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STAGE HARMONY & HAVOC SOUNDS Vol. 2: Intensiver Abend mit unerwartetem Ende

hawkbit stage harmony & havoc sounds vol.2 ©adriane vogelgesang

Weimar 13.02.2026: Ein kleiner Clubabend entwickelte sich am Freitag im Stellwerk Junges Theater schneller zum Gesprächsthema der lokalen Szene als erwartet. Bei „Stage Harmony & Havoc Sounds Vol. 2“ trafen mehrere Underground-Acts auf ein bestens aufgelegtes Publikum und sorgten für einen intensiven Konzertabend. Zwischen druckvollen Sets, enger Fanbindung und viel Herzblut auf und vor der Bühne nahm die Nacht jedoch eine überraschende Wendung, als plötzlich Blaulicht den Ablauf beendete, aber dazu später mehr.

Der Auftakt: Lady Moto bringen den Vibe

Als Erste betraten Lady Moto die Bühne. Zu zweit, aber mit einer Energie, die locker für eine ganze Band reicht. Die beiden aus Weimar zeigten von der ersten Minute an, was in ihnen steckt. Ihr Sound? Eine kraftvolle Mischung aus Crossover mit Stoner-Einflüssen, druckvoll und definitiv ein Erlebnis wert. Sie lieferten nicht nur musikalisch ab, sondern verstanden es auch, das Publikum direkt mitzunehmen. Zwischen treibenden Riffs und eingängigen Parts animierten sie die Crowd immer wieder zum Mitmachen. Die Stimmung war da, es war ein wirklich starker Auftakt für den Abend.

CARVED OUT: Heavy Hardcore mit voller Wucht

Im Anschluss übernahmen CARVED OUT,(Heavy Hardcore aus Weimar) die Bühne und was soll man sagen: Das war ein Brett. Mit voller Energie, purer Leidenschaft und kompromisslosem Sound lieferten sie eine Show ab, die keine Wünsche offenließ. Besonders beeindruckend war die Verbindung zum Publikum. 100 Prozent Hingabe auf und vor der Bühne und man spürte deutlich: Hier trifft Musik genau ins Herz der Szene. Ein Auftritt, der beeindruckt hat.

hawkbit stage harmony & havoc sounds vol.2 ©adriane vogelgesang
Hawkbit ©Adriane Vogelgesang

Hawkbit: Post-Hardcore mit Haltung

Danach wurde es persönlich: HAWKBIT, Veranstalter des Abends und Post-Hardcore aus Jena, betraten die Bühne. Und ich sag’s euch ganz direkt: live absolut empfehlenswert. Man merkte sofort, dass hier Herzblut drinsteckt, nicht nur in der Organisation des Abends, sondern auch in der Musik. Druckvoll, dynamisch und mit starker Bühnenpräsenz spielten sie ihr Set. Die Songs funktionierten live hervorragend, das Publikum ging mit und nahm die Energie dankbar auf. Eine richtig starke Performance, die gezeigt hat, warum dieser Abend überhaupt möglich wurde.


BURY A PHOENIX: Starkes Finale mit unerwartetem Ende

Den Abschluss machten BURY A PHOENIX, Modern Metal aus Lichtenfels. Und sie kamen nicht leise. Mit kraftvoller Energie, präzisem Sound und einer beeindruckend starken Stimme brachten sie den Raum noch einmal ordentlich zum Beben. Man hatte das Gefühl, der Abend steuert auf ein würdiges, explosives Finale zu. Doch dann kam alles anders. Bevor der letzte Song gespielt werden konnte, musste der Veranstaltungsort plötzlich geräumt werden. Die Rauchmelder hatten ausgelöst und kurz darauf stand die Feuerwehr vor der Tür. Ein unerwartetes Ende für einen bis dahin durchweg gelungenen Abend.

Trotz des abrupten Abschlusses bleibt vor allem eines hängen: starke Bands, ehrliche Energie und eine Szene, die zusammenhält.

Im Anschuss nach den Bildern, gibt es noch ein kleines Interview mit den Jungs von Hawkbite zu diesem Abend.

Hawkbite

Lady Moto

Carved Out

Bury a Phoenix


Der Abend war intensiv, laut und definitiv unvergesslich, auch wenn er anders endete als geplant. Am nächsten Tag habe ich noch einmal bei Hawkbit nachgehakt und ihnen ein paar Fragen zu STAGE HARMONY & HAVOC SOUNDS VOL. 2 gestellt.

Ich wollten wissen, wie es zur zweiten Ausgabe von STAGE HARMONY & HAVOC SOUNDS kam, wie der Standort ausgewählt wurde und was für die Band einen solchen Abend wirklich besonders macht. Hier sind ihre Antworten.

Ihr habt erzählt, dass ihr den Abend STAGE HARMONY & HAVOC SOUNDS jetzt zum zweiten Mal organisiert. Wie kam es eigentlich dazu? Was hat euch motiviert, das nochmal auf die Beine zu stellen?

Im Herbst 2024 haben wir unsere erste EP „Figure of Speech“ released. Das wollten wir natürlich mit einer Release Show feiern. An Venues zu kommen oder sich in bestehende Show-Strukturen einzureihen, ist allerdings nicht so einfach, wie man vielleicht denkt.

