Rush: Geddy Lee schwärmt von Anika Nilles

Rush: Geddy Lee schwärmt von Anika Nilles

Nach über einem Jahrzehnt Stille meldet sich eine der prägendsten Progressive-Rock-Bands der Geschichte eindrucksvoll auf der Bühne zurück. Beim Comeback-Auftritt bei den Juno Awards 2026 in Hamilton sorgten Rush nicht nur für Gänsehaut, sondern präsentierten zugleich ein neues Kapitel ihrer Bandgeschichte: Schlagzeugerin Anika Nilles steht nun an der Seite von Geddy Lee und Alex Lifeson.

Schon im Vorfeld war klar, dass dieser Moment mehr ist als nur ein nostalgischer Rückblick. Es ist ein bewusster Schritt nach vorne – mit Respekt vor der Vergangenheit und einem klaren Blick in die Zukunft.

Rush und Anika Nilles: Eine perfekte musikalische Verbindung

Geddy Lee fand auf der Pressekonferenz deutliche Worte für die Zusammenarbeit mit der deutschen Ausnahme-Drummerin. Über ein Jahr hinweg probten Rush immer wieder gemeinsam mit Nilles – ein Prozess, der sich offenbar mehr als ausgezahlt hat.

Lee beschreibt die Zusammenarbeit als außergewöhnlich harmonisch: Nilles bringe nicht nur technisches Können mit, sondern auch Persönlichkeit, Energie und eine enorme Spielfreude. Besonders betonte er, dass sie die einzige Schlagzeugerin gewesen sei, mit der die Band überhaupt gearbeitet habe – und dass sie sich schnell als „perfekte Wahl“ herausgestellt habe.

Diese Aussage wiegt schwer, wenn man bedenkt, welches Erbe sie antritt.

Das Erbe von Neil Peart bleibt unantastbar

Der Tod von Neil Peart im Jahr 2020 hinterließ eine Lücke, die kaum zu füllen ist. Für viele Fans gilt er als einer der größten Schlagzeuger aller Zeiten. Auch Geddy Lee macht unmissverständlich klar: Peart ist unersetzlich.

Und dennoch: Musik entwickelt sich weiter. Genau diesen Gedanken greifen Rush nun auf. Lee ist überzeugt, dass Peart die Entscheidung für Anika Nilles mit einem gewissen Augenzwinkern betrachten würde – vielleicht mit einem Lächeln und einem zustimmenden Nicken.

Statt zu versuchen, das Unmögliche zu kopieren, geht die Band einen anderen Weg: Sie versteht die neue Besetzung als Hommage an das Vermächtnis ihres verstorbenen Bandkollegen.

Intensive Vorbereitung auf die „Fifty Something“-Tour

Die kommende Tour trägt den vielsagenden Titel „Fifty Something“ und wird alles andere als eine gewöhnliche Reunion-Tour. Rush gehen die Vorbereitung mit einer Ernsthaftigkeit an, die selbst für ihre Verhältnisse außergewöhnlich ist.

Alex Lifeson erklärte, dass die Band diesmal rund ein Jahr lang intensiv probt, bevor überhaupt das erste Konzert stattfindet. Ziel ist es, vom ersten Moment an auf absolutem Top-Niveau zu performen.

Für Anika Nilles bedeutet das eine enorme Herausforderung. Während Lee und Lifeson auf jahrzehntelange Erfahrung mit dem Material zurückgreifen können, beginnt sie bei vielen Songs praktisch bei null – und das unter den kritischen Augen einer leidenschaftlichen Fanbase.

Doch genau hier zeigt sich ihre Stärke: Disziplin, musikalisches Verständnis und ein beeindruckender Arbeitsethos machen sie zur idealen Besetzung.

Vom Geheimtipp zur Rush-Drummerin

Die Geschichte, wie Anika Nilles zu Rush kam, wirkt fast wie ein klassischer Zufall – allerdings einer mit Folgen. Ein entscheidender Impuls kam von Geddy Lees Bass-Techniker, der zuvor mit Jeff Beck auf Tour war und dort Nilles’ Spiel aus nächster Nähe erlebt hatte.

Nach ersten Recherchen, Videosichtungen und einem erfolgreichen Zoom-Call folgte schließlich ein geheimes Treffen in Kanada. Schon nach wenigen Tagen war klar: Das passt.

Diese organische Entwicklung unterstreicht, dass es sich nicht um eine kurzfristige Entscheidung handelt, sondern um eine wohlüberlegte musikalische Partnerschaft.

Große Tourpläne und weltweite Nachfrage

Die Nachfrage nach Rush ist ungebrochen. Die ersten 22 Shows der Tour waren innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Mittlerweile wurde die Tour massiv erweitert: 58 Konzerte in 24 Städten stehen für 2026 auf dem Plan, mit über einer halben Million verkaufter Tickets.

Auch Europa darf sich freuen: Für 2027 wurden bereits Termine angekündigt. Es wird die erste Europatour der Band seit 2013 sein. Geplant sind 24 Shows in 13 Ländern – mit einem besonderen Konzept.

Jeder Abend soll zwei Sets umfassen, wobei die Setlists variieren und aus einem Katalog von über 40 Songs zusammengestellt werden. Für Fans bedeutet das: kein Konzert gleicht dem anderen.

Ein neues Kapitel mit Respekt vor der Vergangenheit

Rush zeigen eindrucksvoll, wie man als legendäre Band einen sensiblen Übergang meistern kann. Statt Stillstand oder reiner Nostalgie setzen sie auf Weiterentwicklung – ohne ihre Wurzeln zu vergessen.

Anika Nilles bringt frischen Wind, ohne das Fundament der Band zu erschüttern. Genau diese Balance könnte der Schlüssel sein, warum dieses Comeback nicht nur funktioniert, sondern sich bereits jetzt wie ein bedeutender Moment der Rockgeschichte anfühlt.

Quelle: 92.9 The Grand 

Marc Blessing paranoyd

Marc Blessing

Marc ist Webmaster, Chefredakteur und Fotograf des Paranoyd Magazins. Als Spezialist für News, Hausfotograf des LKA Longhorns und IMAGO-Contributor verbindet er tiefgreifende Rock-Expertise mit technischem Know-how. Marc liefert authentische Konzertberichte, professionellen Content sowie pointierte Kolumnen und bildet von Beginn an das journalistische und technische Fundament vom Paranoyd-Magazin.

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