Wenn alte Rollenbilder leiser werden – grilot lassen Druck und Ballast los mit neuer Single „gewesen/verwesen“

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Manchmal reicht wirklich wenig. grilot zeigen mit ihrer neuen Single „gewesen/verwesen“, die am 23.01.2026 erschienen ist, wie viel Wucht in zwei Instrumenten stecken kann. Schlagzeug und Gitarre schieben sich gegenseitig an, bauen Spannung auf und lassen sie im richtigen Moment wieder fallen. Der Sound bewegt sich locker zwischen Post Hardcore, Alternative Rock und Punk, ohne sich festzulegen oder geschniegelt zu wirken. Alles fühlt sich direkt an, nah dran und bewusst auf das Wesentliche reduziert.

Alte Muster loslassen und Platz schaffen

„gewesen/verwesen“ wirkt wie ein kontrolliertes Entladen. Treibende Drums treffen auf kantige Gitarren, die genug Raum lassen, damit der Song atmen kann. Inhaltlich geht es um toxische Männlichkeitsbilder und Erwartungen, die längst keine Funktion mehr haben. Alte Körperideale und Rollen verlieren ihre Bedeutung, kippen langsam weg und werden nicht vermisst. Der Refrain „alles wird gut tout ira bien“ steht dabei weniger für Trost als für Akzeptanz. Ein ruhiger Moment mitten im Druck, der zeigt, dass Loslassen auch befreiend sein kann.

Emo Einflüsse, Punk Energie und deutscher Indierock greifen sauber ineinander und geben dem Song eine ehrliche, unaufgeregte Haltung. Produziert wurde der Track von Daniel Roesberg, der den Sound klar hält und ihm trotzdem genug Unruhe lässt. Dass grilot wissen, wie sich diese Spannung auch live anfühlen muss, zeigen ihre Shows in Kölner Clubs wie dem Blue Shell, dem Tsunami Club und dem Yard Club. „gewesen/verwesen“ klingt genau nach diesen Räumen.

grilot liefern mit gewesen verwesen eine Single ab, die Druck macht, ohne zu erdrücken. Ein Song über das Ablegen alter Bilder, der Haltung zeigt und dabei angenehm unaufgesetzt bleibt.

Wenn alte Rollenbilder leiser werden – grilot lassen Druck und Ballast losmit neuer Single „gewesen/verwesen“
Pressefoto grilot
Tine

Tine Blessing

Tine ist die Inhaberin und Chefredakteurin des Paranoyd Magazins. Als Herz und Kopf des Magazins hält sie alle Fäden zusammen, schreibt leidenschaftliche Reviews und berichtet über aktuelle Szene-News. Zudem ist sie als Konzertfotografin schwerpunktmäßig im Raum Stuttgart aktiv.

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