnotischen Atmosphäre.

„Gore“

2016 erschien „Gore“. Das Album wurde von Nick Raskulinecz produziert und brachte eine deutlich experimentellere Seite der Band zum Vorschein.

Besonders die Gitarrenarbeit unterschied sich von den härteren Veröffentlichungen der Vergangenheit. Stephen Carpenter äußerte sich später mehrfach kritisch zu Teilen der musikalischen Entwicklung, während Moreno und andere Mitglieder stärker auf atmosphärische und melodische Elemente setzten.

„Prayers/Triangles“, „Doomed User“ und „Hearts/Wires“ gehören zu den zentralen Songs des Albums.

„Gore“ zeigt damit eine Band, die nicht versucht, es allen Fans recht zu machen.

„Ohms“

2020 kehrten Deftones mit „Ohms“ zurück. Das Album wurde von Terry Date produziert und führte die Band wieder stärker zu ihrem klassischen Gitarrensound zurück.

Der Titelsong „Ohms“ sowie „Genesis“, „Ceremony“ und „Error“ verbinden die Härte der frühen Jahre mit der Atmosphäre der späteren Alben.

„Ohms“ wurde von vielen Fans als Rückkehr zu einem besonders charakteristischen Deftones-Sound wahrgenommen.

Die Band hatte dabei nichts zu beweisen. Stattdessen wirkte das Album wie eine Zusammenfassung verschiedener Phasen ihrer Geschichte.

„Private Music“

2025 erschien mit „Private Music“ das zehnte Studioalbum der Deftones. Die Band setzte damit ihre Entwicklung fort und verband erneut schwere Gitarren mit atmosphärischen und melodischen Elementen.

Das Album entstand mit der langjährigen musikalischen Identität der Band im Hintergrund, ohne einfach eine Wiederholung früherer Erfolge zu sein.

Mit „Private Music“ wurde gleichzeitig ein neues Kapitel der Bandgeschichte aufgeschlagen. Die Platte zeigt eine Formation, die nach mehr als 35 Jahren noch immer nicht bereit ist, sich auf einen bestimmten Sound festlegen zu lassen.

Das Album erschien über Reprise Records und Warner Records.

Die aktuelle Besetzung

Die Kernbesetzung der Deftones besteht aus Chino Moreno, Stephen Carpenter, Abe Cunningham und Frank Delgado.

  • Chino Moreno – Gesang
  • Stephen Carpenter – Gitarre
  • Abe Cunningham – Schlagzeug
  • Frank Delgado – Keyboards, Samples, Turntables

Die Bassposition wurde nach dem Ausstieg von Sergio Vega live beziehungsweise für aktuelle Tourneen von unterschiedlichen Musikern übernommen. Für redaktionelle Zwecke sollte deshalb zwischen dem festen Kern der Band und den jeweiligen Live-Musikern unterschieden werden.

Chino Moreno

Chino Moreno ist die Stimme der Deftones und eine der markantesten Persönlichkeiten des Alternative Metal.

Seine größte Stärke liegt in der Vielseitigkeit. Moreno kann aggressiv schreien, ruhig singen und mit seiner Stimme beinahe flächige Klanglandschaften erzeugen.

Gerade die leisen Passagen sind dabei genauso wichtig wie die aggressiven Ausbrüche. Viele Deftones-Songs funktionieren über diesen Wechsel.

Moreno ist außerdem in mehreren Nebenprojekten aktiv, darunter Crosses und Team Sleep. Diese Projekte erlauben ihm, andere musikalische Seiten auszuprobieren.

Stephen Carpenter

Stephen Carpenter ist der Gitarrist der Deftones und einer der Hauptverantwortlichen für den schweren Klang der Band.

Sein Spiel basiert häufig auf tief gestimmten Gitarren und markanten Riffs. Gleichzeitig entwickelte er im Laufe der Jahre ein immer breiteres Spektrum an Sounds.

Carpenters Gitarrenarbeit ist häufig weniger auf klassische Soli ausgerichtet. Stattdessen baut er Klangflächen, Riffs und rhythmische Strukturen, die den Songs ihre charakteristische Schwere verleihen.

Abe Cunningham

Abe Cunningham sitzt seit den frühen Jahren am Schlagzeug. Sein Spiel ist ein wichtiger Bestandteil der Dynamik der Deftones.

Er kann die Songs hart und treibend spielen, lässt aber gleichzeitig viel Raum für die Gitarren und Morenos Stimme.

Gerade die Kombination aus Cunninghams Schlagzeug und Carpenters Gitarren macht viele klassische Deftones-Songs sofort erkennbar.

