Die Musikwelt verneigt sich vor dem „Prince of Darkness“: Am Samstagabend, den 28.02.2026, wurde OZZY OSBOURNE im Rahmen der BRIT Awards in Manchester posthum mit dem Lifetime Achievement Award geehrt. Es war ein hochemotionaler Moment in der Co-op Live Arena, der einmal mehr verdeutlichte, welche Lücke der im vergangenen Juli verstorbene Rock-Haudegen hinterlassen hat. Dass diese Ehre ausgerechnet in seiner britischen Heimat so zelebriert wurde, hätte dem Madman sicher ein schelmisches Grinsen entlockt.
Den Auftakt der Hommage machte keine Geringere als Country-Ikone Dolly Parton, die per Videobotschaft aus Nashville zugeschaltet war. Mit gewohnt herzlichen Worten unterstrich sie Ozzys Status als absolutes Unikat: „Ozzy Osbourne hat sein ganzes Leben der Musik gewidmet und sein Erbe hat einen bleibenden Abdruck im Gefüge der Musikliebhaber überall hinterlassen.“ Sie hob besonders seine Liebe zur Theatralik und seine Gabe hervor, jede Gelegenheit in eine ausgewachsene Show zu verwandeln. „Im Kern war Ozzy Osbourne ein Showman“, so Parton.
Ein emotionales Erbe und die Rückkehr der Legenden
Nach der Einleitung durch Dolly Parton betrat Sharon Osbourne die Bühne, begleitet von den gemeinsamen Kindern Kelly und Louis. In ihrer Dankesrede fand Sharon rührende Worte für ihren verstorbenen Ehemann: „Ich bin geehrt, diesen Preis für meinen wunderschönen Ehemann entgegenzunehmen. Gott weiß, ich wünschte, er wäre hier, um ihn selbst anzunehmen… Ozzy schaut gerade auf uns herab.“ Sie beschrieb ihn als den „bescheidensten Egomanen“, den man sich vorstellen könne, und betonte, wie stolz er gewesen wäre, diese Auszeichnung in dem Land zu erhalten, das er über alles liebte.
Stacey Tang, die Vorsitzende des BRIT-Awards-Komitees, ergänzte, dass Ozzy eine gewaltige Kraft in der modernen Musik gewesen sei. Mit seiner unverwechselbaren Stimme habe er den Sound und den Geist des Rock neu geformt und Generationen von Künstlern inspiriert. Dieser Lifetime Achievement Award sei die verdiente Anerkennung für ein Vermächtnis, das auf Originalität und dauerhaftem Einfluss basiert. Es ist diese Mischung aus Wahnsinn und Genie, die Ozzy zu einer der einflussreichsten Ikonen der letzten 50 Jahre machte – von den frühen Tagen mit Black Sabbath bis hin zu seiner beispiellosen Solokarriere.
Die All-Star-Tribute-Performance von OZZY OSBOURNE
Der krönende Abschluss des Abends war eine Performance, die man so schnell nicht vergessen wird. Sharon Osbourne hatte persönlich eine All-Star-Band zusammengestellt, um den Klassiker „No More Tears“ – den Titeltrack des Multi-Platin-Albums von 1991 – neu aufleben zu lassen. Das Line-up las sich wie ein Who-is-Who der Rockgeschichte und bestand aus Musikern, die Ozzy über die Jahrzehnte treu begleitet hatten: Zakk Wylde an der Gitarre, Robert Trujillo am Bass, Tommy Clufetos am Schlagzeug und Adam Wakeman an den Keyboards.
Die größte Überraschung war jedoch am Mikrofon zu finden: Robbie Williams übernahm den Gesangsposten. Williams, ein langjähriger Fan und enger Freund der Familie, wurde von Sharon persönlich eingeladen. Er schaffte es, die düstere Eleganz des Songs einzufangen, während die Band um Zakk Wylde ein wahres Feuerwerk abbrannte. Es war eine würdige Hommage an den Mann, der mit Hits wie „Paranoid“, „Iron Man“ und „Crazy Train“ die Welt verändert hat. Mit über 100 Millionen verkauften Alben und der Erfindung des Ozzfest bleibt sein Einfluss unerreicht. Sein letzter Auftritt bei dem Benefizkonzert „Back To The Beginning“ in der Villa Park im vergangenen Sommer bleibt als historischer Moment in Erinnerung, doch der gestrige Abend in Manchester setzte dem Lebenswerk des Madman die endgültige britische Krone auf.
Quelle: BRIT Awards
Marc Blessing
Marc ist Webmaster, Chefredakteur und Fotograf des Paranoyd Magazins. Als Spezialist für News, Hausfotograf des LKA Longhorns und IMAGO-Contributor verbindet er tiefgreifende Rock-Expertise mit technischem Know-how. Marc liefert authentische Konzertberichte, professionellen Content sowie pointierte Kolumnen und bildet von Beginn an das journalistische und technische Fundament vom Paranoyd-Magazin.

