Alice Cooper & Joe Perry verraten: Was steckt wirklich hinter den Hollywood Vampires?

Alice Cooper bei der Show im Scheinwerferlicht – Credit: Marc Blessing

Was als nächtliche Treffen einiger Rockstars im legendären Rainbow Bar & Grill in Hollywood begann, entwickelte sich Jahrzehnte später zu einer erfolgreichen Supergroup. Alice Cooper und Joe Perry erzählen im Gespräch mit CBS News, wie aus einer illustren Runde um John Lennon, Ringo Starr, Harry Nilsson und weitere Größen der Rockgeschichte schließlich die Hollywood Vampires hervorgingen. Ihre Geschichte führt von wilden Nächten und legendären Freundschaften über spontane Begegnungen mit Musikikonen bis hin zu Auftritten vor Hunderttausenden Menschen. Doch während die aktuelle Europatournee ihrem Ende entgegengeht, stellt sich eine entscheidende Frage: Wie geht es mit den Hollywood Vampires weiter?

Der Name Hollywood Vampires hat eine lange Geschichte

Die Geschichte der Hollywood Vampires reicht bis in die 1970er-Jahre zurück. Damals traf sich Alice Cooper regelmäßig mit einem Kreis von Musikern und bekannten Persönlichkeiten im Rainbow Bar & Grill am Sunset Strip in Hollywood.

Für Cooper waren diese Abende vor allem eine Flucht aus dem Musikgeschäft. Obwohl zahlreiche Musiker zusammenkamen, wurde laut Cooper kaum über Musik gesprochen. Stattdessen verbrachte die Gruppe gemeinsam die Nächte und trank.

Eine Kellnerin bemerkte schließlich, dass die Männer immer erst nachts auftauchten und hauptsächlich tranken. Sie verglich die Gruppe deshalb scherzhaft mit Vampiren. Der Name Hollywood Vampires war geboren.

Zu diesem Umfeld gehörten unter anderem John Lennon, Ringo Starr, Harry Nilsson, Mickey Dolenz von The Monkees und Bernie Taupin. Auch Jack Nicholson und John Belushi tauchten dort auf.

Die Abende hatten zudem eine ungewöhnliche Regel: Wer als Letzter noch stand, musste die Rechnung bezahlen.

Aus einer Hommage wird eine Band

Die heutige Formation entstand erst Jahrzehnte später. Ausgangspunkt war ein Albumprojekt, das als Hommage an verstorbene Musiker und Freunde aus Coopers früherem Umfeld gedacht war.

Johnny Depp kontaktierte Joe Perry und lud den Aerosmith-Gitarristen ein, bei den Aufnahmen mitzuwirken. Perry spielte zunächst bei mehreren Songs mit. Während der Arbeiten verbrachte er jedoch immer mehr Zeit im Studio.

Als die Aufnahmen langsam abgeschlossen wurden, entstand die Idee, das Material auch live zu präsentieren. Aus dem Tribute-Projekt entwickelte sich damit eine eigene Band.

Die Erwartungen waren zunächst überschaubar. Cooper und Perry wollten nach eigener Aussage lediglich eine Barband sein und gemeinsam einige dieser Songs spielen. Doch schon die ersten Auftritte zeigten, dass daraus deutlich mehr werden konnte.

Vom Club auf die ganz großen Bühnen

Der erste Auftritt der Hollywood Vampires fand laut Alice Cooper vor ungefähr 300 Menschen statt. Kurz darauf spielte die Formation beim Rock in Rio vor rund 300.000 Zuschauern.

Damit hatte sich das Projekt innerhalb kürzester Zeit von einer kleinen Bandidee zu einer internationalen Liveformation entwickelt.

Joe Perry erklärt allerdings, dass genau hier eine der größten Herausforderungen der Hollywood Vampires liegt: Alle Mitglieder haben weitere Bands, Projekte und berufliche Verpflichtungen. Deshalb ist es schwierig, gemeinsame Zeit für Tourneen zu finden.