Frank Delgado

Frank Delgado kam zunächst als Live-Musiker zur Band und wurde später festes Mitglied. Seine Samples, Synthesizer und elektronischen Elemente erweiterten den Sound der Deftones entscheidend.

Delgado sorgt häufig für jene atmosphärischen Ebenen, die einen Song von einem klassischen Metaltrack unterscheiden.

Seine Arbeit ist nicht immer sofort wahrnehmbar. Genau darin liegt jedoch ihre Stärke. Oft entsteht erst durch seine Soundflächen die besondere Atmosphäre eines Deftones-Songs.

Deftones live

Die Liveauftritte der Deftones leben von der Dynamik zwischen Härte und Atmosphäre.

Ein Konzert kann mit einem aggressiven Klassiker wie „Rocket Skates“ beginnen und wenige Minuten später mit einem atmosphärischen Stück wie „Sextape“ eine völlig andere Stimmung erzeugen.

Das Publikum kennt die großen Songs natürlich, doch die Band ist nicht ausschließlich auf Nostalgie angewiesen. Auch aktuelle Stücke finden ihren Platz im Set.

2026 sind Deftones erneut umfangreich unterwegs. Die Band spielte unter anderem große Europa-Tourneen und Festivals und bleibt damit eine der wichtigsten Livebands ihres Genres.

Deftones in Berlin

Am 18. August 2026 spielten Deftones in der Berliner Wuhlheide. Der Termin gehörte zu den aktuellen Europa-Shows der Band.

Im Paranoyd-Magazin wurde der Auftritt bereits angekündigt:

Damit gehört der Berliner Auftritt zu den aktuellen Stationen der Band und ist gleichzeitig Teil einer langen Reihe von Deftones-Konzerten in Deutschland.

Deftones im Paranoyd-Magazin

Im Paranoyd-Magazin sind Deftones bereits mit mehreren aktuellen Beiträgen vertreten. Die internen Links wurden direkt aus der bereitgestellten CSV übernommen:

Die wichtigsten Alben der Deftones

  • Adrenaline (1995)
  • Around the Fur (1997)
  • White Pony (2000)
  • Deftones (2003)
  • Saturday Night Wrist (2006)
  • Diamond Eyes (2010)
  • Koi No Yokan (2012)
  • Gore (2016)
  • Ohms (2020)
  • Private Music (2025)

Die bekanntesten Songs von Deftones

  1. Change (In the House of Flies)
  2. Be Quiet and Drive (Far Away)
  3. My Own Summer (Shove It)
  4. Digital Bath
  5. Chop Suey! – Live/Kooperationen aus dem Umfeld der Band nicht als Deftones-Song zählen
  6. Minerva
  7. Diamond Eyes
  8. Knife Prty
  9. Passenger
  10. Rocket Skates
  11. Sextape
  12. Rosemary
  13. Tempest
  14. Ohms
  15. Genesis

„Be Quiet and Drive (Far Away)“

„Be Quiet and Drive (Far Away)“ gehört zu den Songs, die die besondere Ästhetik der Deftones früh definierten.

Das Stück kombiniert eine schwere Gitarrenbasis mit einer beinahe verträumten Atmosphäre. Chino Moreno singt nicht permanent aggressiv, sondern nutzt seine Stimme, um eine emotionale Distanz zu erzeugen.

Der Song zeigt bereits 1997, was später zu einem zentralen Bestandteil des Deftones-Sounds wurde: Härte und Melancholie müssen keine Gegensätze sein.

„Change (In the House of Flies)“

„Change (In the House of Flies)“ ist wahrscheinlich der Song, der Deftones auch außerhalb der Metal- und Alternative-Szene am bekanntesten gemacht hat.

Die Musik ist langsam, atmosphärisch und hypnotisch. Gitarren und elektronische Elemente erzeugen einen dichten Klangraum, während Moreno mit zurückgenommenem Gesang arbeitet.

Der Song zeigt besonders deutlich, warum Deftones häufig nicht einfach als Metalband beschrieben werden können.

„My Own Summer (Shove It)“

„My Own Summer (Shove It)“ steht dagegen für die aggressive Seite der Band.

Das markante Gitarrenriff von Stephen Carpenter gehört zu den bekanntesten Riffs der 1990er-Jahre. Gleichzeitig sorgt Cunninghams Schlagzeug für einen treibenden Groove.

Der Song wurde zu einem festen Bestandteil des Liveprogramms und ist bis heute einer der Titel, die das Publikum besonders schnell erkennen lässt.

„Diamond Eyes“

„Diamond Eyes“ aus dem Jahr 2010 zeigt die Band in einer Phase, in der sie Härte und Melodie besonders ausgewogen miteinander verband.

