VØID kämpfen in „Hurricane“ gegen das Chaos im eigenen Kopf

VØID kämpfen in „Hurricane“ gegen das Chaos im eigenen Kopf

2024 haben Marvin, Mark, Maurice und Maxi in Hannover VØID ins Leben gerufen. Seitdem verbinden die vier Metalcore mit Nu-Metal-Einflüssen und schaffen daraus ihren ganz eigenen Mix. Einflüsse von Bands wie Architects, Bring Me The Horizon oder Wage War sind dabei durchaus zu hören. Harte Breakdowns treffen auf cleane Vocals und Songs, bei denen es auch inhaltlich gerne etwas tiefer gehen darf.

Am 4. September 2026 haben VØID ihre neue Single „Hurricane“ veröffentlicht. Und der Titel passt ziemlich gut zu dem, was sich im Song abspielt. Denn hier dreht sich vieles um Gedanken, die irgendwann so laut werden, dass man selbst kaum noch weiß, wohin damit.

Wenn der eigene Traum plötzlich ins Wanken gerät

In „Hurricane“ geht es um Selbstzweifel, Frust und die Frage, ob man eigentlich noch hinter dem steht, was man selbst geschaffen hat. Besonders die eigene Musik, die einmal etwas bedeutet hat und für die man angefangen hat, wird plötzlich zur Belastung.

Texte fühlen sich nicht mehr richtig an, frühere Ziele rücken immer weiter weg und selbst die Musik schafft es irgendwann nicht mehr, Ordnung in das Chaos im Kopf zu bringen. Stattdessen dreht sich alles im Kreis. Man versucht, etwas zu ändern oder zu reparieren und hat gleichzeitig das Gefühl, damit alles nur noch schlimmer zu machen.

Genau dafür steht auch der Hurrikan im Song. Ein Gedanke bringt den nächsten mit sich, aus einem kleinen Zweifel werden plötzlich zehn weitere und irgendwann stellt man alles infrage. Bin ich überhaupt gut genug? Will ich noch dasselbe wie früher? Und habe ich auf dem Weg vielleicht genau das verloren, weshalb ich überhaupt angefangen habe?

Gerade gegen Ende wird dieses Gefühl nochmal deutlich. Ein Traum, der früher zum Greifen nah schien, fühlt sich plötzlich weit entfernt an. Und dann bleibt vor allem die Frage, ob er wirklich verschwunden ist oder ob man gerade selbst dabei ist, ihn aufzugeben.

Aus Frust wird innerhalb von zwei Stunden „Hurricane“

Dass hinter diesen Gedanken tatsächlich eine persönliche Geschichte steckt, macht „Hurricane“ nochmal interessanter. Entstanden ist der Song nämlich in einer Zeit, in der VØID stark an den eigenen musikalischen Fähigkeiten gezweifelt haben.

Auslöser dafür war ausgerechnet ein anderer Song. Bei „Losing Faith“ wollten die Gesangsaufnahmen einfach nicht so funktionieren, wie VØID es sich vorgestellt hatten. Es wurde immer wieder aufgenommen, ausprobiert und hinterfragt, bis der Song schließlich erst einmal zur Seite gelegt wurde.

Der Frust darüber war damit aber natürlich nicht weg. Stattdessen setzten sie sich hin und genau daraus entstand innerhalb von ungefähr zwei Stunden „Hurricane“. Alles, was zu diesem Zeitpunkt im Kopf herumging, landete in diesem Song: die Angst, musikalisch nicht gut genug zu sein, nicht weiterzukommen und irgendwann den Traum aus den Augen zu verlieren, für den man das alles überhaupt macht.

Fast schon passend ist, dass VØID später auch „Hurricane“ immer wieder hinterfragt haben. Der Song blieb zunächst liegen, obwohl der Produzent und Menschen aus dem Umfeld der Band schon früh davon überzeugt waren. Im Grunde passierte also genau das, wovon der Song selbst erzählt: Zweifel sorgten für noch mehr Zweifel.

Am Ende ist „Hurricane“ deshalb viel mehr als ein Song über eine schwierige Phase beim Musikmachen. Es geht um diesen Moment, in dem man sich selbst im Weg steht und plötzlich alles infrage stellt, was einem eigentlich wichtig ist. Gleichzeitig zeigt die Geschichte hinter dem Song aber auch, dass solche Gedanken nicht automatisch das Ende bedeuten müssen. Manchmal muss man sich eben erst durch das ganze Chaos im Kopf kämpfen, um wieder zu merken, warum man überhaupt angefangen hat.

Tine

Tine Blessing

Tine ist die Inhaberin und Chefredakteurin des Paranoyd Magazins. Als Herz und Kopf des Magazins hält sie alle Fäden zusammen, schreibt leidenschaftliche Reviews und berichtet über aktuelle Szene-News. Zudem ist sie als Konzertfotografin schwerpunktmäßig im Raum Stuttgart aktiv.

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