Die schwedischen Melodic-Death-Metal-Ikonen In Flames haben es offiziell gemacht: Das 15. Studioalbum der Bandgeschichte ist fertig aufgenommen. Damit setzen die Pioniere des Göteborger Sounds ihre beeindruckende Produktivität fort und schlagen nach dem Erfolg von „Foregone“ (2023) das nächste Kapitel auf.
Die Aufnahmen fanden erneut in den bewährten Händen von Produzent Howard Benson und Engineer Mike Plotnikoff in Los Angeles statt – ein Team, das bereits seit dem 2016er Werk „Battles“ fest zum kreativen Kosmos der Band gehört und den modernen Sound von In Flames maßgeblich mitgeformt hat.
Frontmann Anders Fridén verkündete den Abschluss der Studioarbeiten persönlich via Instagram und gab dabei seltene Einblicke in den Entstehungsprozess. Zwischen kreativen Spannungen, einer Prise Humor und einer Flut an starken Ideen sei das neue Material gewachsen. Seine Worte lassen darauf schließen, dass die Band keineswegs auf Autopilot schaltet, sondern sich auch nach über drei Jahrzehnten im Geschäft noch immer gegenseitig herausfordert, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.
IN FLAMES mit frischem Wind an den Kesseln
Eine der spannendsten Neuerungen bei dieser Produktion ist die Personalie hinter dem Schlagzeug. Das kommende Album markiert die erste Studio-Zusammenarbeit mit Drummer Jon Rice. Rice, der bereits seit Mai 2025 mit In Flames auf Tour ist, bringt eine beeindruckende Vita mit. Durch seine Arbeit bei Schwergewichten wie Behemoth, Job for a Cowboy und The Red Chord ist er für sein präzises und druckvolles Spiel bekannt. Es steht außer Frage, dass sein technisches Können dem neuen Material eine zusätzliche Schärfe verleihen wird, die besonders Fans der härteren Gangart freuen dürfte.
Gitarrist Björn Gelotte hatte das Projekt bereits Anfang Februar 02.02.2026 mit einem kryptischen Post angeteasert. Das Bild zeigte lediglich die römische Ziffer „XV“, was in Fankreisen sofort die Spekulationen um das 15. Album anheizte. Nun ist klar: Die Vision ist Realität geworden.
Ein Line-up im steten Wandel
Die letzten Jahre waren für In Flames von signifikanten personellen Umbrüchen geprägt, die der Band jedoch sichtlich gutgetan haben. Seit 2023 verstärkt Liam Wilson, ehemals bei den Chaos-Puristen The Dillinger Escape Plan, die Band am Bass. Zudem ist Gitarren-Virtuose Chris Broderick (Ex-Megadeth) seit dem letzten Album „Foregone“ fester Bestandteil des Gefüges und verleiht den Twin-Guitar-Harmonien eine neue Dimension an Präzision.
Nach der Trennung von Drummer Tanner Wayne im Jahr 2025 scheint die aktuelle Besetzung nun eine Einheit gebildet zu haben, die bereit ist, das Erbe der Band würdig zu vertreten und gleichzeitig modern weiterzuentwickeln. Das neue Album tritt in die großen Fußstapfen von „Foregone“, das 2023 weltweit die Charts stürmte und von Kritikern wie Fans gleichermaßen dafür gefeiert wurde, dass es die Brücke zwischen den alten Melodic-Death-Metal-Wurzeln und dem modernen, hymnenhaften Songwriting schlug.
Auch abseits des Studios bleiben In Flames eine unermüdliche Live-Macht. Für den Mai 2026 stehen bereits zahlreiche US-Termine sowie Auftritte bei den renommierten Festivals Welcome To Rockville und Sonic Temple im Kalender. Begleitet werden sie dabei von hochkarätigen Support-Acts wie Thrown, Distant und Upon Stone. Es bleibt spannend zu sehen, wann die ersten neuen Songs den Weg in die Setlist finden werden.
Marc Blessing
Marc ist Webmaster, Chefredakteur und Fotograf des Paranoyd Magazins. Als Spezialist für News, Hausfotograf des LKA Longhorns und IMAGO-Contributor verbindet er tiefgreifende Rock-Expertise mit technischem Know-how. Marc liefert authentische Konzertberichte, professionellen Content sowie pointierte Kolumnen und bildet von Beginn an das journalistische und technische Fundament vom Paranoyd-Magazin.



