PINHEAD: Album im November und neuer Song „Lament Box“ mit Soulbound

PINHEAD, Beauty in Pain, Paranoyd Magazin

Wenn eine kleine Puzzlebox plötzlich zur großen Metapher wird, dann steckt meist mehr dahinter als nur ein nettes Horror-Zitat. Mit „Lament Box“ greifen PINHEAD den Mythos rund um Hellraiser auf – und drehen ihn in eine ziemlich unbequeme Richtung.

Zwischen Reiz und Leere

Die berühmte „Lament Configuration“ steht hier nicht nur für Neugier, sondern für diesen nie endenden Drang nach mehr. Mehr Input, mehr Ablenkung, mehr Gefühl. Ilja John Lappin packt genau da an und stellt eine Frage, die hängen bleibt: Warum suchen wir ständig nach neuen Türen, obwohl wir längst wissen, dass dahinter selten das wartet, was wir uns erhoffen?

Gerade in einer Welt voller Möglichkeiten wirkt dieses „Es reicht nie“ fast schon paradox. Alles ist verfügbar – und trotzdem bleibt dieses leise Ziehen im Hintergrund. Genau dieses Gefühl übersetzt der Song in Sound: ein ständiges Drehen, ein nervöses Tasten, als würde man versuchen, ein Rätsel zu lösen, das gar keine Lösung hat.

Für „Lament Box“ haben sich PINHEAD Verstärkung geholt: Johnny von SOULBOUND übernimmt rund die Hälfte der Vocals und bringt eine zusätzliche Facette rein. Kennengelernt hat man sich Ende 2025 auf Tour, und schnell gemerkt, dass die Themen ziemlich ähnlich ticken.

Auch Mario von SOULBOUND war am Songwriting beteiligt. Der Track hat sich dadurch deutlich verändert: weniger ausufernd, dafür fokussierter und auf den Punkt. Genau diese Straffung tut dem Song hörbar gut.

Passend zum Sound gibt’s auch ein Video, das die Stimmung perfekt einfängt. Gedreht wurde in einer engen Industrial-Location, irgendwo zwischen Katakombe und Maschine. Ketten, kaltes Licht, wenig Raum zum Atmen – das fühlt sich eher nach Ritual als nach klassischem Clip an.

„Beauty In Pain“ geht noch tiefer

Mit dem kommenden Album „Beauty In Pain“ (VÖ: 13. November 2026) gehen PINHEAD noch einen Schritt weiter. Statt nur Momentaufnahmen zu liefern, zieht sich ein roter Faden durch das gesamte Werk.

Die Idee dahinter: eine Art Abstieg durch die „12 Steps of Pain“. Kein klassisches Konzeptalbum mit klarer Story, sondern eher eine Entwicklung, die sich Stück für Stück entfaltet. Illusionen bröckeln, Sicherheiten verlieren an Gewicht, und am Ende bleibt vor allem eins: Klarheit.

Musikalisch wird das Ganze ziemlich breit aufgestellt. Metalcore trifft auf Death-Einflüsse, dazu kommen elektronische Elemente und düstere Industrial-Vibes. Gleichzeitig gibt es immer wieder ruhige Momente, die Raum lassen, bevor es wieder nach vorne geht.

Unterm Strich wirkt „Beauty In Pain“ wie ein spätes Erwachen. Kein großes Finale, kein erhobener Zeigefinger. Eher ein ehrlicher Blick darauf, was übrig bleibt, wenn man die ganzen Schichten einmal abträgt.

Und genau da setzt auch „Lament Box“ an: Wir wissen längst, dass die Tür nichts löst. Aber wir drehen trotzdem weiter daran.

Tine

Tine Blessing

Tine ist die Inhaberin und Chefredakteurin des Paranoyd Magazins. Als Herz und Kopf des Magazins hält sie alle Fäden zusammen, schreibt leidenschaftliche Reviews und berichtet über aktuelle Szene-News. Zudem ist sie als Konzertfotografin schwerpunktmäßig im Raum Stuttgart aktiv.

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