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Music Forge Festival 2025: Robin Kraupatz über Gagen & Visionen!

Robin Kraupatz, Music Forge Festival, Interview
Credit: Music Forge Festival

Vom 21. bis 23. August 2025 verwandelt sich das Waldschwimmbad Lich wieder in den Schauplatz für eines der spannendsten Festivals des Sommers: das Music Forge. Dieses Jahr mit dabei: Callejon und Engst als Headliner, aber auch abseits der Bühne wird aufgerüstet, vom irischen Pub bis zur neuen Lightshow. Nachdem wir im letzten Jahr mit Sascha Jäger gesprochen haben, ist diesmal Founder Robin Kraupatz an der Reihe. Im Interview erzählt er, warum faire Gagenverhandlungen wichtiger denn je sind, wie sich Booking verändert hat und weshalb das Festival für ihn längst mehr als nur ein Job ist.

Hi Robin. Schön, dass wir sprechen können! Beim letzten Mal habe ich mit Sascha gesprochen, diesmal bist du dran. Erzähl doch mal: Was erwartet uns dieses Jahr beim Music Forge 2025? Gibt es große Highlights?

Ja, sehr gerne! In allererster Linie sind es natürlich die Bands, auf die wir uns besonders freuen. Aber wir haben auch sonst einiges vor. Zum Beispiel wird die Bühne dieses Jahr ganz neu gestaltet und das trotz ihrer relativ kleinen Größe. Wir arbeiten mit Leiertüren am Rand des Bühnenbilds und setzen auf Effekte wie Feuer und CO₂-Kanonen. Das wird auf jeden Fall ein Hingucker. Außerdem haben wir unser Campingangebot deutlich erweitert: Es wird doppelt so viele Camper geben wie im letzten Jahr.

Und als besonderes Highlight bauen wir einen echten irischen Pub auf. Dort gibt es dann ausschließlich irische Getränke: Guinness, Baby Guinness, Irish Bombs und dergleichen. Auch beim Rahmenprogramm legen wir wieder nach. Bier-Yoga hatten wir ja bereits letztes Jahr und das kommt gut an. Insgesamt hoffen wir natürlich, dass auch 2025 ein erfolgreiches Jahr wird. Immerhin wäre es dann das zweite Mal in Folge in Lich.

Das klingt alles sehr vielversprechend. Gleichzeitig hört man ja aktuell oft, dass es Festivals schwer haben. Sei es beim Ticketverkauf oder generell durch die Marktlage. Wie sieht es denn bei euch aus? Läuft der Vorverkauf gut? Und merkt ihr einen Unterschied im Vergleich zu früher, sagen wir mal vor vier Jahren?

Absolut, da hat sich einiges verändert. Man muss aber dazu sagen: In der Größenordnung, in der wir uns heute bewegen, also ab etwa 1.000 Besuchern pro Tag, sind wir ja noch gar nicht so lange unterwegs. Der Anspruch ist also relativ neu. Aber mit den Bands steigt eben auch das Budget, und der Druck wird größer. Was den Ticketverkauf angeht: Der läuft dieses Jahr tatsächlich sehr gut.

Besser als 2024, besser auch als 2022. 2023 haben wir ausgesetzt. Insofern sind wir jetzt sehr zufrieden. Natürlich könnte es immer noch besser laufen und ja, die Herausforderungen wachsen, vor allem, weil die Preise überall steigen. Besonders die Gagen für Bands sind extrem hochgegangen. Wenn man dann vier oder fünf größere Acts auf die Bühne stellen möchte, wird’s teuer. Und wenn die Tickets nicht laufen, ist das für jedes Festival schnell existenzbedrohend. Denn seien wir ehrlich: Die wenigsten machen hier Monstergewinne. 

Gagen, Booking und Fairness: Die Herausforderungen der Festivalbranche

Du sprichst es gerade selbst an: Die Gagen werden höher, der Kostendruck steigt. Woran liegt das eigentlich? Haben da auch die großen Festivals Einfluss drauf?

Ganz klar, ja. Die Major-Festivals haben da mittlerweile eine Art Kartellstruktur entwickelt. Das klingt hart, ist aber so. Diese großen Veranstalter können durch ihre Masse ganz andere Preise zahlen. Für kleinere Bands, die bei denen im Line-up eher weiter unten stehen, sind das trotzdem riesige Chancen, weil sie eine enorme Reichweite bekommen. Für uns wiederum sind diese Bands Headliner.

Die werden bei den großen Festivals quasi mitgenommen, oft für sehr überschaubares Geld. Wir hingegen müssen für dieselben Bands deutlich tiefer in die Tasche greifen und dann kommt noch die ganze Infrastruktur dazu: Rider, Technik, Sicherheitskonzepte, behördliche Auflagen. Es ist ein enormer Aufwand. Trotzdem sehen wir uns im Wachstum, auch wenn man natürlich nie weiß, ob das alles gut geht. Es bleibt ein Risiko.

