MEGADETH haben am Sonntag (26.04.2026) und Montag (27.04.2026) Musikgeschichte geschrieben. Bei ihren Headliner-Shows in der Movistar Arena in Bogota, Kolumbien, performte die Band zum ersten Mal live ihre eigene Version des Metallica-Klassikers „Ride The Lightning“. Dave Mustaine, der den Song 1984 mitgeschrieben hat, bringt damit ein Stück seiner eigenen Vergangenheit zurück auf die Bühne. Ein offizielles Video der beeindruckenden Performance wurde nun veröffentlicht und zeigt die Band in Höchstform.
Dave Mustaine schließt den Kreis seiner Karriere
Die Entscheidung, „Ride The Lightning“ auf das finale MEGADETH-Album zu nehmen und nun auch live zu präsentieren, war für Dave Mustaine eine Herzensangelegenheit. Im Gespräch mit Eddie Trunk erklärte er, dass die Idee ursprünglich von seinem Sohn Justis kam. Mustaine betonte, dass es ihm wichtig war, die Version mindestens so gut wie das Original zu machen – oder sogar besser. „Wir haben das Tempo ein wenig angezogen und die Drum-Fills am Ende verstärkt“, so Mustaine. Für ihn ist der Song kein klassisches Cover, sondern die Rückkehr zu einem Werk, in dem seine eigene DNA steckt.
Besonders der Respekt gegenüber seinen ehemaligen Bandkollegen stand bei diesem Projekt im Vordergrund. Mustaine lobte James Hetfields außergewöhnliches Gitarrenspiel und betonte, dass er mit dieser Aufnahme „den Kreis schließen“ wollte. Obwohl das Verhältnis über die Jahrzehnte oft angespannt war, wollte er die Freundschaft und die gemeinsame kreative Energie ehren, die damals die Metal-Welt verändert hat. Auch Gitarrist Teemu Mäntysaari orientierte sich beim Solo nah am Original, brachte aber zusammen mit Mustaine eine moderne Note in das Stück ein.
Ein Tribut an die gemeinsamen Wurzeln
Der Song „Ride The Lightning“ entstand ursprünglich aus der Zusammenarbeit von Mustaine, Hetfield, Ulrich und Burton. Während Metallica den Song nach Mustaines Abgang mit eigenen Texten und Arrangements weiterführte, blieb der Einfluss des Megadeth-Gründers stets spürbar. Ähnlich wie bei „Mechanix“, der Megadeth-Version von „The Four Horsemen“, zeigt Mustaine nun erneut, wie er die frühen Klassiker interpretiert. Er erklärte, dass „Ride The Lightning“ eines der emblematischsten Stücke für seinen Gitarrenstil sei, insbesondere durch die Verwendung von Spider-Chords.
Für die Fans in Bogota war die Live-Premiere ein absolutes Highlight. Die Energie in der Arena war greifbar, als die ersten Riffs des Titelsongs von 1984 erklangen. Dass Mustaine diesen Schritt auf dem letzten Album der Band geht, unterstreicht die Bedeutung dieses Tributes. Es geht nicht um alte Streitigkeiten, sondern um die Anerkennung einer Ära, die das Genre nachhaltig geprägt hat. Die Aufnahmen aus Kolumbien beweisen, dass die Chemie innerhalb der aktuellen Besetzung stimmt und sie das Erbe mit dem nötigen Druck und Respekt auf die Bühne bringen.
Marc Blessing
Marc ist Webmaster, Chefredakteur und Fotograf des Paranoyd Magazins. Als Spezialist für Rock und Metal News sowie Hausfotograf des LKA Longhorns verbindet er Szenekenntnis mit technischem Know-how. Er liefert authentische Konzertberichte, professionellen Content und prägt seit Beginn Qualität, Glaubwürdigkeit und digitale Stärke des Paranoyd Magazins.




