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GERMAN METALCORE 2026 – Die Metalcore-Playlist der deutschen Metalcore-Szene! Artist of März: MONOSPHERE im Interview!

GERMAN METALCORE 2026 – Die Metalcore-Playlist der deutschen Metalcore-Szene! Artist of März: MONOSPHERE im Interview!

Unser Artist of the Month veröffentlicht im März ihr drittes Album in fünf Jahren und gehört damit zu den fleißigsten Acts in Deutschland!

Ein Blick auf ihre Live-Historie liest sich beeindruckend: Monosphere spielten Support-Shows für Szenegrößen wie Wage War, Cradle Of Filth, Signs Of The Swarm, The Ocean und Karnivool. Festivalauftritte – unter anderem beim Euroblast, festigten zusätzlich ihren Status in der europäischen Prog-Metal-Community. Die wohl größte Tour steht aber im Februar und März diesen Jahres, als Support für Between The Buried And Me bevor, einmal quer durch Europa!

International erstmals auf dem Radar erschien die Band 2021 mit dem selbstveröffentlichten Debütalbum The Puppeteer – ein Neustart nach Jahren lokaler Shows und erster Support-Slots für Bands wie Darkest Hour oder Unprocessed. Spätestens mit dem zweiten Album Sentience (2023) etablierten sich Monosphere endgültig als kreative Ausnahmeerscheinung: komplex, konzeptionell durchdacht und stilistisch vielseitig zwischen Post-Rock, Mathcore, Metalcore, Black- und Progressive Metal.

Nach mehreren alleinstehenden Singles, darunter The Unknown Voice (2024) und Lapse (2025), läutete die Band mit der ersten Singleauskopplung Nadir des kommenden Albums ein neues Kapitel ein. Am 13. März erscheint Amnesia das dritte Studioalbum in fünf Jahren, erneut im Eigenvertrieb.

Ich hab mit Drummer und Songwriter Rodney über das neue Album und die Pläne für 2026 gesprochen:

Rodney, wir sprechen ziemlich genau zwei Wochen vor eurer Europa-Tour mit Between The Buried And Me. Wie laufen die Vorbereitungen? In welchem Modus befindet sich die Band gerade – eher organisatorischer Stress oder schon pure Vorfreude?

Natürlich ist die Vorfreude riesig. Wir gehen auf Europatour mit einer Band, die wir als musikalische Vorbilder beschreiben würden. Das ist fast schon ein Ritterschlag für uns, der uns enorm ehrt und sich noch immer etwas surreal anfühlt. Dass zur selben Zeit unser drittes Album rauskommt, macht das ganze perfekt. Die Tagesrealität ist aber, dass die Zeit vor der Tour enorm stressig ist.

Mir fehlt es regelrecht an Zeit, nochmal auszuschlafen, nochmal Freunde zu treffen oder ähnlichen Aktivitäten nachzugehen. Die organisatorischen Vorbereitungen nehmen einfach enorm viel Platz ein und reichen vom buchen von Unterkünften bis hin zu Werkstattterminen, Setlistdefinierung, dem Anfertigen einer Gearliste mit Seriennummern und auch dem Packen der persönlichen Gegenstände – was für mich wirklich immer das Stressigste an allem ist, haha.

Mitten in dieser Tour erscheint auch noch euer drittes Studioalbum Amnesia. Ein Release während man jeden Abend auf einer internationalen Bühne steht – ist das für euch eher zusätzlicher Druck oder die perfekte Bühne für ein neues Kapitel?

Wie eben schon gesagt: das passt perfekt. Natürlich macht es den Workload nicht geringer, weil wir fast alles selbst machen und uns um sehr viele Dinge kümmern müssen, wenn wir unterwegs sind. Aber wir haben Zeit im Bus und Bock das zu wuppen. Promo funktionierte für uns schon immer am besten im Livekontext. Wenn wir also jeden Abend bis zu 500 Leute davon überzeugen können, in unser neues Album reinzuhören, ist das schon eine der besten Sachen, die uns hätte passieren können.

Die bisherigen Singles – von Nadir bis hin zu Idiomorph – zeigen neue Facetten, wirken stellenweise direkter, zugleich aber sehr fokussiert. Was war eure übergeordnete Vision für Amnesia? Gab es ein klares Leitmotiv oder ist das Album organisch gewachsen?