Der Song besitzt einen großen Refrain, bleibt aber durch die Gitarrenarbeit schwer genug, um eindeutig als Deftones-Stück erkennbar zu sein.

Die Kombination aus Morenos Gesang und Carpenters Gitarren macht den Song zu einem guten Beispiel für die moderne Seite der Band.

„Ohms“ und die Rückkehr zu den Wurzeln

Mit „Ohms“ kehrten Deftones 2020 teilweise zu einem härteren Gitarrensound zurück.

Die Produktion von Terry Date stellte die Gitarren wieder stärker in den Mittelpunkt. Gleichzeitig blieb die Atmosphäre erhalten, die die Band seit „White Pony“ geprägt hatte.

Das Ergebnis war kein nostalgischer Rückblick, sondern eine moderne Interpretation des klassischen Deftones-Sounds.

Deftones und der Einfluss auf andere Bands

Der Einfluss der Deftones auf Alternative Metal, Nu Metal, Post-Hardcore und moderne Rockmusik ist enorm.

Besonders ihre Fähigkeit, schwere Gitarren mit atmosphärischen und melodischen Elementen zu verbinden, wurde von zahlreichen späteren Bands aufgegriffen.

Während Deftones häufig gemeinsam mit Nu-Metal-Bands der 1990er- und frühen 2000er-Jahre genannt werden, unterscheidet sich ihre Entwicklung deutlich von vielen damaligen Genrevertretern.

Die Band blieb nicht bei einer bestimmten Formel. Sie entfernte sich immer weiter von den klassischen Genregrenzen und entwickelte eine eigene Klangsprache.

Deftones und Shoegaze

Ein wichtiger Bestandteil des modernen Deftones-Sounds sind Elemente, die häufig mit Shoegaze und Dream Pop in Verbindung gebracht werden.

Gitarren werden nicht ausschließlich als Riffinstrument eingesetzt. Sie können auch als flächige Klangquelle funktionieren.

Besonders Songs wie „Sextape“, „Cherry Waves“, „Minerva“ oder „Entombed“ zeigen diese Seite.

Diese atmosphärische Qualität ist einer der Gründe, warum Deftones auch für jüngere Generationen interessant geblieben sind.

Deftones und neue Generationen

In den vergangenen Jahren haben Deftones bei einem deutlich jüngeren Publikum neue Aufmerksamkeit erhalten. Streaming, soziale Netzwerke und Plattformen wie TikTok haben dazu beigetragen, dass ältere Songs erneut entdeckt wurden.

Gerade „Change (In the House of Flies)“, „Sextape“, „Be Quiet and Drive (Far Away)“ und „Cherry Waves“ werden von einer neuen Generation gehört, die bei der ursprünglichen Veröffentlichung der Songs noch gar nicht geboren war.

Im Paranoyd-Magazin wurde diese Entwicklung bereits thematisiert:

Das zeigt, dass der Sound der Band auch Jahrzehnte nach den ersten Veröffentlichungen noch funktioniert.

„Around the Fur“ kehrt 2026 in die Charts zurück

Auch „Around the Fur“ erlebt 2026 erneut Aufmerksamkeit. Das Album aus dem Jahr 1997 konnte im Zuge des anhaltenden Interesses an der Band wieder in den Charts auftauchen.

Der entsprechende Beitrag des Paranoyd-Magazins beleuchtet dieses Comeback:

Das Comeback zeigt, dass der Katalog der Deftones nicht nur von aktuellen Veröffentlichungen lebt. Auch die älteren Alben werden von neuen Hörern entdeckt.

Deftones 2026

2026 sind Deftones weiterhin international aktiv. Die Band verbindet die aktuelle Phase rund um „Private Music“ mit einem Katalog, der mittlerweile mehr als drei Jahrzehnte umfasst.

Das macht die Setlists besonders interessant. Ein Konzert kann Songs aus „Around the Fur“ und „White Pony“ ebenso enthalten wie Stücke aus „Ohms“ und „Private Music“.

Damit treffen mehrere Generationen von Deftones-Songs aufeinander.

Die Band muss sich dabei nicht zwischen Vergangenheit und Gegenwart entscheiden. Ihre Musik funktioniert gerade deshalb so gut, weil die unterschiedlichen Phasen miteinander verbunden werden können.

Warum Deftones bis heute relevant sind

Deftones haben nie versucht, den Sound eines bestimmten Jahrzehnts dauerhaft zu konservieren.

„Adrenaline“ klingt nach einer jungen Hardcore- und Metalband aus Kalifornien. „White Pony“ klingt nach einer Formation, die ihre musikalischen Möglichkeiten erweitern wollte. „Diamond Eyes“ verbindet Härte und Melodie. „Gore“ experimentiert mit ungewöhnlichen Klangfarben. „Ohms“ führt viele klassische Elemente wieder zusammen. „Private Music“ setzt diese Entwicklung fort.

