Wer hätte gedacht, dass einer der wichtigsten Gitarristen der modernen Judas-Priest-Ära seine Karriere bei den britischen Metal-Legenden beinahe verpasst hätte? Wie Rob Halford nun enthüllte, hielt Richie Faulkner die erste Anfrage der Band im Jahr 2011 schlichtweg für Spam – und löschte sie gleich mehrfach.
Nachdem K.K. Downing damals seinen Ausstieg bekanntgegeben hatte, standen Judas Priest vor einer schwierigen Entscheidung. Die Band musste einen würdigen Nachfolger finden, jemanden, der den klassischen Twin-Guitar-Sound weiterführen und trotzdem frischen Wind bringen konnte. „Wir wussten nicht, was wir machen sollen“, erinnert sich Halford. „Wir fanden Richie im Internet, aber wir mussten vorsichtig sein. ‘Heavy-Metal-Band sucht neuen Gitarristen’ – das kannst du ja nicht einfach so posten.“
Dies offenbarte Frontmann Rob Halford jüngst im Gespräch mit dem ehemaligen Megadeth-Bassisten David Ellefson beim Rock-N-Roll Fantasy Camp in Scottsdale, Arizona, eine Anekdote, die verdeutlicht, wie knapp es war, bevor Faulkner seinen Platz bei Judas Priest überhaupt fand.
Sechs Mails gelöscht – bis jemand ihn aufklärte
Die Band nahm schließlich per E-Mail Kontakt auf, allerdings ohne Erfolg. Richie Faulkner dachte, es handle sich um einen schlechten Scherz und löschte die Nachrichten einfach. „Wir schickten ihm sechs E-Mails – alle gelöscht. Er dachte, das wäre ein Witz,“ erzählte Halford weiter. Erst als Freunde ihn darauf hinwiesen, dass die Mails tatsächlich von Judas Priest stammten, wurde ihm klar, dass es sich um ein echtes Angebot handelte.
Kurze Zeit später traf sich die Band mit Faulkner in London zum Probespielen und der Rest ist Metal-Geschichte. „Er kam rein, hat seine Gitarre angeschlossen, gespielt – und wir wussten sofort: Das ist unser Mann“, so Halford weiter.
Vom Iron-Maiden-Umfeld zu Judas Priest
Vor seinem Einstieg bei Judas Priest spielte Faulkner unter anderem in der Band von Lauren Harris, Tochter von Iron-Maiden-Bassist Steve Harris, sowie bei Voodoo Six. Seit 2011 prägt er den Sound der Metal-Ikonen entscheidend mit und war auf den Alben Redeemer Of Souls (2014), Firepower (2018) und Invincible Shield (2024) zu hören.
Quelle: Robert Moseley @videobobtv

