Bis zuletzt wusste niemand, wer tatsächlich auf der Bühne stehen würde. Trotzdem war die Corrupted Blood Club Show von Maximilian „HandOfBlood“ Knabe bereits nach nur einem Tag ausverkauft. Am Freitagabend, dem 4. September, wurde das Geheimnis im Huxley’s Neue Welt in Berlin schließlich gelüftet: Mit BLUE MEDUSA, HEAVEN SHALL BURN und KREATOR standen gleich drei große Überraschungen auf dem Programm.
Auch online war das Interesse groß. Insgesamt verfolgten 295.000 Unique Viewer den Livestream, die meisten davon aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Moderiert wurde die Show von Alissa White-Gluz. Zwischenzeitlich wurde die Übertragung sogar auf der Twitch-Startseite in diesen drei Ländern beworben.
Doch bei Konzerten allein blieb es nicht. Corrupted Blood nutzte den Abend für zahlreiche Neuigkeiten: ein eigenes Open Air für 2027, eine Zusammenarbeit mit KREATOR, neue Veröffentlichungen bei Corrupted Blood Records, ein weiteres Signing und eine gemeinsame Tour der Label-Acts.
Von BLUE MEDUSA bis KREATOR: Die Überraschungen des Abends
Den Auftakt machte BLUE MEDUSA, das neue Bandprojekt von Alissa White-Gluz. Die ausschließlich weiblich besetzte Gruppe feierte bei der Club Show ihre Weltpremiere vor Live-Publikum. Gleichzeitig wurde das Musikvideo zum frisch veröffentlichten Song „Crocodile“ erstmals gezeigt.
Später folgte HEAVEN SHALL BURN. Beim Set der Metalcore-Größe stand auch Sea Shepherd im Mittelpunkt. Während der Show wurden Spenden für die Organisation gesammelt, die damit den Schutz der marinen Artenvielfalt und den Kampf gegen die Zerstörung von Meeresökosystemen unterstützt.
Das Finale gehörte KREATOR. Mit dem Auftritt wurde gleichzeitig eine Zusammenarbeit zwischen den Thrash-Metal-Legenden und Corrupted Blood Fashion bekannt gegeben. Die Capsule-Kollektion besteht aus zwei T-Shirts und einem Hoodie. Für die Shirts wurden die Cover von „Pleasure to Kill“ und „Coma of Souls“ neu gezeichnet und im Stil von Corrupted Blood interpretiert. „Pleasure to Kill“ feiert 2026 außerdem sein 40-jähriges Jubiläum. Der Hoodie verbindet beide Marken über eine gemeinsame Logo-Kombination in Industrial Green.
Die Kollektion ist seit dem 4. September für zwei Wochen exklusiv über Corrupted Blood erhältlich.