Diese unterschiedlichen Phasen ergeben trotzdem ein Gesamtbild.

Der rote Faden ist die Atmosphäre. Egal wie hart oder melodisch ein Song ist, Deftones erzeugen eine eigene Stimmung. Genau diese Eigenschaft macht die Band unverwechselbar.

Die Zukunft der Deftones

Mit zehn Studioalben und mehr als drei Jahrzehnten Bandgeschichte könnten Deftones längst auf reine Nostalgie setzen. Genau das tun sie jedoch nicht.

„Private Music“ zeigt, dass die Band weiterhin neue Musik veröffentlicht und ihren Sound weiterentwickelt. Gleichzeitig erlebt der Backkatalog durch Streaming und soziale Netzwerke einen neuen Popularitätsschub.

Die Kombination aus aktueller Musik und wiederentdeckten Klassikern verschafft Deftones eine ungewöhnliche Position. Die Band ist gleichzeitig Teil der Rockgeschichte und für jüngere Hörer eine aktuelle Entdeckung.

Chino Moreno, Stephen Carpenter, Abe Cunningham und Frank Delgado stehen damit weiterhin für eine Band, deren musikalische Identität sich nicht auf ein Genre reduzieren lässt.

Deftones sind schwer, wenn sie schwer sein wollen. Sie sind melodisch, wenn die Songs es verlangen. Sie können aggressiv, ruhig, düster oder beinahe verträumt klingen.

Genau diese Freiheit ist wahrscheinlich der wichtigste Grund dafür, dass ihre Musik auch nach mehr als 30 Jahren noch relevant ist.

FAQ zu Deftones

Wer sind Deftones?
Deftones sind eine US-amerikanische Alternative-Metal-Band aus Sacramento, Kalifornien. Die Band wurde 1988 gegründet.

Wer ist der Sänger von Deftones?
Chino Moreno ist seit der Gründung der Sänger der Deftones.

Wer spielt Gitarre bei Deftones?
Stephen Carpenter ist der Gitarrist der Band und prägt den charakteristischen schweren Gitarrensound.

Wer sitzt am Schlagzeug bei Deftones?
Abe Cunningham ist der Schlagzeuger der Deftones und gehört seit den frühen Jahren zur Band.

Wer ist Frank Delgado?
Frank Delgado ist für Keyboards, Samples und elektronische Elemente verantwortlich und seit Ende der 1990er-Jahre festes Mitglied der Band.

Welche Musik machen Deftones?
Deftones verbinden Alternative Metal, Alternative Rock, Post-Hardcore, Shoegaze, Art Rock und weitere Einflüsse. Ihr Sound lässt sich deshalb nur schwer einem einzelnen Genre zuordnen.

Was ist das bekannteste Album der Deftones?
„White Pony“ aus dem Jahr 2000 gilt als eines der wichtigsten und erfolgreichsten Alben der Band.

Was ist der bekannteste Song der Deftones?
Zu den bekanntesten Songs gehören „Change (In the House of Flies)“, „My Own Summer (Shove It)“, „Be Quiet and Drive (Far Away)“, „Digital Bath“, „Diamond Eyes“ und „Sextape“.

Wie viele Studioalben haben Deftones veröffentlicht?
Bislang erschienen zehn Studioalben. Das aktuelle Album „Private Music“ wurde 2025 veröffentlicht.

Wer war Chi Cheng?
Chi Cheng war der langjährige Bassist der Deftones. Nach einem schweren Autounfall 2008 konnte er nicht mehr regulär mit der Band auftreten. Er starb 2013.

Wer ersetzte Chi Cheng?
Sergio Vega übernahm nach Chengs Unfall den Bass bei den Liveauftritten und wurde später festes Mitglied. Vega verließ die Band 2022.

Wann wurden Deftones gegründet?
Deftones wurden 1988 in Sacramento, Kalifornien, gegründet.

Spielen Deftones 2026 live?
Ja. Deftones sind 2026 international unterwegs und spielen zahlreiche Konzerte und Festivalauftritte.

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Marc Blessing paranoyd

Marc Blessing

Marc ist Webmaster, Chefredakteur und Fotograf des Paranoyd Magazins. Als Spezialist für Rock und Metal News sowie Hausfotograf des LKA Longhorns verbindet er Szenekenntnis mit technischem Know-how. Er liefert authentische Konzertberichte, professionellen Content und prägt seit Beginn Qualität, Glaubwürdigkeit und digitale Stärke des Paranoyd Magazins.

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