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Rob Halford über den Verlust von Ozzy Osbourne: „Ich habe mich zusammengerollt und nur geweint!“

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Credit: Marc Blessing

Als am 22. Juli 2025 die Nachricht vom Tod Ozzy Osbournes die Runde machte, schien die Welt des Heavy Metal für einen Moment stillzustehen. Millionen Fans weltweit trauerten um den „Prince of Darkness“. Auch Rob Halford, Frontmann von JUDAS PRIEST und langjähriger Wegbegleiter Ozzys, wurde schwer von dieser Nachricht getroffen.

In einem bewegenden Interview mit WRIF Detroit erinnerte sich der „Metal God“ an den Moment, als er vom Tod seines Freundes erfuhr:


Ich war in einem Hotelzimmer in Leeds. Als das Telefonat vorbei war, ließ ich mich einfach aufs Bett fallen, rollte mich zusammen und habe stundenlang nur geweint. Ich konnte es nicht fassen – und ehrlich gesagt, bis heute fällt es mir schwer, es wirklich zu glauben. Ozzy Osbourne war mehr als nur ein Sänger. Er war eine lebende Legende, ein Freund, und eine Seele, die unser aller Leben geprägt hat.“

Ein Konzert im Zeichen der Trauer

Trotz des Schocks stand für Judas Priest am Tag nach Ozzys Tod ein Konzert in Scarborough an. Für Rob Halford und seine Band eine emotionale Zerreißprobe. Als „Giants In The Sky“ erklang – eine Hymne vom aktuellen Album Invincible Shield, die allen verstorbenen Größen des Rock und Metal gewidmet ist – widmete Rob den Song spontan auch Ozzy.

Normalerweise erinnern wir darin an Ronnie James Dio, Lemmy, Chris Cornell oder Freddie Mercury“, erklärte Halford. „An diesem Abend haben wir Ozzy hinzugefügt. Die Emotionen waren überwältigend. Das Publikum hat ‚Ozzy, Ozzy, Ozzy‘ gerufen, während wir spielten. Da wurde mir klar, wie groß die Liebe für ihn ist – und dass sie niemals aufhören wird.

Ein Mensch voller Wärme und Humor

Halford beschrieb Ozzy Osbourne nicht nur als Ikone, sondern vor allem als einen Menschen, der trotz aller Exzesse und Skandale eine unerschütterliche Freundlichkeit besaß:

Ozzy war die Verkörperung von Güte. Nach Shows fragte er mich immer: ‚Hattest du eine gute Zeit? Wirklich? Dieses ehrliche Interesse war keine Pose, es war echt. Er wollte, dass jeder das Leben feiert – und das macht ihn unsterblich.“

Für Rob Halford war Ozzy stets eine Art „größerer Bruder“. Er erinnert sich daran, wie er schon in den frühen Tagen von Judas Priest voller Ehrfurcht zu Black Sabbath aufblickte:

Wir kamen aus derselben Gegend, aus denselben Arbeitervierteln. SABBATH und PRIEST haben dieses Genrequasi parallel erschaffen. Aber wenn ich Ozzy traf, war ich immer noch wie ein Fanboy. Da stand dieser Mann, dessen Stimme den Heavy Metal definiert hat.

Gemeinsame Momente auf der Bühne

Die Wege von Rob Halford und Ozzy Osbourne kreuzten sich mehrmals auf den großen Bühnen der Welt. Legendär bleiben die beiden Black-Sabbath-Shows 1992 in Costa Mesa, bei denen Halford einsprang, nachdem Ronnie James Dio nicht auftreten wollte. Ebenso unvergessen: Ozzfest 2004, als Halford Ozzy kurzfristig ersetzen musste, weil dieser krankheitsbedingt ausfiel.

„Der Song ‚Black Sabbath‘ war für mich immer ein Gänsehautmoment“, so Halford. „Er ist wahrscheinlich das düsterste, bösartigste Stück Musik, das je geschrieben wurde. Wenn Ozzy es sang, veränderte er sich komplett. Man spürte, wie er in eine andere Dimension eintauchte. Ich selbst bekam jedes Mal Gänsehaut, wenn ich ihn oder auch mich selbst diese Worte singen hörte.“

Ein Erbe für die Ewigkeit

Dass Rob Halford Ozzy bis zuletzt verehrte, zeigt sich auch in seiner Musikauswahl: Das 1970 erschienene Debüt Black Sabbath bezeichnete er mehrfach als eine Platte, die er auf einer einsamen Insel für den Rest seines Lebens hören könnte. „Dieses Album war der Startschuss für alles, was wir heute Heavy Metal nennen. Ozzys Stimme, der Sound, die Atmosphäre – ohne diese Platte gäbe es uns alle nicht.“

Für Halford ist klar: Ozzys Musik wird nie verstummen. „Wir müssen feiern, um mit der Trauer umzugehen. Das ist es, was Ozzy gewollt hätte: Party, Rock’n’Roll, Freude. Seine Songs sind unsterblich, seine Energie lebt in uns allen weiter. Er wird immer bei uns sein – in jeder Note, die wir spielen.“

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Marc Blessing paranoyd

Marc Blessing

Marc ist, Webmaster, Chefredakteur und Fotograf des Paranoyd Magazins. Als Spezialist für News, Hausfotograf für das LKA Longhorn und IMAGO-Contributor verbindet er tiefgreifende Rock-Expertise mit technischem Know-how. Marc liefert authentische Konzertberichte, Profi-Content sowie pointierte Kolumnen und bildet von Beginn an das journalistische und technische Fundament von Paranoyd.

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