Berlin,18.08.2026 – Deftones sind zurück in Berlin! Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr performten die Kalifornier in der deutschen Hauptstadt. Nachdem sie im Februar dieses Jahres die Max-Schmeling-Halle unsicher gemacht hatten, ging es diesmal in den Wald. Das Open-Air-Venue Volkspark Wuhlheide war Schauplatz des Konzerts.
Bei angenehm kühlen Temperaturen und grauen Wolken, passend zur erwartbaren Atmosphäre, ging es um 18 Uhr zunächst mit dem Opening Act, der australischen Punk-Songwriterin Ecca Vandal, los. 30 Minuten lang spielte sie überwiegend Songs ihres im Mai erschienenen zweiten Studioalbums „Looking for People to Unfollow“. Auch wenn Ecca hierzulande noch keinen großen Bekanntheitsgrad genießt, konnte sie mit ihrem Set zeigen, warum sich das schon bald ändern könnte. Mit rockigen Melodien, gerappten Texten und schnellen Beats wusste Ecca Vandal das Berliner Publikum zu überzeugen.
Turnstile bringen die Wuhlheide zum Beben
Nach einer kurzen Pause ging es dann mit einer der gefragtesten Bands der letzten Jahre weiter. Turnstile, zweifache Grammy-Gewinner für das beste Rock-Album und die beste Metal-Performance 2026, übernahmen die Bühne zu den Klängen ihres Eröffnungshits „Never Enough“. Von den ersten Minuten an hallten die Stimmen des Publikums durch den Berliner Volkspark und die Begeisterung kannte keine Grenzen.
Der komplette Innenraum des Amphitheaters verwandelte sich in einen einzigen Moshpit. Dutzende Crowdsurfer brachten die Sicherheitsmitarbeiter ins Schwitzen und kein Bein blieb auf dem Boden, als die 12.000 Zuschauer den „Jump! Jump! Jump!“-Aufforderungen von Frontmann Brendan Yates folgten.
Turnstile sind vermutlich die kommerziell erfolgreichste Hardcore-Band aller Zeiten und ihre Performance sowie die Reaktionen des Publikums zeigten sehr deutlich, warum: Solch eine Energie muss man einfach erlebt haben.
Deftones mit krönendem Abschluss
Nach einer längeren Umbauphase, während sich der Volkspark weiter füllte und schließlich kaum noch ein Platz übrig blieb, war es an der Zeit für den Höhepunkt des Abends. Die Saxofone wurden lauter und Deftones betraten die Bühne! Es ging direkt mit einem ihrer größten Hits, „Be Quiet and Drive“, los und der Bass vibrierte förmlich durch die Körper.
Für die nächsten 20 Songs ging es weiter durch die gesamte, fast 40-jährige Bandgeschichte der Männer aus der kalifornischen Hauptstadt Sacramento. Unterstützt von digitalen Bühnenbildern, die von abstrakt gefilterten Videoübertragungen über hypnotische Farben und Formen bis hin zu horrorinspirierten Designs reichten, lieferten Deftones eine Show, die ganz ohne Pyro oder sonstige Spezialeffekte auskam.
Auch wenn die Bandmitglieder mittlerweile jenseits der 50 Jahre alt sind, ist das in ihrer Bühnenpräsenz keineswegs spürbar. Besonders Frontmann Chino Moreno rannte und sprang die gesamte Show lang die Bühne auf und ab und genoss es sichtlich, vor fast ausverkauftem Haus in Berlin zu performen.
Mit ihrer dreiteiligen Zugabe erreichten Deftones mit „Cherry Waves“ schließlich auch den emotionalen Höhepunkt des Abends. Die ursprünglichen Mitbegründer des Nu Metal begeistern nach wie vor Fans jeden Alters. Während ein großer Teil des Publikums noch gar nicht geboren war, als einige der performten Songs ursprünglich veröffentlicht wurden, waren auch viele Fans anwesend, die Deftones schon ihre gesamte Karriere lang begleiten.
Wann die Amerikaner das nächste Mal in Deutschland bestaunt werden können, bleibt abzuwarten. Wer reisebereit ist, hat in diesem Monat jedoch noch in einigen europäischen Ländern die Chance, in den Genuss einer Deftones-Show zu kommen.
Deftones – Setlist – Parkbühne Wuhlheide, Berlin
Deftones
Deftones Berlin Photos by Clemente Ruiz






Deftones Berlin Photos by Christoph Siebold
Turnstile
Ecca Vandal
Christoph Siebold
Christoph Siebold ist Gastfotograf und Schreiber aus Berlin. Er begleitet Live-Events für das Paranoyd Magazin mit Kamera und Berichten.
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