GRISK melden sich mit ihrer neuen Single „nimmermehr“ zurück. Nachdem „nulleins“ bereits für Aufsehen gesorgt hat, legt die Truppe aus Hamburg und Lübeck nun nach. Seit 2025 aktiv, wissen die Musiker genau, was sie tun. Dank ihrer Erfahrung aus verschiedenen Metal- und Hardcore-Projekten seit den 2010er Jahren drücken sie der aktuellen Szene ihren ganz eigenen Stempel auf.
Zwischen Groove und Chaos
Musikalisch bleibt sich das Quartett treu. Emotionale, deutschsprachige Vocals treffen auf lärmende Core-Gitarren. Der Mix aus Chaos, Groove und einer speziellen rockigen Verschrobenheit setzt den gängigen Genre-Standards eine eigene Interpretation entgegen. Die Instrumentierung ist dabei genau auf den Punkt, um Energie zu versprühen, ohne den roten Faden zu verlieren. Es ist erfrischend zu hören, wie hier Einflüsse zusammenfinden.
nimmermehr – Den Finger in der Wunde
Inhaltlich greift „nimmermehr“ ein hochsensibles Thema auf. Die Single beschäftigt sich mit toxischer Männlichkeit, besonders zwischen den Generationen und in Machtpositionen. Es geht darum, wie harte, kalte Erziehungsmuster und starre Werte an die nächste Generation weitergegeben werden. Dabei bleiben Bedürfnisse nach Liebe und Empathie häufig auf der Strecke.
Der Song thematisiert den schmerzhaften Konflikt, in dem sich manche befinden, wenn sie in einem Korsett aus Leistungsdruck und emotionaler Distanz feststecken. Es ist eine Auseinandersetzung mit der Frage, wie diese veralteten Konzepte die Persönlichkeit formen. Der Text legt den Finger in die Wunde und fordert dazu auf, solche Kreisläufe kritisch zu hinterfragen, um Raum für echte Gefühle zu schaffen.
Die harten Shouts unterstreichen den Text und transportieren die emotionale Last. Passend zur düsteren Atmosphäre ist das Musikvideo in Schwarz-Weiß gehalten, was den Fokus auf die Tiefe lenkt. „nimmermehr“ ist ein kraftvoller Track, der ein trauriges Thema mit einer wuchtigen Soundkulisse verarbeitet und zum Nachdenken anregt.
Tine Blessing
Tine ist die Inhaberin und Chefredakteurin des Paranoyd Magazins. Als Herz und Kopf des Magazins hält sie alle Fäden zusammen, schreibt leidenschaftliche Reviews und berichtet über aktuelle Szene-News. Zudem ist sie als Konzertfotografin schwerpunktmäßig im Raum Stuttgart aktiv.

