LINKIN PARK haben mit dem Album From Zero nicht nur neue Musik veröffentlicht, sondern auch ihre interne Dynamik neu definiert. Laut DJ und Kreativkopf Joe Hahn, funktionierte die Zusammenarbeit mit Sängerin Emily Armstrong und Drummer Colin Brittain von Beginn an erstaunlich selbstverständlich.
In einem aktuellen Interview erklärte Hahn, dass der kreative Prozess der Band lange vor dem eigentlichen Songwriting beginnt. Die Musiker treffen sich zunächst, reden über ihr Leben, über Themen, die sie beschäftigen, und tauschen persönliche Erfahrungen aus. Erst daraus entwickeln sich Stimmung, Richtung und schließlich Songs.
„Es ist immer ein kollektiver Prozess. Genau in diese Umgebung sind Emily und Colin gekommen – und es fühlte sich völlig natürlich an, dass sie dazugehören.“
Die Entscheidung fiel nicht durch ein Casting
Auch Mike Shinoda betont: Die Band plante ursprünglich gar keinen vollständigen Neustart. Anfangs wollten die Mitglieder lediglich herausfinden, ob gemeinsames Musikmachen überhaupt noch richtig Spaß macht.
Erst als wieder echte kreative Energie entstand, kamen Armstrong und Brittain dazu – zunächst getrennt, später gemeinsam. Ausschlaggebend war letztlich nicht Technik, sondern zwischenmenschliche Chemie. Besonders bemerkenswert: Armstrong wurde musikalisch stark durch das Debüt Hybrid Theory geprägt. Der Song „One Step Closer“ war laut Shinoda sogar der erste Track, bei dem sie je gescreamt hat.
Brittain wiederum brachte eine andere Perspektive ein. Während der Studioarbeit wechselte er regelmäßig vom Produzenten – in den Fan-Blickwinkel und erklärte der Band, welche Elemente für Hörer typisch nach LINKIN PARK klingen.

Warum Emily Armstrong überzeugte
Für Shinoda stand schnell fest, dass es nicht allein um Gesang ging. Entscheidend sei gewesen, wie mühelos das gemeinsame Arbeiten funktionierte – selbst bei unterschiedlichen Meinungen.
Armstrong bringt jahrelange Live-Erfahrung mit Dead Sara mit. Brittain hatte bereits als Songwriter und Produzent gearbeitet und stellte sich gleichzeitig als außergewöhnlich starker Schlagzeuger heraus – heraus – genau zu dem Zeitpunkt, als Langzeit-Drummer Rob Bourdon nicht mehr weitermachen wollte.
Shinoda formulierte es deutlich: Eine außergewöhnliche Stimme wie die von Chester Bennington zu finden, sei einmalig gewesen – und erneut eine so prägende Sängerin zu entdecken fast unwirklich.
Kein Blick auf Charts
Die Band schreibt ihre Musik laut Shinoda weiterhin ohne kommerzielle Erwartungen. Wichtig sei allein, stolz auf das Ergebnis zu sein und es jeden Abend gerne live zu spielen.
Trotzdem stellte sich der Erfolg ein: Die Single „The Emptiness Machine“ erreichte Platz 1 der Rock-Charts, während die Band 2024 als einzige Rock-Formation weltweit mehr als zwei Milliarden Streams verzeichnete.
Beim ersten Konzert der Tour erklärte Shinoda außerdem, die Rückkehr solle die Vergangenheit nicht ersetzen, sondern ein neues Kapitel eröffnen – im Andenken an den 2017 verstorbenen Sänger.
Marc Blessing
Marc ist Webmaster, Chefredakteur und Fotograf des Paranoyd Magazins. Als Spezialist für News, Hausfotograf des LKA Longhorns und IMAGO-Contributor verbindet er tiefgreifende Rock-Expertise mit technischem Know-how. Marc liefert authentische Konzertberichte, professionellen Content sowie pointierte Kolumnen und bildet von Beginn an das journalistische und technische Fundament vom Paranoyd-Magazin.

