New Years of Suffering aus Garmisch-Partenkirchen sind zwar noch eine junge Band, haben sich in den letzten Jahren aber Schritt für Schritt einen Namen erspielt. Die Musiker stammen aus Budapest, Galway, Montana und Garmisch-Partenkirchen und bringen ihre unterschiedlichen Einflüsse in einen Sound ein, der Metalcore und Melodic Death Metal miteinander verbindet. Nach ihrer EP „THE END“ und den Singles „Are You Happy Now“ sowie „Brainwashed“ arbeitet die Band aktuell auf ihr erstes Studioalbum „REFLECT//RESONATE“ hin.
Wenn der Kopf zum größten Gegner wird
Mit „The Enemy Within“ gehen New Years of Suffering ein Thema an, das viele lieber für sich behalten. Der Song dreht sich um psychische Belastungen und das Gefühl, immer tiefer in den eigenen Gedanken festzustecken. Angst, Panik und Hoffnungslosigkeit ziehen sich wie ein roter Faden durch den gesamten Text.
Besonders hängen geblieben ist bei mir das Bild vom „Feind im Inneren“. Jeder, der schon einmal mit sich selbst zu kämpfen hatte, dürfte nachvollziehen können, was damit gemeint ist. Der Song beschreibt, wie sich die Gedanken immer weiter verselbstständigen, der Schlaf ausbleibt und selbst die kleinsten Dinge irgendwann zur Belastung werden. Trotzdem steckt zwischen all der Verzweiflung auch der Wille, irgendwie weiterzumachen und den nächsten Tag zu schaffen.
Metalcore trifft auf Melodic Death Metal
Musikalisch macht „The Enemy Within“ ordentlich Druck. Harte Breakdowns, schnelle Blastbeats und düstere Melodien greifen sauber ineinander und spiegeln die Unruhe wider, die sich durch den gesamten Song zieht. Das passt richtig gut zur Geschichte und sorgt dafür, dass die Stimmung von der ersten bis zur letzten Sekunde erhalten bleibt.
„The Enemy Within“ ist kein Song, den man einfach nebenbei hört. Er greift ein schwieriges Thema auf, ohne es unnötig auszuschmücken oder einfache Antworten zu liefern. Genau das macht ihn für mich so stark und hörenswert.
Tine Blessing
Tine ist die Inhaberin und Chefredakteurin des Paranoyd Magazins. Als Herz und Kopf des Magazins hält sie alle Fäden zusammen, schreibt leidenschaftliche Reviews und berichtet über aktuelle Szene-News. Zudem ist sie als Konzertfotografin schwerpunktmäßig im Raum Stuttgart aktiv.

