Politik. Hass. Kriege. Spaltung. Die Welt brennt und The Casualties liefern den perfekten Soundtrack dazu. Mit „Detonate“, ihrem mittlerweile zwölften Studioalbum, zeigt die Streetpunk-Institution aus New York einmal mehr, dass Punk noch lange nicht tot ist, sondern wütender, direkter und relevanter denn je.
Wer sind The Casualties?
Gegründet 1990 in New York City, stehen The Casualties seit über drei Jahrzehnten für kompromisslosen Streetpunk. Inspiriert vom britischen Hardcore-Punk der frühen 80er, entwickelte die Band über die Jahre ihren ganz eigenen Sound: rau, schnell, aggressiv, aber immer mit klarer Haltung.
Mit unzähligen Touren rund um den Globus erspielten sich The Casualties ihren Ruf als eine der wichtigsten Streetpunk-Bands weltweit. Dabei kamen über die Jahre immer mehr Thrash- und Metal-Einflüsse hinzu, ohne dass die Band ihre Wurzeln verloren hat.
Detonate ist zudem das zweite Album mit Sänger David Rodriguez, der 2017 Gründungsmitglied Jorge Herrera ablöste und spätestens jetzt zeigt sich: Diese neue Ära funktioniert. Aufgenommen wurde es roh, ehrlich, laut und ohne Schnickschnack.
Wie klingt Detonate?
Schon das Intro zieht dich direkt rein. Verschwommene Nachrichtenstimmen, ein Herzschlag, der immer schneller wird. Spannung pur. Man merkt sofort: Hier baut sich etwas auf. Und dann… Detonate. Der Titelsong springt dir förmlich ins Gesicht. Schnell, aggressiv, kompromisslos. Genauso muss ein Albumstart im Streetpunk sein. Kein langes Vorgeplänkel, einfach rein in den Pit.
Mit People Over Power folgt direkt die erste Faust in Richtung System. Ein Protestsong durch und durch. Schnell, druckvoll und voller Wut. Genau der Soundtrack für alle, die genug haben von Stillstand und gesellschaftlicher Spaltung. Empire Falls überrascht zunächst mit einem etwas ruhigeren Einstieg, bevor der Song plötzlich explodiert und sich in einen treibenden Punktrack verwandelt, der sofort Bewegung fordert. Stillstehen? Keine Chance.
Mit Ashes of War, zusammen mit der Native-American-Punkband 1876, bringt die Band eine spannende Abwechslung ins Album. Der Song wirkt atmosphärischer, ohne dabei an Härte zu verlieren. Allies and Assassins startet mit lautem „Hey!“-Shouting und aggressiven Gitarren. Direkt, rotzig und auf den Punkt. So muss Streetpunk klingen. Dann kommt Brick by Brick und der hat es in sich. Ein gesprochenes Intro leitet den Song ein, bevor die Gitarren einsetzen und der Song voll durchstartet. Mit dabei: Vinnie Stigma von Agnostic Front. Und das passt perfekt, denn der Song ist stark Hardcore-lastig und erinnert an die Wurzeln der New Yorker Szene. Einer der stärksten Tracks des Albums.
Few The True beginnt fast hymnisch und ist gleichzeitig der längste Song auf dem Album. Erst ruhig, dann eine Punk-Explosion mit starkem Refrain. Ein Song, der live garantiert für Gänsehaut sorgt. Now and Tomorrow bringt wieder Tempo und Energie. Ein Song mit starkem Vibe, der sofort hängen bleibt. Eye for an Eye startet mit einer mantraartigen Wiederholung des Titels, bis der Song schließlich explodiert. Rotzig, schnell, klassischer Casualties-Sound. Mit Pigs on Fire wird es international. Dreisprachig (Englisch, Spanisch, Portugiesisch) und thematisch global. Ein Song über Ungerechtigkeit weltweit. Laut, politisch und absolut passend zum Album.
Streets of Hatred beginnt erneut mit nachrichtenähnlichen Stimmen und baut Spannung auf, bevor der Song losbricht. Den Abschluss macht Wake Up, Kill, Repeat und der Titel sagt eigentlich alles. Wütend, direkt und ein perfektes Finale für ein Album, das keine Gefangenen macht.

Adriane Vogelgesang
Adriane ist Redakteurin und Fotografin für das Paranoyd Magazin. Sie berichtet leidenschaftlich über Rock, Punk & Metal und ist von Anfang an beim Paranoyd Magazin dabei. Adriane liefert authentische Konzertberichte, Fotos sowie fundierte Reviews und ist bekannt für ihre kritische und unabhängige Berichterstattung, die immer nah am Geschehen in der Szene bleibt.