Es gab keine allzu übergeordnete Vision im direkten Sinne. Ich hatte das Bestreben funktionaler zu schreiben und Songs eher als Songs zu definieren – geklappt hat das nur bedingt. Stattdessen haben wir uns noch weniger versucht in eine Ecke zu stellen. In der Vergangenheit haben wir oft versucht das Metalcore-Image von uns abzustreifen, weil wir uns von diesem Genre (zumindest das, was heutzutage als Metalcore gelabelt wird) komplett entfremdet haben.

Wir wollten als Metalband wahrgenommen werden, was auch gelungen ist. Dabei haben wir aber komplett von uns gestreift, was eigentlich in unserer DNA liegt. Bands wie Born Of Osiris, Veil Of Maya, Periphery oder After The Burial, die früher für die Art von Metalcore standen, die wir alle gefeiert haben. Auf „Amnesia“ gibt es also ein bisschen mehr von diesen Einflüssen, allem voran mehr Breakdowns. Mit jedem Jahr lernt man, was auch im Livekontext funktioniert. Was Spaß macht. Was die eigene Musik ausmacht. Mit dieser Erfahrung destillieren wir unseren Sound seit Tag eins und verfeinern ihn immer mehr zu etwas, das irgendwann hoffentlich nach Monosphere klingt und keine weitere Kategorisierung benötigt. 

Mit Leitmotiven spielen wir dabei immer wieder. Auch „Amnesia“ hat viele versteckte Details. Die sollen aber viel mehr selbst entdeckt werden.

Ihr habt euch erneut bewusst gegen Labelangebote entschieden und veröffentlicht Amnesia im Eigenvertrieb. Trotz wachsender internationaler Aufmerksamkeit bleibt ihr unabhängig. Ist diese Kontrolle über alle kreativen und strategischen Entscheidungen für euch ein zentraler Teil eurer Identität – vielleicht sogar eure größte Stärke?

Wir sind in einer absoluten Luxussituation, dass wir das machen konnten. Wir hätten den einfachen Weg wählen und zusagen können, unsere Musik und die Rechte daran verkaufen können. Aber keines der Angebote fühlte sich so an, dass wir das Gefühl hatten, damit den nächsten logischen Schritt zu gehen. Wir haben uns also für eine komplette Eigenfinanzierung entschieden, die enorm viel Geld kostet und unser privates Risiko natürlich nach oben treibt. Dafür haben wir keinen Druck. Kein Label, das in 2 Jahren unser nächstes Album erwartet. Kein A&R, der uns sagt, dass wir poppiger werden sollen.

Kein Manager, der uns zwingt TikTok-Videos zu drehen, um Tickets zu verkaufen. Nur wir selbst, die irgendwie versuchen alles einigermaßen gut hinzubekommen. Und ich glaube genau das ist am Ende wirklich unsere größte Stärke. Wir ziehen unser Ding durch. Wenn Leute das feiern, was wir selbst feiern, haben wir gewonnen. Dabei ist egal, ob es 50 oder 500 sind. Wir sind da realistisch und haben bereits jetzt mehr gerissen, als wir uns vor ein paar Jahren noch erhofft hatten. Wieso sollten wir also etwas an der Ethik ändern, nach der wir erfolgreich arbeiten? 

Monosphere werden oft dem Post- und Prog-Metal zugeordnet, aber auch andere Elemente erhalten regelmäßig Einzug in eure Musik. Denkt ihr beim Songwriting in Genres – oder entstehen eure Songs komplett frei von solchen Kategorien?

Genres spielen eine absolut untergeordnete Rolle. Wenn ich mich dem Songwriting widme, dann entstehen Dinge intuitiv. Ich hab sogar schon mal Melodien und Rhythmen geträumt. Meist aber ohne großen Output. Tatsächlich entsteht ein Großteil der Riffs vom Rumdudeln auf einer Gitarre, aber auch durch pure Imagination von Melodien und Rhythmen. Ich muss das nicht zwingend spielen, um es zu notieren, wenn ich weiß, was ich sagen will. Also entstehen manche Parts im Kopf und werden direkt getabt.

Meist nach Gefühl und Logik. Es hilft natürlich, dass ich viel Ahnung von Musiktheorie habe und mich generell als kreativen Menschen bezeichnen würde. Hin und wieder denke ich mir dann auch „hier braucht es jetzt einen Black Metal Part, hier brauche ich einen Breakdown, hier Atmosphäre, ein Cleanpart oder eine Pause“ – aber selten so übergeordnet, dass es erwähnenswert ist. Denn das Schlimmste für unser Songwriting wäre, wenn etwas forciert wirkt. Ich hab schon oft genug versucht einen Jazzpart irgendwo einzubauen, der aber einfach nicht funktioniert hat, weil ich es nicht gefühlt habe, aber unbedingt machen wollte.

