Wenn Reue alles ist, was bleibt: GONE mit „Afterglow“

Wenn Reue alles ist, was bleibt: GONE mit „Afterglow“

GONE bewegen sich musikalisch zwischen Metalcore und Post-Hardcore und verbinden schwere Gitarren mit Refrains, die schnell ins Ohr gehen. In diesem Jahr stand die Band unter anderem beim Field Invasion Festival auf der Bühne und war kurz darauf als Support für Evergreen Terrace unterwegs. Im November folgen noch zwei weitere Clubshows.

Seit dem 28. August gibt es mit „Afterglow“ auch neue Musik von GONE. Ein Song, der sich mit einer Beziehung beschäftigt, in der Gefühle zwar noch vorhanden sind, Liebe allein aber irgendwann nicht mehr ausreicht.

Inhaltlich dreht sich der Song um eine Beziehung, in der Liebe und Schmerz immer näher zusammenrücken. Im Mittelpunkt steht das Gefühl, einem Menschen immer wieder wehzutun, obwohl man ihn eigentlich liebt. Die eigenen Gedanken und Verhaltensmuster entwickeln sich dabei zu einem Kreislauf, aus dem es scheinbar keinen Ausweg gibt.

Gleichzeitig spielen Schuld, innere Zerrissenheit und die Angst vor dem Verlust eine große Rolle. Dabei wird einem durchaus bewusst, welchen Schaden das eigene Verhalten anrichtet, doch etwas daran zu ändern, scheint kaum möglich. Besonders das Bild einer Rose, die von der darunter verborgenen Klinge ablenkt, bringt diese Verbindung aus Schönheit und Schmerz auf den Punkt.

Afterglow- Ein Blick zurück, der wehtut

Je weiter der Song voranschreitet, desto stärker rückt das Ende der Beziehung in den Mittelpunkt. Der andere Mensch entfernt sich langsam, während das Gefühl zurückbleibt, eine entscheidende Chance verpasst zu haben. „Afterglow“ steht dabei sinnbildlich für das, was nach einer intensiven Beziehung noch übrig bleibt: Erinnerungen, Schuld und die Spuren einer Liebe, die längst begonnen hat, zu zerbrechen.

GONE schaffen es, ein schwieriges Thema aufzugreifen, ohne daraus unnötig großes Drama zu machen. Stattdessen bleibt am Ende genau dieses unangenehme Gefühl zurück, wenn man weiß, dass man manche Dinge gerne anders gemacht hätte, die Zeit aber nicht mehr zurückdrehen kann.

Musikalisch bringt „Afterglow“ genau die Energie mit, die man von GONE erwartet. Zusammen mit dem emotionalen Inhalt ergibt das einen Song, der nicht nur nach vorne geht, sondern auch etwas zu erzählen hat.

Wenn Reue im Scheinwerferlicht © Tine Blessing
Tine

Tine Blessing

Tine ist die Inhaberin und Chefredakteurin des Paranoyd Magazins. Als Herz und Kopf des Magazins hält sie alle Fäden zusammen, schreibt leidenschaftliche Reviews und berichtet über aktuelle Szene-News. Zudem ist sie als Konzertfotografin schwerpunktmäßig im Raum Stuttgart aktiv.

Paranoyd Magazin