GRISK zwischen Abgrund und Zwang: „nulleins“ macht Entscheidungsdruck hörbar

GRISK, nimmermehr, Paranoyd Magazin

GRISK formiert sich aus Hamburg und Lübeck und ist seit 2025 als frische Stimme im deutschen Metalcore unterwegs. Hinter dem neuen Namen stehen Musiker, die sich bereits seit den 2010er Jahren in verschiedensten Metal und Hardcore Projekten bewegt haben und genau wissen, wie sich Clubbühnen, Proberäume und Studioarbeit anfühlen. Diese gesammelte Erfahrung mündet nun in einem Sound, der bewusst aneckt.

Deutschsprachige, emotional aufgeladene Vocals treffen auf lärmende Core Gitarren und verbinden Chaos, Groove und eine angenehm rockige Verschrobenheit zu einer eigenständigen Interpretation modernen Metals. Die erste EP entstand komplett im DIY Geist und wird Stück für Stück in Form einzelner Singles veröffentlicht.

Heute am 16.01.2026 haben GRISK ihren neuen Song nulleins veröffentlicht. Der Song kreist um das Gefühl, in eine Entscheidung gedrängt zu werden, bei der keine der Optionen wirklich gut ist. „Pest oder Cholera“ wird zum Sinnbild für Situationen, in denen es kein richtig oder falsch gibt, sondern nur unterschiedlich schlechte Ausgänge.

Die Lyrics machen klar, dass Bewegung oft erst dann entsteht, wenn der Druck unerträglich wird. Hinter einem brennt es bereits, vor einem wartet der Abgrund und trotzdem muss man springen. Grübeln, Abwägen, alles durchdenken, jede Perspektive prüfen. Am Ende wirkt das alles fast egal, weil die Wahl ohnehin keine echte ist.

Der Text spielt mit klaren Gegensätzen wie ja oder nein, alles oder nichts, A oder B, nur um sie anschließend wieder zu entwerten. Übrig bleibt ein Gefühl von innerer Zerrissenheit, Entscheidungsstress und dem Wunsch, dem ganzen Dilemma einfach zu entkommen. Die zerhackte Schlusssequenz wirkt wie ein bewusstes Abdriften – weg von Lösungen, rein in die Konsequenz.

GRISK liefern mit nulleins keinen Wohlfühltrack und genau das macht den Song stark. Alles fühlt sich unter Spannung an. Inhaltlich wie musikalisch gibt es kein Entkommen, keine einfache Lösung und keinen sauberen Ausweg. Der Song zieht rein, lässt hängen und stößt am Ende trotzdem weiter. GRISK zeigen damit klar, wo sie stehen wollen. Nicht angepasst, nicht glatt und nicht auf Sicherheit gespielt. Ein Track, der Druck macht und genau deshalb hängen bleibt.

Tine

Tine Blessing

Tine ist die Inhaberin und Chefredakteurin des Paranoyd Magazins. Als Herz und Kopf des Magazins hält sie alle Fäden zusammen, schreibt leidenschaftliche Reviews und berichtet über aktuelle Szene-News. Zudem ist sie als Konzertfotografin schwerpunktmäßig im Raum Stuttgart aktiv.

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