The Pretty Reckless: Taylor Momsen über neues Album „Dear God“

The Pretty Reckless vor begeistertem Publikum beim Konzert © Marc Blessing

Taylor Momsen gewährt im JJO Discover New Music Podcast tiefe Einblicke in die Entstehungsgeschichte von „Dear God“. Das fünfte Studioalbum der US-amerikanischen Rockband The Pretty Reckless erschien im vergangenen Monat über Fearless Records und zeigt die Band von ihrer bislang wohl persönlichsten Seite. Wer den Werdegang der Formation seit dem Debüt „Light Me Up“ aus dem Jahr 2010 verfolgt hat, erkennt deutlich, wie sich sowohl der Sound als auch die inhaltliche Ausrichtung über die Jahre weiterentwickelt haben.

Taylor Momsen: „Ich mache Musik und schreibe Songs für mich“

„Ich mache Musik und schreibe Songs für mich. Es ist schon mein ganzes Leben lang dieses Werkzeug, das es mir ermöglicht, mein Leben und wer ich bin zu verarbeiten. Je mehr Leben ich gelebt habe, desto mehr gibt es, woraus ich schöpfen kann.“

Momsen betont außerdem, dass The Pretty Reckless nie Musik nach den Vorstellungen eines Labels geschrieben hätten. Unabhängig davon, ob die Band bei einem Major- oder Independent-Label unter Vertrag stand, sei sie stets ihren eigenen kreativen Weg gegangen.

Die Arbeiten an den neuen Stücken fühlten sich laut der Sängerin vollkommen natürlich an. Ohne kalkuliertes Vorgehen verarbeitete Momsen Gedanken und Erlebnisse, die wie Einträge aus ihrem persönlichen Tagebuch wirken. Erst einen Tag vor der Veröffentlichung wurde ihr bewusst, wie offen und unzensiert sie sich auf diesem Album präsentiert. Angst vor dieser Verletzlichkeit habe sie jedoch nicht, denn der gesamte Entstehungsprozess sei für sie äußerst befreiend gewesen. Wie sie selbst beschreibt, gebe es „keine verschlossenen Türen mehr“ und nichts, was sie vor den Hörern verberge.

Das Album entstand in einer Lebensphase, in der Momsen nach eigener Aussage gelernt hat, alle Facetten ihrer eigenen Geschichte anzunehmen. Genau diese Offenheit prägt den Charakter von „Dear God“ und macht das Album zu einem der persönlichsten Werke der Band.

Im Vergleich zu früheren Veröffentlichungen rückt diesmal das Songwriting noch stärker in den Mittelpunkt. Für Momsen bleibt Musik vor allem ein persönliches Werkzeug, um ihr Leben, ihre Erfahrungen und ihren Blick auf die Welt zu verarbeiten – nicht ein Produkt, das sich nach den Erwartungen einer Plattenfirma oder aktuellen Markttrends richtet.

Verlässliches Produzenten-Team im Geiste der Beatles

Bei den Aufnahmen zu „Dear God“ setzte die Band erneut auf bewährte Strukturen und die enge Zusammenarbeit innerhalb der eigenen Reihen. Die Produktion übernahmen Taylor Momsen, Gitarrist Ben Phillips und Toningenieur Jonathan Wyman. Seit dem Tod ihres langjährigen Produzenten Kato Khandwala, den Momsen als „fünftes Bandmitglied“ beschreibt, vertraut die Band auf dieses eingespielte Trio.

Angelehnt an die Arbeitsweise der Beatles möchte The Pretty Reckless langfristig mit einem festen Produzenten-Team wachsen – ähnlich wie die legendäre Zusammenarbeit mit George Martin. Statt regelmäßig neue Produzenten einzubinden, soll sich der gemeinsame Sound kontinuierlich weiterentwickeln. Laut Momsen geben die Songs selbst vor, wie sie am Ende klingen müssen. Aufgabe des Produktionsteams sei es, diese musikalische Vision möglichst authentisch umzusetzen.

Mit der Single „For I Am Death“ erreichte The Pretty Reckless ihre achte Nummer-eins-Platzierung in den Billboard Mainstream Rock Charts. Damit ist die Band die erste Rockband mit einer Frontfrau, die acht Nummer-eins-Hits in den Billboard Mainstream Rock Charts erreichte.

Welttournee nach zwei Jahren mit AC/DC

Mit den Singles „For I Am Death“, „When I Wake Up“ und „Love Me“ startet das Quartett nun seine weltweite „Dear God“-Headlinertour. Die Tour folgt auf die zweijährige „Power Up“-Welttournee, bei der The Pretty Reckless AC/DC als Support begleiteten.

Darüber hinaus trat die Band bei der 2026 MusiCares Person Of The Year Gala auf, bei der Taylor Momsen gemeinsam mit den Foo Fighters die diesjährige Preisträgerin Mariah Carey würdigte. Bereits 2025 stand sie außerdem bei der Rock And Roll Hall Of Fame gemeinsam mit Soundgarden auf der Bühne.

Seit dem Debütalbum „Light Me Up“ hat sich The Pretty Reckless mit Songs wie „Heaven Knows“ international einen Namen gemacht und zählt heute zu den erfolgreichsten modernen Rockbands mit weiblicher Front.

Quelle: JJO Discover New Music Podcast

Marc Blessing paranoyd

Marc Blessing

Marc ist Webmaster, Chefredakteur und Fotograf des Paranoyd Magazins. Als Spezialist für Rock und Metal News sowie Hausfotograf des LKA Longhorns verbindet er Szenekenntnis mit technischem Know-how. Er liefert authentische Konzertberichte, professionellen Content und prägt seit Beginn Qualität, Glaubwürdigkeit und digitale Stärke des Paranoyd Magazins.

Paranoyd Magazin