Wir haben eine Platte. Wir haben Bock. Wir wollen raus. Also hieß es: selbst organisieren. Wir haben Bands eingeladen, die wir sympathisch finden und die vielleicht ein paar ebenso coole Leute mitbringen. Das hat wirklich gut funktioniert und war ein richtig starker Abend.

Ein Jahr später: neue EP „Ain’t no Peace without Violence“. Und überraschenderweise die gleichen Herausforderungen. Wir haben inzwischen einige Shows gespielt und freuen uns auf weitere, kommende Abende, aber einfach ist es nach wie vor nicht. Also haben wir wieder selbst angepackt und Vol. 2 auf die Beine gestellt.

Wie seid ihr auf genau diesen Standort gekommen? War das Zufall oder steckt da eine besondere Geschichte dahinter?

Ich (Matthias) habe einen langjährigen Jugendtheater-Background, der mich schon 2006 das erste Mal ins Stellwerk Weimar geführt hat. Seitdem verbinde ich viele besondere Momente mit diesem Ort. Die Menschen dort sind offen, und der technische Leiter Philipp, selbst Musiker in mehreren Bands, hat immer Lust darauf, Musik auf diese Bühne zu bringen.

Nach welchen Kriterien wählt ihr die Bands für so einen Abend aus? Geht es mehr um Musikstil, persönliche Kontakte oder einfach das Bauchgefühl?

Es ist eine Mischung aus allem. Wir mögen es, wenn die Bands aus einem ähnlichen musikalischen Umfeld kommen (aka härtere Musik), aber trotzdem unterschiedlich klingen. So entsteht ein Abend, der vielseitig ist. Man darf begeistert sein, man darf aber auch sagen: „Das war nicht so meins.“ Genau das macht es spannend.

Uns war außerdem wichtig, das Line-up nicht eindimensional zu gestalten. Wir selbst sind fünf Cis-Männer und damit Teil einer Realität, die auf vielen Bühnen ohnehin schon dominiert. Wenn es möglich ist, versuchen wir deshalb, Kontakte herzustellen und Bands einzuladen, die andere Perspektiven mitbringen. Dabei geht es nicht um Labels wie „female fronted“, die irgendwie das Problem auch nur befeuern, sondern ganz schlicht um starke Bands mit Haltung, Ausstrahlung und guter Musik.


Was feiert ihr persönlich an so einem Abend am meisten? Die Stimmung, die Leute, das Chaos hinter der Bühne oder den Moment auf der Bühne?

Das Schönste an so einem Abend ist der gemeinsame Moment. Vier Bands, die sich zum ersten Mal begegnen, teilen sich eine Bühne. Menschen hinter der Bühne arbeiten mit vollem Einsatz daran, dass sich alle wohlfühlen. Und dann der Moment als Band, nach Aufbau, Quatschen und Nudeln im Backstage, spielt man die eigenen Songs vor einem Publikum, die sich dazu bewegen. Das ist unbeschreiblich.

Und natürlich gehört auch dazu, Haltung zu zeigen. Egal ob vor 20, 50 oder 500 Leuten: Wir nutzen unsere Stimme. Gegen Faschismus, gegen Antisemitismus, gegen Sexismus, gegen Querfeindlichkeit und gegen jede Form von Ausgrenzung. Das ist für uns Teil dessen, was es bedeutet, Musik zu machen.


Es gab ja auch das Thema mit der Feuerwehr. Was ist da am Ende eigentlich bei rausgekommen?

„Firefighter & Migraine of Hell“, vielleicht wird das der Titel unserer dritten Platte.

Wir haben Bury a Phoenix eingeladen, und die Band hat ihrem Namen alle Ehre gemacht. Das Stellwerk verfügt über ein Feueralarmsystem, das für die Dauer einer Vorstellung überbrückt werden kann. Aber wenn sich der Nebel vom Stellwerk und der Nebel der Phoenixes zu einem epischen Modern Metal Battle treffen, dann dringt der Nebel auch da hin, wo die Überbrückung nicht greift und dann wurde der Abend mit Blaulicht unterbrochen.

Die Feuerwehr war sehr entspannt, und wir hoffen, dass es keine weiteren Konsequenzen gibt. Nebeltechnik ist kein Verbrechen.

Wenn ihr jetzt zurückblickt: Wart ihr mit dem Abend zufrieden? Was würdet ihr beim nächsten Mal vielleicht anders machen?

Wir sind sehr zufrieden mit dem Abend. Organisatorisch würden wir kaum etwas anders machen. Was wir lernen müssen, ist Verantwortung stärker zu teilen. In einem DIY- und No-Budget-Umfeld neigt man dazu, alles selbst zu übernehmen, um niemandem zusätzliche Arbeit aufzubürden.

Langfristig funktioniert das aber nur, wenn man Aufgaben auch abgibt. Vielleicht bleibt beim nächsten Mal dann nicht nur der Feueralarm aus, sondern auch die Migräne.

Danke für die ausführlichen Antworten.

adriane

Adriane Vogelgesang

Adriane ist Redakteurin und Fotografin für das Paranoyd Magazin. Sie berichtet leidenschaftlich über Rock, Punk & Metal und ist von Anfang an beim Paranoyd Magazin dabei. Adriane liefert authentische Konzertberichte, Fotos sowie fundierte Reviews und ist bekannt für ihre kritische und unabhängige Berichterstattung, die immer nah am Geschehen in der Szene bleibt.

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