Es gibt Momente in der Karriere einer Band, die sich tief in das kollektive Gedächtnis der Fans einbrennen. Vor genau sechzehn Jahren war ein solcher Moment, als die Berliner Spielleute von IN EXTREMO mit ihrem „Tranquilo“-Konzept die Verstärker leiser drehten und bewiesen, dass ihre Hymnen auch ohne massive Gitarrenwände und lodernde Pyrotechnik eine unglaubliche Kraft entfalten.
Was damals als Experiment begann, wurde zu einer Legende, nach deren Fortsetzung die Anhängerschaft seither lechzt. Nun hat das Warten ein Ende: Die Könige des Mittelalter-Rocks kehren mit „Tranquilo II“ zurück auf die Bühnen, um ihre Songs in einem völlig neuen, entschleunigten Gewand zu präsentieren.
IN EXTREMO und die Kunst der leisen Töne
Wer die Truppe um Sänger Das Letzte Einhorn kennt, weiß, dass Stillstand für diese Band ein Fremdwort ist. Von den staubigen Marktplätzen der Neunziger bis hin zu den Headliner-Slots der größten Metal-Festivals weltweit haben sie eine beispiellose Evolution durchlaufen. Doch wahre Größe zeigt sich oft erst dann, wenn man den Mut hat, sich nackt und verletzlich zu zeigen. „Tranquilo II“ ist kein bloßes Unplugged-Konzert, sondern eine bewusste Rückbesinnung auf die musikalische Substanz. In den letzten anderthalb Jahrzehnten sind zahlreiche Alben erschienen, deren Material geradezu nach einer akustischen Dekonstruktion verlangt. Es ist die Chance, vertraute Melodien in einem Licht zu sehen, das bisher im Schatten der harten Riffs verborgen blieb.
Die Wahl der Spielstätten unterstreicht diesen exklusiven Charakter. Statt unpersönlicher Mehrzweckhallen haben sich IN EXTREMO für die edelsten Konzerthäuser im deutschsprachigen Raum entschieden. Hier geht es nicht um den großen Knall, sondern um Nuancen, um das Zusammenspiel der Instrumente und die unmittelbare Nähe zum Publikum. Es ist eine Einladung, die Gemeinschaft und die Musik in einem Rahmen zu feiern, der so intim ist, wie es die Band seit ihren Anfangstagen kaum mehr zugelassen hat.
Hochkarätige Gäste veredeln das Klangbild
Um den Abenden eine zusätzliche Tiefe zu verleihen, haben sich die sechs Musiker prominente Unterstützung ins Boot geholt. Mit Oliver „SaTyr“ Pade und Niel Mitra von Faun sowie dem Ausnahmergeiger Justin Ciuche treffen Welten aufeinander, die eigentlich schon immer zusammengehörten. Faun gelten international als Pioniere, wenn es darum geht, historische Klangwelten mit der Moderne zu verweben. Ihr Einfluss wird dafür sorgen, dass das „Tranquilo“-Konzept eine ganz eigene Dynamik entwickelt – mal melancholisch-getragen, mal voller verspielter Virtuosität.
Dass IN EXTREMO mit sieben Gold-Alben und vier Nummer-eins-Platzierungen zu den Giganten der deutschen Musiklandschaft zählen, ist bekannt. Doch bei dieser Tournee geht es nicht um Statistiken oder Edelmetall. Es geht um das Gefühl, das diese Band seit drei Jahrzehnten ausmacht: die Verbindung zwischen Musikern und Fans. Wer die Hits der Band einmal völlig neu entdecken will, kommt an dieser Tour nicht vorbei. Es wird ein Abend für die Seele, fernab vom Alltagslärm.
In Extremo
Tranquilo II
06.11.2026 Wien, Globe
07.11.2026 München, Circus Krone
12.11.2026 Nürnberg, Meistersingerhalle
13.11.2026 Stuttgart, Hegelsaal (Liederhalle)
14.11.2026 Berlin, Admiralspalast
17.11.2026 Wuppertal, Historische Stadthalle
19.11.2026 Osnabrück, OsnabrückHalle
20.11.2026 Neubrandenburg, Konzertkirche
21.11.2026 Halle (Saale), Georg-Friedrich-Händel-Halle
24.11.2026 Hamburg, Laeiszhalle
02.12.2026 Friedrichshafen, Graf-Zeppelin-Haus
03.12.2026 Zürich, Volkshaus
04.12.2026 Frankfurt, Alte Oper
05.12.2026 Dillingen, Lokschuppen
10.12.2026 Hannover, Theater am Aegi
11.12.2026 Erfurt, Alte Oper
12.12.2026 Bremen, Metropol Theater
Marc Blessing
Marc ist Webmaster, Chefredakteur und Fotograf des Paranoyd Magazins. Als Spezialist für News, Hausfotograf des LKA Longhorns und IMAGO-Contributor verbindet er tiefgreifende Rock-Expertise mit technischem Know-how. Marc liefert authentische Konzertberichte, professionellen Content sowie pointierte Kolumnen und bildet von Beginn an das journalistische und technische Fundament vom Paranoyd-Magazin.



