Halestorm: Lzzy Hale über Disziplin und echte Leidenschaft

Halestorm bei der Show live auf der Bühne © Anne Göthe

Wenn Halestorm die Bühne betreten, gibt es keine halben Sachen. Frontfrau Lzzy Hale hat in einem aktuellen Interview mit Summa Inferno klargemacht, was ihre Shows antreibt: absolute Hingabe, kompromisslose Energie und eine klare Vision der eigenen Musik. „Wenn ich auf die Bühne gehe, spiele ich die Show so, als wäre es die letzte meines Lebens“, erklärt Hale. Ein Satz, der nicht nur Pathos transportiert, sondern die Arbeitsweise der Band ziemlich exakt beschreibt.

Trotz ihrer festen Verwurzelung im Hard Rock erlaubt sich die Band bewusst kreative Freiräume. Hale betont, dass gerade ungewöhnliche Ideen oft die spannendsten Ergebnisse liefern. Wer sich in Schubladen pressen lasse, limitiere sich selbst – und genau das wolle man vermeiden. Stattdessen gehe es darum, dem eigenen Instinkt zu folgen: Was sich richtig anfühlt, wird ausprobiert. Inspiration findet Hale dabei überall – selbst beiläufige Gespräche in Bars können zur Grundlage neuer Songzeilen werden.

HALESTORM setzen auf Disziplin und stimmliche Gewalt

Neben aller Experimentierfreude ist ein Faktor entscheidend: Konstanz. Hale arbeitet intensiv daran, ihre stimmliche Leistung Abend für Abend auf dem gleichen Niveau abzuliefern. Für sie ist klar, dass echte Live-Qualität kein Zufall ist, sondern Ergebnis harter Arbeit, Selbstdisziplin und körperlicher Vorbereitung. Ein zentraler Punkt ihrer Entwicklung als Frontfrau war jedoch ein anderer: der Umgang mit ihrer eigenen Rolle als Vorbild. Früher habe sie versucht, ein perfektes Bild aufrechtzuerhalten. Heute setzt sie bewusst auf Offenheit.

Hale spricht offen über Themen wie Angstzustände und Depression – Erfahrungen, die sie seit ihrer Jugend begleiten. Musik sei dabei nicht nur Ausdruck, sondern auch Ventil. Gerade diese Ehrlichkeit schaffe eine tiefere Verbindung zu den Fans, weil sie sich darin wiederfinden können. Wer die Band live erlebt, spürt diese Verbindung in jedem Riff und jedem Schrei. Es ist diese ungeschönte Art, die Halestorm von vielen glattgebügelten Produktionen der heutigen Zeit abhebt. Es geht nicht mehr um die bloße Fassade, sondern um die Wahrheit hinter der Kunst.

HALESTORM festigen mit Everest ihren Status im Rock

Mit ihrem aktuellen Album Everest hat die Band ihren Status als feste Größe weiter gefestigt. Produziert wurde die Platte von Dave Cobb, nachdem die Band zuvor mehrfach mit Nick Raskulinecz gearbeitet hatte. Die Band – bestehend aus Lzzy Hale, Arejay Hale, Joe Hottinger und Josh Smith – steht seit Jahren für intensive Live-Shows und internationale Tourerfolge. Gemeinsame Auftritte mit Acts wie Alice Cooper oder Judas Priest unterstreichen ihren Stellenwert in der Szene.

Spätestens seit dem Grammy-Gewinn für „Love Bites (So Do I)“ ist klar: Halestorm gehören zu den prägendsten Rockbands ihrer Generation. Sie schaffen es, den Geist des klassischen Rock n‘ Roll zu bewahren und gleichzeitig moderne Themen der psychischen Gesundheit in ihre Kunst zu integrieren. Diese Mischung aus technischer Perfektion und menschlicher Nahbarkeit macht sie zu einem Phänomen, das sowohl Kritiker als auch die treue Fangemeinde gleichermaßen begeistert. Hale hat bewiesen, dass man auch in einer harten Branche weiche Seiten zeigen kann, ohne an Schlagkraft zu verlieren.

Quelle: Summa Inferno

Marc Blessing paranoyd

Marc Blessing

Marc ist Webmaster, Chefredakteur und Fotograf des Paranoyd Magazins. Als Spezialist für News, Hausfotograf des LKA Longhorns und IMAGO-Contributor verbindet er tiefgreifende Rock-Expertise mit technischem Know-how. Marc liefert authentische Konzertberichte, professionellen Content sowie pointierte Kolumnen und bildet von Beginn an das journalistische und technische Fundament vom Paranoyd-Magazin.

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