Du sprichst da ein wichtiges Thema an: Fairness im Booking. Es gibt immer wieder Diskussionen über Veranstalter und deren Methoden. Deshalb frage ich mal ganz direkt: Wie buchst du Bands? Wie wichtig sind dir Social-Media-Zahlen und wie prüfst du, ob diese auch wirklich eine Aussagekraft haben?

Eine sehr gute Frage und tatsächlich eine sehr komplexe. Booking ist zum Teil einfach Bauchgefühl. Aber natürlich schauen wir uns auch objektive Zahlen an: Wie viele Streams hat die Band auf Spotify? Wie viele Views auf YouTube? Und was passiert auf Instagram? Das sind aktuell einfach die besten Indikatoren, die wir haben. Aber: Man muss das alles einordnen.

Wenn uns eine Booking-Agentur schreibt, dass eine Band ausverkaufte Touren spielt, dann fragen wir natürlich: In welchen Venues denn genau? War das ein Club mit 150 Leuten oder eine Halle mit 800? Solche Unterschiede sind entscheidend. Dazu kommt: Es gibt viele Acts, die wirken auf Social Media riesig, aber ziehen live kaum Publikum. Und andere, die bringen auch ohne große Online-Präsenz 300 bis 400 Leute mit. Bei TBS zum Beispiel, die ziehen definitiv. Aber ob das jetzt an den Followern liegt oder an ihrer Performance und Stimmung? Schwer zu sagen.

Da ist also auch viel Gefühl und Erfahrung dabei?

Absolut. Booking ist ein Mix aus Analyse und Instinkt. Es gibt keine Garantie. Aber wir versuchen, möglichst fair, realistisch und kreativ zu agieren, auch wenn’s nicht immer einfach ist.

Robin, ihr bekommt jährlich ja auch unglaublich viele Bewerbungen von Bands. Wie läuft dieser Prozess ab und worauf achtet ihr bei der Auswahl?

Wir sprechen da über ungefähr 1.000 Bandbewerbungen und das für gerade einmal 25 Slots. Und von diesen 25 sind auch die ersten acht oder neun fest für größere Acts reserviert, die thematisch zum Festival passen. Es ist also extrem hart umkämpft. Was uns bei Bewerbungen oft fehlt, ist eine gewisse Professionalität. Es fängt bei einer unpersönlichen Mail an und nicht mal das stört mich so sehr. Aber dann fehlt ein ordentliches EPK, YouTube-Links zu gut produzierten Videos oder vernünftige Aufnahmen bei Spotify. Das ist einfach Voraussetzung heute.

Kommen wir mal zu dir persönlich. Du bist ja eine der zentralen Figuren hinter dem Music Forge Festival. Was bedeutet dir das Festival heute?

Das Music Forge ist, außerhalb meiner Familie, mein Leben. Sascha, einer meiner engsten Mitstreiter, ist ja mein Bruder, also auch Familie. Aber das Music Forge ist mehr als ein Event. Es ist Freundschaft, Heimat, Freude, manchmal auch Ärger oder Trauer. Es ist unglaublich emotional. Da entstehen Verbindungen mit Menschen, von denen man nie gedacht hätte, dass sie einmal Freunde werden. Und das Ganze entwickelt eine Eigendynamik, die dich auch persönlich wachsen lässt.

Wie viel Zeit nimmt das Festival bei dir ein?

Jeden Tag. Nach dem Festival gönnen wir uns zwar offiziell mal einen Monat Pause, aber in Wirklichkeit plane ich im Juli schon wieder die Headliner fürs nächste Jahr. Es ist ein ständiger Dialog mit dem Vorstand, den Beisitzern, ein 365-Tage-Projekt.

Es ist also weit mehr als ein Festival für dich.

Absolut.

Letztes Jahr hattet ihr erstmals ein Awareness-Team auf dem Festival. Ist das auch dieses Jahr wieder dabei? Und warum ist euch das Thema so wichtig?

Ja, das Team ist wieder dabei. Für uns ist das zentral, weil wir uns nicht als Veranstalter gegenüber den Gästen sehen, sondern mitten in der Community sind. Dieses Festival ist von Menschen für Menschen. Und wenn du das ernst meinst, dann gehört ein Awareness-Team einfach dazu. Es geht um Respekt, Sicherheit, Miteinander und darum, dass sich alle wohlfühlen können.

Danke Robin!

Mehr zum Music Forge findet ihr in den Socials:

Tickets für das Festival könnt ihr euch hier sichern: www.festivals/music-forge-festival/

Music Forge, Robin Kraupatz im Interview

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Mia Lada-Klein

Mia ist Redakteurin beim Paranoyd Magazin. Als absolute Spezialistin für Interviews und Reviews verbindet sie ihr Literaturstudium mit ihrer Leidenschaft für das geschriebene Wort. Mia blickt auf eine langjährige Zusammenarbeit mit diversen Magazinen zurück und ist ein wahrer Interview-Profi, der fundiertes Fachwissen mit authentischen Einblicken in die Musikszene vereint.

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