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HOT MULLIGAN: Radikale Abrechnung mit Megakirchen im Video

Hot Mulligan 2026: Emo-Favoriten kommen für vier Shows nach Deutschland

HOT MULLIGAN haben noch nie davor zurückgeschreckt, die hässlichen Fratzen der Gesellschaft ungeschönt ins Rampenlicht zu zerren. Mit ihrer brandneuen Single „I Don’t Think It’s the Right Time for Emojis“ legen die US-Emo-Punks den Finger tief in eine eiternde Wunde: den blinden Fanatismus und die kalkulierte Heuchelei moderner Megakirchen.

Pünktlich zum Start ihrer fast restlos ausverkauften Europatournee liefern sie damit nicht nur einen energetischen Brecher, sondern auch eine bittere Abrechnung mit Institutionen, die Nächstenliebe predigen, aber Profit und Schadensbegrenzung meinen.

Sänger Tades findet gewohnt drastische Worte für die Inspiration hinter dem Track. Im Visier stehen vor allem prominente US-Pastoren und die systematische Gier innerhalb kirchlicher Machtstrukturen. „Manche Menschen brauchen den Glauben aus Angst vor dem Tod so sehr, dass sie über das Böse hinwegsehen, zu dem ihre Kirche geworden ist“, konstatiert Tades trocken. Musikalisch bleibt die Band dabei ihrem Trademark-Sound treu: Rohe Emotionen, peitschende Hooks und eine Energie, die den Schmerz direkt in die Magengrube kanalisiert.

Das System Megakirche: Wenn Glaube zum Milliarden-Business wird

Um die Wut hinter dem Song zu verstehen, muss man das US-Phänomen der Megakirchen begreifen, die weniger Gotteshäuser als vielmehr kommerzielle Entertainment-Konzerne sind. In diesem System wird oft das sogenannte „Wohlstandsevangelium“ gepredigt: Wer der Kirche Geld spendet, dem verspricht Gott Reichtum. Während die Anhänger oft wenig besitzen, finanzieren sie damit den absurden Luxus der „Star-Pastoren“, die in Villen residieren und Privatjets fliegen. Hinter der glitzernden Fassade aus Rockkonzert-Atmosphäre und Pyrotechnik verbirgt sich zudem ein gefährlicher Machtapparat. Tades Sanville kritisiert scharf, dass diese Institutionen ihren steuerfreien Status oft eher zur Vertuschung von Skandalen nutzen als zur tatsächlichen Seelsorge.

„Das Kamel passt offenbar sehr leicht durch das Nadelöhr“

Die neue Single ist eine gezielte Demontage dieser Strukturen. Tades macht in seinem begleitenden Statement klar, dass der Prunk der Megakirchen – inklusive Seilakrobatik und Lichtshows – in krassem Widerspruch zu den christlichen Werten steht: „Kenneth Copeland nutzt seine Kirche, um Flugzeuge, Luxusautos und Häuser zu kaufen. […] Die Hälfte der Arbeit der Erzdiözese besteht darin, Pädophile zu decken.“

Wer die Truppe live erleben will, muss sich sputen: Die anstehende Tour ist ein Triumphzug. Für die Shows in München und Hamburg sind lediglich noch vereinzelte Restkarten verfügbar – der Rest des Kontinents ist bereits dicht.

Marc Blessing paranoyd

Marc Blessing

Marc ist Webmaster, Chefredakteur und Fotograf des Paranoyd Magazins. Als Spezialist für News, Hausfotograf des LKA Longhorns und IMAGO-Contributor verbindet er tiefgreifende Rock-Expertise mit technischem Know-how. Marc liefert authentische Konzertberichte, professionellen Content sowie pointierte Kolumnen und bildet von Beginn an das journalistische und technische Fundament vom Paranoyd-Magazin.

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