Wacken, 30. Juli 2025 – Der Countdown ist abgelaufen: Punkt 15:30 Uhr am Mittwoch öffnete das Infield des 34. Wacken Open Air und gab den Startschuss für vier Tage Ausnahmezustand im Herzen Schleswig-Holsteins. Tausende Metalheads stürmten voller Vorfreude auf die Hauptbühnen, Faster und Louder – der „Holy Ground“ lebt!
Trotz klassischem Wacken-Wetter mit wiederkehrenden Regenschauern ist die Stimmung auf dem Festivalgelände ausgelassen und euphorisch. „Rain or shine – das gilt bei uns seit vielen Jahren, und unsere Fans wissen damit umzugehen“, erklärt Festival-Mitgründer Holger Hübner. „Dank der großartigen Arbeit unserer Crews und der Geduld und Gelassenheit unserer Gäste verlief der Anreisetag trotz des Wetters größtenteils reibungslos.“
Schon im Vorfeld wurden mobile Fahrstraßen eingerichtet und stark frequentierte Wege mit Holzhackschnitzeln befestigt. Zudem wurden bestimmte Flächen vorübergehend für Fahrzeuge gesperrt, um die Böden zu schonen. Die frühe Anreise vieler Besucherinnen und Besucher zahlte sich aus – die meisten Campingflächen sind bereits belegt, wodurch der Andrang am Mittwoch gut verteilt blieb.
Raketenstart auf dem Infield
Für staunende Gesichter sorgte gleich zu Beginn eine visuelle Sensation: Direkt zwischen den beiden ikonischen Hauptbühnen ragt seit Mittwoch ein monumentaler Nachbau der Ariane-6-Trägerrakete in den Himmel. Der metallische Gigant steht sinnbildlich für das diesjährige Festivalmotto „Space“ – ein thematischer Schwerpunkt, der sich durch diverse Bereiche des Festivals zieht. Im Wacken Space Camp, einer eigens eingerichteten Themenwelt, stellen verschiedene Institutionen aus Raumfahrt und Wissenschaft ihre Arbeit vor. Mit dabei: das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), die Europäische Weltraumorganisation ESA und zahlreiche weitere Partner, die das Universum für Festivalgäste erlebbar machen.
Ein besonderes Highlight war der Besuch von Alexander Gerst, dem bekanntesten deutschen ESA-Astronauten. Der Geophysiker und zweifache ISS-Kommandant nahm in der Wacken United Area an einer Talkrunde teil, erzählte von seinem Leben im All, Festivalerlebnissen auf der Erde und erklärte, warum Raumfahrtforschung auch für Metalheads eine Rolle spielt. „Wacken ist ein Ausnahmeort – und ja, man kann das Festival sogar vom Weltall aus erkennen“, so Gerst augenzwinkernd. Anschließend hielt er auf der „Welcome To The Jungle Stage“ seinen multimedialen Vortrag „A Journey into Space“, der mit Videos, Bildern und spannenden Anekdoten aus dem All begeisterte.

Musikprogramm mit Frauenpower und Jubiläen
Doch bei aller Weltraumbegeisterung: Im Zentrum des Wacken Open Air steht weiterhin die Musik. Schon am ersten Tag zeigten sich die Hauptbühnen von ihrer kraftvollen Seite. Den Anfang machten unter anderem die Alternative-Metaller Enemy Inside, die mit einer energiegeladenen Show überzeugten. Es folgte ein Auftritt der US-amerikanischen Gitarrenikone Lita Ford, eine der ersten Frauen im Hardrock, die erneut bewies, warum sie seit Jahrzehnten zur Speerspitze weiblicher Rockmusik zählt.
Besonders gefeiert wurden am frühen Abend die finnischen Cello-Metaller Apocalyptica, die mit ihren orchestralen Metal-Interpretationen und treibenden Riffs das Publikum auf Betriebstemperatur brachten. Später sollte es dann symphonisch und emotional werden: Die deutsche Band Beyond The Black rund um Sängerin Jennifer Haben stand ebenso auf dem Programm wie das große Jubiläumskonzert von Saltatio Mortis, die mit einem besonderen Set ihr 25-jähriges Bestehen zelebrieren – inklusive Pyroshow und Gastauftritten.
Kultur trifft Metal – Prominenz im Pressezelt
Abseits der Bühnen bot auch das Pressezelt spannende Einblicke. Dort las Schauspieler Ralf Richter, bekannt aus Filmen wie „Bang Boom Bang“ und „Das Boot“, aus der Autobiografie „Soundchaser“ von Peavy Wagner, Frontmann der deutschen Metal-Legende Rage. Wagner war selbst anwesend, kommentierte einige Passagen live und sorgte für so manches Gelächter bei den anwesenden Medienvertretern.
Wacken Metal Battle – die nächste Generation
Ein weiteres Herzstück des Festivals ist traditionell der Wacken Metal Battle, bei dem Nachwuchsbands aus aller Welt auf mehreren Bühnen gegeneinander antreten. In nationalen Vorausscheidungen hatten sich zuvor 30 Bands aus 30 Ländern und Regionen für das große Finale in Wacken qualifiziert. Hier bekommen die ungesignten Talente eine einmalige Bühne vor echtem Metalpublikum und einer Fachjury – ein Sprungbrett, das schon mehrfach den Weg in professionelle Karrieren ebnete.
Die nächsten Tage: Guns N’ Roses, Machine Head, Papa Roach und mehr
Mit dem Auftakt ist das 34. Wacken Open Air in vollem Gange. In den kommenden Tagen dürfen sich die Besucherinnen und Besucher auf eine Vielzahl hochkarätiger Acts freuen. Am Donnerstag, Freitag und Samstag stehen unter anderem Machine Head, Gojira, Papa Roach, Trivium, Doro, Powerwolf, Knorkator und als besonderes Highlight Guns N’ Roses auf dem Programm – eine der größten Rockbands der Welt.
Thomas Jensen, ebenfalls Festivalgründer, freut sich auf die kommenden Tage: „Ich bin froh, dass wir trotz des Wetters so gut gestartet sind. Die ersten Konzerte laufen, das Gelände lebt und wir hoffen natürlich alle auf etwas mehr Sonnenschein. Aber eines ist sicher: Die Metal-Family lässt sich von ein paar Wolken nicht die Laune verderben.“
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Tine Blessing
Tine ist die Inhaberin und Chefredakteurin des Paranoyd Magazins. Als Herz und Kopf des Magazins hält sie alle Fäden zusammen, schreibt leidenschaftliche Reviews und berichtet über aktuelle Szene-News. Zudem ist sie als Konzertfotografin schwerpunktmäßig im Raum Stuttgart aktiv.

