Sommerhitze und Hardcore-Power: Biohazard, Sworn Enemy und Striking 13 in Stuttgart

Biohazard © Sören Wittmann

Stuttgart, 09.07.2026: Im Rahmen ihrer aktuellen Europa-Sommertour machten die New-York-Hardcore-Ikonen Biohazard einen Halt in Stuttgart. Als Spielstätte diente die Halle Im Wizemann, die an diesem Abend gut gefüllt, wenn auch nicht restlos ausverkauft war. Das äußere, sommerliche Klima spiegelte sich nahtlos im Inneren der Location wider: Die Temperaturen in der Halle stiegen bereits vor dem ersten Akkord merklich an und verlangten dem Publikum über den gesamten Abend hinweg auch körperlich einiges ab.

Als erste Band des Abends betrat Striking 13 die Bühne. Die Formation lieferte ein musikalisch absolut solides Set ab und fungierte als klassischer Opener. Trotz der handwerklich guten Darbietung und des engagierten Auftritts wollte der sprichwörtliche Funke im Publikum noch nicht vollends überspringen. Die Zuschauer zeigten sich zu diesem frühen Zeitpunkt des Abends noch sichtlich zurückhaltend und schienen noch nicht bereit zu sein, die nötige Energie für einen aktiven Moshpit aufzubringen. Dennoch boten Striking 13 einen musikalisch runden Einstieg in den Konzertabend.

Steigende Temperaturen und intensive Aufwärmphase mit Sworn Enemy

Nach einer kurzen Umbaupause, die von kleineren technischen Mikrofonproblemen begleitet wurde, übernahm die ebenfalls aus New York stammende Hardcore-Band Sworn Enemy das Kommando. Mit einem leichten zeitlichen Verzug legte die Gruppe los und schaffte es zügig, das Stuttgarter Publikum aus der Reserve zu locken. Die Reihen vor der Bühne tauten spürbar auf. Es formierten sich die ersten Circle Pits des Abends, und in den vorderen Rängen kam merklich Bewegung in die Menge.

Der Auftritt von Sworn Enemy zeichnete sich durch eine hohe Intensität aus. Zum Finale der Show suchte der Sänger den direkten Kontakt und positionierte sich unmittelbar am Publikum, was die Stimmung im Saal weiter anheizte. Insgesamt präsentierte sich die Band als extrem starker Support, der die Halle Im Wizemann optimal für den anstehenden Headliner vorbereitete und die Betriebstemperatur der Zuschauer maßgeblich nach oben schraubte.

Sworn Enemy Im Wizemann Stuttgart | 09.07.2026 © Sören Wittmann
Sworn Enemy Im Wizemann Stuttgart | 09.07.2026 © Sören Wittmann

Energiegewaltiger Hauptact mit abruptem Ende

Die Erwartungshaltung stieg merklich, als ein riesiges Banner mit dem markanten Biohazard Logo im Hintergrund der Bühne enthüllt wurde. Vom ersten Ton an entfesselten die Veteranen eine enorme Energie im Saal. Das Stuttgarter Publikum reagierte augenblicklich: Große Circle Pits und intensive Bewegung dominierten das Bild vor der Bühne. Die Hardcore-Ikonen bewiesen eindrucksvoll, dass sie trotz jahrzehntelanger Routine nichts an Spielfreude und musikalischer Aggressivität eingebüßt haben. Die Interaktion mit den Fans blieb dabei nahbar und sympathisch; die Band betonte das gemeinsame Ziel, schlicht eine gute Zeit miteinander verbringen zu wollen.

Nach einem hochenergetischen Set, das schätzungsweise zehn bis zwölf Songs umfasste, war der Auftritt jedoch überraschend schnell vorbei. Im Publikum machte sich teilweise Erstaunen über das abrupte Ende breit. Mit einer reinen Spielzeit von knapp einer Stunde seitens des Headliners blieb der Auftritt für viele Konzertgänger ungewohnt kurz. In der Gesamtschau kamen die Zuschauer zwar durch die beiden Support-Acts auf rund zwei Stunden Live-Musik, dennoch hinterlässt die knappe Spielzeit von Biohazard Diskussionsstoff. Ein reduziertes Line-up mit nur einer Vorband und einer dafür auf 75 Minuten verlängerten Spielzeit des Hauptacts wäre für viele eventuell die rundere Option gewesen.

Letztendlich muss jeder Besucher selbst bilanzieren, ob das Preis-Leistungs-Verhältnis den individuellen Erwartungen entsprach. Wer eine kurzweilige, fokussierte Hardcore-Show ohne Längen suchte, kam voll auf seine Kosten. Trotz kleinerer technischer Probleme zu Beginn und der kurzen Dauer überzeugten Biohazard durch eine kompromisslose Performance. Am Ende verließen wir das Wizemann zufrieden nach einem intensiven und schweißtreibenden Konzertabend.

Biohazard


Sworn Enemy


Striking 13

sören

Sören Wittmann

Sören ist Konzertfotograf beim Paranoyd Magazin. Er fängt die Leidenschaft von Live-Musik ein – von Irish/Folk Punk bis Metal und Musicals. Als Festival-Experte liegt sein Fokus auf den unentdeckten Perlen der Szene und kleineren, atmosphärischen Events abseits des Mainstreams.

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