Mit Necropalace präsentieren WORM am 13. Februar 2026 ihr neues Studioalbum über Century Media. Bereits der Blick auf die beteiligten Akteure verdeutlicht den Anspruch dieser Veröffentlichung: Das Artwork stammt von Andreas Marschall, produziert wurde das Album von Charlie Koryn (Morbid Angel), während Arthur Rizk (u. a. King Diamond, Blood Incantation, Sumerlands, Cavalera, Soulfly) für Mix und Mastering verantwortlich ist.
In musikalischer Hinsicht erweist sich Necropalace als eindrucksvolles Werk, das die stilistische Vielfalt des Black Metal ausreizt und zugleich eine bemerkenswerte klangliche Dichte entfaltet. Phantom Slaughter formt hier eine monumentale Soundlandschaft, getragen von den schwebenden, atmosphärischen Gitarren von Wroth Septentrion (Phil Tougas) und einer cineastischen Detailarbeit, die den Hörer tief in die düstere Welt des Albums hineinzieht.
Härte nimmt zu: Vocals rauer als auf früheren Veröffentlichungen
WORM, die seit jeher für ihre langen, immersiven und atmosphärisch dichten Songs bekannt sind, führen diese Tradition auf Necropalace konsequent fort. Die Weiterentwicklung ihres Sounds seit Gloomlord von 2020 fällt deutlich ins Gewicht: Das Album wirkt markanter, aggressiver und gleichzeitig facettenreicher, ohne die klar erkennbare Handschrift der Band zu verlieren. Die Produktion ist außergewöhnlich klar und kraftvoll, sodass selbst kleinste Nuancen und überraschende Details voll zur Geltung kommen.
Schon nach den ersten Takten hört man deutlich, dass die Vocals rauer, roher und verzerrter sind als auf früheren Veröffentlichungen, dabei bleiben sie perfekt ausbalanciert zwischen tiefen, gutturalen Growls und hochfrequenten Screams. Diese dynamische Gegensätzlichkeit verleiht den Songs eine intensive Dramatik und ist eines der zentralen Merkmale des einzigartigen Stils, den die Band über Jahre im extremen Metal kultiviert hat.
Doch die Vocals sind nur ein Teil des immersiven Ganzen: In Kombination mit den langen, sorgfältig durchkomponierten Instrumentalpassagen entsteht ein vielschichtiges Klanguniversum, das den Hörer vollständig in die düstere und kraftvolle Welt der Band hineinzieht. Von epischen, treibenden Gitarrenwänden über komplex verschachtelte Rhythmussequenzen bis hin zu subtilen atmosphärischen Momenten – jede Passage ist präzise arrangiert und trägt zur Gesamtwirkung bei. So entsteht ein Album, das nicht nur die Energie der Band transportiert, sondern auch die Tiefe ihrer musikalischen Vision spürbar macht.
Gewohnt düster, aber mit melodischen Elementen
Instrumental zeigt Necropalace einmal mehr, warum WORM zu den eindrucksvollsten Vertretern des modernen Black/Death Metals zählen. Die Band behält die gewohnte Energie und düstere Tonalität ihrer bisherigen Veröffentlichungen bei, erweitert diese jedoch um überraschende melodische Elemente, die das Hörerlebnis intensivieren und immer wieder fesseln. An manchen Stellen erinnert der leicht veränderte Stil an die Spiritual Black Dimensions-Phase von DIMMU BORGIR, vor allem durch den gezielten Einsatz von Synthesizern sowie Piano bzw. Keyboards, die den Songs zusätzliche Tiefe und Atmosphäre verleihen.
Natürlich darf auch bei Necropalace ein Gitarrensolo nicht fehlen: WORM verwebt es meisterhaft mit den rhythmischen Gitarren, sodass die instrumentale Struktur der Songs noch komplexer und abwechslungsreicher wirkt. Zusammen mit den langen, sorgfältig arrangierten Passagen entsteht ein dichtes, dynamisches Klanguniversum, das sowohl Härte als auch Melodie, Intensität und Finesse in Einklang bringt. Das Ergebnis ist ein Album, das den Hörer vollständig in die düstere, kraftvolle Welt der Band hineinzieht und die musikalische Handschrift von WORM einmal mehr klar herausstellt.

Jennifer Richter
Jennifer Schreibt für das Paranoyd Magazin Reviews von Doom bis Black Metal sowie Konzert- und Festivalberichte mit fundierter Leidenschaft. Spezialisiert auf die extremen Ausläufer der Metal-Szene, liefert er/sie authentische Einblicke und fachkundige Analysen, die immer nah am Kern der Musik bleiben.
