Am 25. September 2026 hat die Kölner Post-Hardcore-Band Palebloom mit „Done To Me“ den zweiten Song ihrer kommenden Debüt-EP veröffentlicht. „Maybe I’m Not That Alright“ erscheint am 30. Oktober 2026.
Treibender Emo-Punk trifft auf Post-Hardcore, Screams und eine Energie, die der Frustration hinter dem Song kaum Luft zum Atmen lässt. Nach der ersten Single „Maybe I’m Not That Alright“ zeigen Palebloom damit eine weitere Seite ihrer Musik.
Der erste Song hat in den vergangenen Wochen auch Menschen außerhalb der bisherigen Hörerschaft erreicht und Palebloom mehr Aufmerksamkeit beschert. Mit „Done To Me“ geht es nun inhaltlich einen Schritt weiter. Während sich die erste Single damit beschäftigt, trotz persönlicher Fortschritte wieder in alte emotionale Tiefen zurückzufallen, richtet sich der Blick diesmal stärker auf die Ursachen solcher Verletzungen.
Damit greift „Done To Me“ auch eines der zentralen Themen der kommenden EP auf: die langfristigen Folgen von Grenzüberschreitungen und die Frage, warum ausgerechnet die Betroffenen oft noch Jahre später mit ihnen kämpfen müssen.
Wenn die Folgen bleiben, aber die Verantwortung ausbleibt
In „Done To Me“ geht es um eine schmerzhafte Erfahrung, die auch lange danach noch ihre Spuren hinterlässt. Während die Person, die dafür verantwortlich ist, scheinbar unbeschwert weitermacht, bleiben Wut, Selbstzweifel und jede Menge unbeantwortete Fragen zurück.
Besonders bitter ist dabei der Gedanke, sich Jahre später in einer Therapie erneut mit dem Erlebten beschäftigen zu müssen. Alte Situationen werden wieder und wieder durchgegangen, Erinnerungen kommen hoch und auch die Frage nach der eigenen Schuld lässt sich nicht so einfach abschütteln. Ob sich die andere Person jemals mit ihrem Verhalten auseinandergesetzt hat, bleibt dagegen offen.
Mit der Zeile „Have you ever been to therapy / Mulled over what you’ve done to me?“ bringt der Song genau diese Ungerechtigkeit zur Sprache. Es klingt weniger nach einer Frage, auf die tatsächlich eine Antwort erwartet wird, als nach der Wut darüber, dass die Folgen so ungleich verteilt sind.
Dabei geht es nicht allein um das Verhalten einer einzelnen Person. Palebloom sprechen auch an, wie Grenzüberschreitungen verharmlost werden können und wie schwer es für Betroffene sein kann, gehört zu werden. Zu den Erinnerungen kommen dann noch Fragen, die eigentlich niemand allein mit sich ausmachen sollte: Hätte sich die Situation verhindern lassen? Würde jemand glauben, was passiert ist? Und hätte jemand helfen können?
„Done To Me“ lässt diese Fragen bewusst stehen. Eine einfache Antwort oder ein versöhnliches Ende gibt es hier nicht.
Ein Song zwischen Wut und Selbstzweifeln
Auch musikalisch lassen Palebloom der angestauten Frustration viel Raum. Der Mix aus Emo-Punk und Post-Hardcore bringt ordentlich Bewegung in den Song, während Maries Screams den Gefühlen dahinter noch mehr Nachdruck verleihen.
Gerade der Wechsel zwischen Wut und Hilflosigkeit macht „Done To Me“ so intensiv. Da ist der Wunsch, die verantwortliche Person zur Rede zu stellen, gleichzeitig aber auch die Unsicherheit, ob ein solches Gespräch überhaupt etwas ändern würde. Die Gedanken kreisen weiter, obwohl das Erlebte längst in der Vergangenheit liegt.
Fazit:
„Done To Me“ ist emotional, wütend und keine leichte Kost. Palebloom sprechen ein Thema an, über das viele Menschen nur schwer reden können, und lassen dabei auch die unangenehmen Gefühle zu. Die Wut darf da sein, genauso wie die Selbstzweifel und die Fragen, auf die es vielleicht nie eine Antwort geben wird.
Vor allem Leas Screams gehen unter die Haut. Man hört die Verzweiflung und den Frust in ihrer Stimme und merkt, wie viel hinter diesem Song steckt. Zusammen mit der Energie der Musik entsteht ein Track, der einen auch nach dem letzten Ton noch beschäftigt.
Besonders gut finde ich, dass bei Palebloom auch solche emotionalen und sensiblen Themen ihren Platz finden. Denn gerade für Menschen, die Ähnliches erlebt haben, kann Musik unglaublich viel bedeuten. Sie kann Halt und Kraft geben und vor allem das Gefühl vermitteln, mit den eigenen Gedanken und Erfahrungen nicht allein zu sein. Vielleicht finden sich einige in „Done To Me“ wieder und fühlen sich durch den Song ein Stück weit verstanden.
Mit „Done To Me“ machen Palebloom außerdem neugierig auf ihre Debüt-EP. Die beiden bisherigen Singles erzählen unterschiedliche Seiten einer größeren Geschichte. Wie sich diese auf „Maybe I’m Not That Alright“ weiterentwickelt, erfahren wir am 30. Oktober.
Tine Blessing
Tine ist die Inhaberin und Chefredakteurin des Paranoyd Magazins. Als Herz und Kopf des Magazins hält sie alle Fäden zusammen, schreibt leidenschaftliche Reviews und berichtet über aktuelle Szene-News. Zudem ist sie als Konzertfotografin schwerpunktmäßig im Raum Stuttgart aktiv.
Mehr zu dieser Band


Palebloom & Lifespark „Fingers Crossed“ – Ein Song-Feature, bei dem Nähe leise zerbricht