Da muss man seine eigene Vision manchmal auch etwas hinten anstellen. Meist sind wir bandintern da aber auf einem guten Nenner, haben ein ähnliches Gespür und finden einen Weg. Außerdem hilft, dass Marlon mit frischem Input, Songmaterial und Ideen ebenfalls stark involviert ist und sich dieses Mal um den Großteil der Additionals gekümmert hat, die dem ganzen Album die Fläche geben. Ob Genres für ihn eine Rolle spielen, kann ich nicht genau sagen. Aber da zu viele Gedanken rein zu stecken, bringt uns am Ende eh nicht weiter.

Zum Abschluss auch für dich meine Lieblingsfrage: Wenn ihr euch etwas für die Death-, Hard- und Metalcore-Szene wünschen dürftet – was wäre das und warum?

Zum einen, und das betrifft primär die Bandebene: Dass Bands mehr miteinander arbeiten, weniger die Ellenbogen ausfahren und nicht zu sehr darauf beharren sich zu ständig mit anderen vergleichen. Es geht nicht immer nur um Streamingzahlen, es geht nicht um Supportslots oder Festivalauftritte. Eine Szene, die von Missgunst, Neid und Eifersucht dominiert wird, ist keine Szene, in der wir uns wohl fühlen. Supportet euch gegenseitig; freut euch mit anderen Bands; baut gemeinsam etwas auf; traut euch ihr selbst zu sein. Das ist viel nachhaltiger als ein kurzer Hype. 

Um aber auf die Frage näher einzugehen: Ich würde mir wünschen, dass die Menschen offener werden. Es wird immer so getan, als wäre die Metalszene die offenste und herzlichste der Welt. Selbes behauptet die Hardcore-Szene auch hin und wieder ganz gerne. Die Realität sieht aber anders aus. Natürlich kann man das als Band, die musikalisch irgendwo zwischen den Stühlen steht, auf die eigene Musik beziehen und sich wünschen, dass Leute offener für neue Musik, abseits des Mainstreams sind. Aber darum geht’s mir gar nicht: Die Szene ist immer noch voller Probleme.

Sexismus, Rassismus, Gewalt, Diskriminierung und Ausgrenzung sind alles Phänomene, die wir selbst über Jahre hinweg innerhalb dieser Szene beobachten mussten. Es wird besser und offener, aber es ist bei weitem nicht so, dass es nicht passiert. Wer etwas anderes behauptet ist – meiner Meinung nach – Teil des Problems. Wir müssen uns da alle an die eigene Nase fassen und mutig sein, Fehlverhalten auf Konzerten, Festivals oder auf sozialen Medien adressieren und uns für die stark machen, die es selbst nicht schaffen. Ich denke da an Crowdsurfing auf großen Events, überharte Moshpits, gespikte Drinks, gezielter Machtmissbrauch. In den letzten Jahren gab es einige solcher Fälle, die ans Tageslicht gekommen sind und zutiefst schockiert haben.

Leider nicht nur bei großen Bands, sondern bereits auf der lokalen Ebene, die vor unserer Proberaumtür anfängt. Wir haben alle eine Verantwortung gegenüber den Menschen, die uns umgeben. Ob auf der Bühne, im Publikum, an der Theke oder am Handy. Macht euch stark für Betroffene. Seid mutig und macht euren Mund auf. Denn Schweigen ist keine Option. 

Ihr habt richtig Bock auf Monosphere gekriegt?  Dann check unbedingt die German Metalcore Playlist aus.

Lasst uns gerne auf Instagram wissen, wen wir als nächstes als ‘Artist of the Month’ präsentieren sollen.

Yves // LEYKA

Leyka

Leyka

LEYKA ist eine aufstrebende Formation, die sich seit ihrer Gründung im Jahr 2022 einen festen Platz in der Szene erarbeitet hat. Die Band, bestehend aus Tom, Phil, Knaule, Fabri und Yves, steht für einen intensiven Sound, den sie bereits auf zwei beachtlichen Veröffentlichungen manifestiert haben. Mit ihrer Debüt-EP „Requiem“ (2023) und dem Nachfolger „Resurrection“ (2024) beweisen LEYKA ein feines Gespür für Atmosphäre und musikalische Weiterentwicklung.

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