Die Formation kann laut Perry normalerweise nur drei, vier oder fünf Wochen am Stück unterwegs sein. Zwischen einzelnen Tourneen können deshalb sogar drei Jahre liegen. Die Musiker hoffen, dass es bis zum nächsten gemeinsamen Einsatz nicht wieder so lange dauert.

Joe Perry über einen besonderen Moment mit Jeff Beck

Im Interview erinnert sich Joe Perry außerdem an einen besonderen Auftritt mit Jeff Beck.

Perry spielte mit Aerosmith in Chicago, als gleichzeitig sein Geburtstag gefeiert wurde. Beck stand ebenfalls auf dem Programm. Während Aerosmith „Train Kept A-Rollin’“ spielte, kam der Gitarrist spontan auf die Bühne und spielte gemeinsam mit Perry.

Für den Aerosmith-Gitarristen war das ein besonderer Moment. Zwar hatten sich die beiden zuvor bereits backstage getroffen, doch gemeinsam auf der Bühne zu stehen, verlieh der Begegnung eine ganz andere Bedeutung.

Auch die Geschichte des Songs ist bemerkenswert: „Train Kept A-Rollin’“ war bereits von den Yardbirds gespielt worden und gehört damit zu den Songs, die eine Verbindung zwischen verschiedenen Generationen der Rockmusik herstellen.

Alice Cooper und der „Wayne’s World“-Kult

Neben der Musik wurde auch Alice Coopers Schauspielkarriere angesprochen. Vor allem seine Rolle in „Wayne’s World“ sorgt bis heute für Reaktionen.

Die Szene, in der Cooper überraschend mit seinem Wissen über Milwaukee auftritt, ist zu einem festen Bestandteil der Popkultur geworden. Cooper berichtet, dass ihm noch immer regelmäßig der berühmte Spruch „We’re not worthy!“ zugerufen wird.

Das passiert nach seinen Worten sogar auf Flughäfen. Die Rolle begleitet den Musiker damit noch Jahrzehnte nach dem Erscheinen des Films.

Neue Dokumentation erzählt die Geschichte

Passend zur aktuellen Tournee erscheint die Dokumentation „Unleashed Spirits: The Rise of the Hollywood Vampires“. Der Film beschäftigt sich mit der Geschichte der Band und blickt gleichzeitig auf den ursprünglichen Freundeskreis zurück, aus dem der Name Hollywood Vampires hervorging.

Damit verbindet die Dokumentation die legendären Treffen der 1970er-Jahre mit der späteren Entstehung der heutigen Band.

Die aktuelle Formation besteht aus Alice Cooper, Johnny Depp, Joe Perry und Tommy Henriksen. Die Weltpremiere des Films findet am 18. September 2026 um 19 Uhr als Eröffnungsfilm des Boston Film Festival im Boch Center Wang Theatre statt.

Kommt neue Musik?

Die aktuelle Europatournee geht nun ihrem Ende entgegen. Für Alice Cooper ist das ein bittersüßer Moment, weil derzeit nicht feststeht, wann die Musiker wieder gemeinsam auf der Bühne stehen werden.

Gleichzeitig gibt es zumindest Anzeichen dafür, dass die Geschichte der Hollywood Vampires noch nicht abgeschlossen ist. Joe Perry erklärte im Gespräch, dass über ein weiteres Album gesprochen wird. Eine konkrete Ankündigung oder ein Veröffentlichungstermin liegt bislang jedoch nicht vor.

Damit bleibt nach dem CBS-News-Interview die entscheidende Frage offen: Werden die Hollywood Vampires nach ihrer Europatournee bald wieder ins Studio zurückkehren – und könnte tatsächlich ein neues Album folgen?

Quelle CBS News

Marc Blessing paranoyd

Marc Blessing

Marc ist Webmaster, Chefredakteur und Fotograf des Paranoyd Magazins. Als Spezialist für Rock und Metal News sowie Hausfotograf des LKA Longhorns verbindet er Szenekenntnis mit technischem Know-how. Er liefert authentische Konzertberichte, professionellen Content und prägt seit Beginn Qualität, Glaubwürdigkeit und digitale Stärke des Paranoyd Magazins.

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