Palebloom sind noch eine recht junge Band. Gegründet Ende 2024, haben sie sich mit ihrem Mix aus Emo und Post-Hardcore innerhalb kurzer Zeit erste Clubshows und Festivalauftritte erspielt. Dabei geht es der Band nicht nur um Musik. Persönliche und gesellschaftliche Themen gehören genauso dazu wie eine klare Position für Gleichberechtigung und Inklusion.
Mit „Maybe I’m Not That Alright“ geben Palebloom jetzt den ersten Vorgeschmack auf ihre gleichnamige Debüt-EP, die am 30. Oktober 2026 erscheint. Die Single zeigt zunächst die melodischere und atmosphärischere Seite der Band, bevor Screams und härtere Passagen immer mehr Raum bekommen.
Wenn das Lächeln nicht mehr zur Stimmung passt
Inhaltlich dreht sich „Maybe I’m Not That Alright“ um Selbstzweifel, innere Erschöpfung und den Versuch, nach außen trotzdem irgendwie den Eindruck zu vermitteln, dass alles okay ist.
Das Lächeln wird dabei mehr und mehr zur Fassade. Dahinter sieht es ganz anders aus: negative Gedanken, Unzufriedenheit mit sich selbst und das Gefühl, eigentlich längst nicht so weit zu sein, wie man vielleicht dachte.
Genau hier greift der Song einen Gedanken auf, den wahrscheinlich viele kennen. Man arbeitet an sich, glaubt, bestimmte Dinge endlich hinter sich gelassen zu haben, und plötzlich sind all diese Gefühle wieder da. Fast so, als wäre man wieder ganz am Anfang angekommen.
Palebloom versuchen dabei gar nicht erst, am Ende eine einfache Lösung zu präsentieren. Kein „Alles wird gut“ und auch kein künstlicher Hoffnungsschimmer. Stattdessen bleibt „Maybe I’m Not That Alright“ bei diesem Zustand und lässt ihn genau so stehen.
Das letzte Licht gehört jemand anderem
Neben den eigenen Selbstzweifeln spielt noch ein weiterer Mensch eine wichtige Rolle. Obwohl man selbst kaum noch Kraft hat, möchte man für diese Person da sein. Gleichzeitig wächst aber die Angst, ihr mit den eigenen Problemen weh zu tun oder ihr irgendwann nicht mehr das geben zu können, was sie verdient.
Besonders die Aussage „This last light is for you“ bringt diesen Konflikt ziemlich gut auf den Punkt. Selbst wenn man den Halt verliert und kaum noch etwas Positives in sich selbst sieht, bleibt da trotzdem noch etwas, das man einem anderen Menschen geben möchte.
Darin steckt aber auch die Erkenntnis, dass diese Person keine Schuld an den eigenen inneren Kämpfen trägt. Vielleicht verdient sie sogar etwas Besseres, während man selbst gerade nicht weiß, wie man überhaupt mit sich selbst klarkommen soll.
Musikalisch passt das richtig gut zur Geschichte. Klarer Gesang und melancholische Passagen geben den Gefühlen zunächst viel Raum, während Screams und härtere Emo-/Post-Hardcore-Elemente die Anspannung immer weiter steigern. Spätestens im Breakdown bekommt schließlich all das Luft, was sich vorher Stück für Stück angestaut hat.
Zwischen Selbstzweifeln und einem letzten Licht
„Maybe I’m Not That Alright“ ist einer dieser Songs, bei denen Text und Musik richtig gut zusammenspielen. Die melancholische Stimmung zieht sich durch den Track, während die härteren Momente genau dann kommen, wenn sich auch inhaltlich immer mehr anstaut.
Palebloom machen daraus keine Geschichte mit Happy End. Stattdessen darf der Song schwer sein und genau diese Unsicherheit stehen lassen. Gleichzeitig sorgt das „letzte Licht“ dafür, dass zwischen all den Selbstzweifeln doch etwas bleibt, an dem man sich festhalten kann.
Als erster Vorgeschmack auf die Debüt-EP macht „Maybe I’m Not That Alright“ auf jeden Fall neugierig darauf, welche Seiten Palebloom am 30. Oktober noch zeigen werden.
Tine Blessing
Tine ist die Inhaberin und Chefredakteurin des Paranoyd Magazins. Als Herz und Kopf des Magazins hält sie alle Fäden zusammen, schreibt leidenschaftliche Reviews und berichtet über aktuelle Szene-News. Zudem ist sie als Konzertfotografin schwerpunktmäßig im Raum Stuttgart aktiv.

