SABATON gehören seit Jahren zur Spitze des Heavy Metal, doch trotz ausverkaufter Arenen und weltweiter Erfolge arbeitet die Band bis heute ohne externes Management. In einem neuen Interview spricht Bassist Pär Sundström offen darüber, warum SABATON konsequent auf Selbstorganisation setzen, wie sich der Do-it-yourself-Ansatz über Jahrzehnte entwickelt hat und weshalb der langsame, harte Weg nach oben die Band bis heute prägt.
„Am Anfang wussten wir eigentlich gar nicht, was wir da tun“, erinnert sich Sundström im YouTube Interview mit dem Bass Musician, statt großer Pläne stand pragmatisches Handeln im Vordergrund. Songs schreiben, Auftritte organisieren, Plakate entwerfen. Schritt für Schritt eignete sich die Band alles selbst an. Vom Grafikdesign über Buchhaltung bis hin zu rechtlichen Fragen. Lernen durch Machen wurde zur Maxime.
Mit den Jahren wuchs nicht nur die Band, sondern auch die Verantwortung. Heute kontrolliert SABATON nahezu jeden Aspekt ihres Geschäfts selbst. Eigenes Festival, eigene Kreuzfahrt, eigener Radiosender, eigenes Magazin. Dazu komplette Kontrolle über Merchandise, Marketing, Tourlogistik und sogar Labelstrukturen. „Wir haben Lösungen für fast alles selbst gefunden“, so Sundström. Beratung von außen habe es kaum gegeben.
Besonders stolz ist der Bassist auf den langsamen, aber stetigen Weg nach oben. Während viele den Eindruck hätten, SABATON seien „über Nacht“ groß geworden, spricht Sundström von einem Prozess über zwei Jahrzehnte. Von Shows vor fünf Leuten bis hin zu ausverkauften Arenen mit über 17.000 Fans. „Wir sind jede einzelne Stufe gegangen“, sagt er. „Und genau das macht uns so stolz.“
Auch Sänger Joakim Brodén betonte bereits in früheren Interviews, dass externe Manager nie wirklich funktioniert hätten. „Niemand wird sich jemals so sehr um SABATON kümmern wie wir selbst“, erklärte Brodén. Stattdessen baute die Band ein eigenes Team auf, das intern alle Bereiche abdeckt. Besonders das selbst organisierte Merchandise sei extrem arbeitsintensiv, aber im Nachhinein eine der besten Entscheidungen gewesen.
SABATON starteten ihre aktuelle „The Legendary Tour“ im November 2025 in der Kölner Lanxess Arena. Die Tour begleitet das elfte Studioalbum „Legends“, das am 17. Oktober 2026 erschienen ist. Das Album widmet sich ikonischen historischen Persönlichkeiten wie Jeanne d’Arc, Napoleon Bonaparte, Julius Caesar und Miyamoto Musashi und erscheint in zahlreichen physischen Sammlerformaten, darunter elf verschiedene Vinyl-Editionen.
Auch 2026 bleibt die Band auf Erfolgskurs. Eine umfangreiche Nordamerika-Tour mit 31 Terminen führt SABATON ab Februar durch die USA und Kanada. Trotz aller Größe und Auszeichnungen bleibt eines unverändert: Der Antrieb, Dinge selbst in die Hand zu nehmen. „Wir haben uns das alles erarbeitet“, sagt Sundström. „Und jeden Abend vor diesen Menschen zu stehen, fühlt sich immer noch unglaublich an.“
Quelle: Bass Musician Magazine
Marc Blessing
Marc ist, Webmaster, Chefredakteur und Fotograf des Paranoyd Magazins. Als Spezialist für News, Hausfotograf für das LKA Longhorn und IMAGO-Contributor verbindet er tiefgreifende Rock-Expertise mit technischem Know-how. Marc liefert authentische Konzertberichte, Profi-Content sowie pointierte Kolumnen und bildet von Beginn an das journalistische und technische Fundament von Paranoyd.