Damit war allerdings noch lange nicht Schluss: Für den Sommer 2027 wurde das erste eintägige Corrupted-Blood-Open-Air angekündigt. Geplant wird derzeit mit einer Kapazität von 10.000 Menschen. Austragungsort, Termin und Line-up stehen bisher nicht fest. Fans können bereits ihre Wunschstadt einreichen und sich für den Newsletter registrieren.
Dass größere Veranstaltungen für HandOfBlood längst kein Neuland mehr sind, zeigt auch seine Eventreihe „Techno Freitag“. Die Ausgabe im Mai 2027 mit einer Kapazität von 7.000 Personen war bereits nach drei Wochen ausverkauft – ebenfalls ohne vorherige Bekanntgabe der Acts.
Corrupted Blood Records wächst weiter
Auch auf Labelseite gab es einiges zu verkünden. Die beiden bisherigen Signings Heartless Human Harvest und Saviourself veröffentlichten am Tag der Clubshow jeweils ihre erste EP unter Corrupted Blood Records.
Heartless Human Harvest liefern mit „Agony In Silence“ fünf Songs, die sich mit den dunkleren Seiten der menschlichen Psyche und Themen beschäftigen, über die häufig geschwiegen wird.
Saviourself setzen mit „HARD LAUNCH“ auf vier Songs zwischen harten Riffs, eingängigen Hooks und Breakdowns. Beide Veröffentlichungen sind ab sofort auf den gängigen Streamingplattformen verfügbar.
Gleichzeitig erscheint mit „Split Session 001“ das erste physische Release von Corrupted Blood Records. Die auf 333 Exemplare limitierte 12-Zoll-Vinyl enthält jeweils zwei Songs von Saviourself und Heartless Human Harvest. Jedes Exemplar ist nummeriert und besitzt auf der B-Seite ein CBR-Logo-Etching. Nach dem ersten Verkauf bei der Clubshow sind die verbliebenen Exemplare über die Webshops der beiden Acts erhältlich.
Und das Label wächst weiter: VIOLENT VORTEX gehören ab sofort offiziell zum Roster. Die FLINTA*-fronted Thrash-Metal-Band hatte zuvor als erster Act das Tryout-Programm von Corrupted Blood Records durchlaufen. Damit sollen insbesondere junge Acts und Gruppen mit FLINTA*-Anteil frühzeitig unterstützt und unter realen Bedingungen weiterentwickelt werden.
Während dieser Phase begleitete das Label VIOLENT VORTEX unter anderem bei Auftritten beim Hurricane und Wacken, bei Workshops sowie beim Videodreh zur Single „No Voices“, die am 21. August erschien. Nach Heartless Human Harvest und Saviourself sind VIOLENT VORTEX nun das dritte feste Signing.

(Photo Credits: @sascha_vojticsek / @pau.schu / @pau.schu)
Zum Jahresende gehen alle drei Acts gemeinsam auf die „Corrupted Blood Records Winter Tour“. Los geht es am 27. Dezember im Nachtleben in Frankfurt. Danach folgen der Ratinger Hof in Düsseldorf am 28. Dezember, das Betty in Hamburg am 29. Dezember und Naumanns im Felsenkeller in Leipzig am 30. Dezember. Die Ticketkontingente sind stark begrenzt, zusätzlich wird ein Bundle mit exklusivem Tour-Shirt angeboten.
Neben Musik, Fashion und den neuen Eventplänen spielte bei der Clubshow auch das soziale Konzept eine wichtige Rolle. Neben Sea Shepherd war Metality e.V. vor Ort und bot Raum für Austausch und Vernetzung innerhalb der Metal-Community.
Gemeinsam mit Drop Detective wurde außerdem auf das Thema „Drink Spiking“ aufmerksam gemacht. Neben Informationen über Social Media standen vor Ort Drink-Cover zur Verfügung. Zusammen mit der Techniker Krankenkasse setzte die Veranstaltung zudem auf ein umfangreiches Awareness- und Inklusionskonzept.
Für Menschen mit Seh- oder Hörbehinderungen entwickelte Corrupted Blood ein eigenes Plug-in für eine barriereärmere Teilnahme. Beim Angebot für blinde und sehbehinderte Menschen sowie bei der Audioübertragung per App in der Halle arbeitete Corrupted Blood mit mycrocast zusammen. RADIO BOB! begleitete den Abend als offizieller Medienpartner und brachte die Veranstaltung zusätzlich in die deutschsprachige Rock- und Metal-Community.
Aus einer ausverkauften Clubshow mit geheimem Line-up wurde damit weit mehr als nur ein Konzertabend. Corrupted Blood hat gleichzeitig gezeigt, wohin die Reise mit Fashion, Records und Events gehen soll – und mit dem geplanten Open Air für 10.000 Fans wartet 2027 bereits das bislang größte angekündigte Projekt.



Tine Blessing
Tine ist die Inhaberin und Chefredakteurin des Paranoyd Magazins. Als Herz und Kopf des Magazins hält sie alle Fäden zusammen, schreibt leidenschaftliche Reviews und berichtet über aktuelle Szene-News. Zudem ist sie als Konzertfotografin schwerpunktmäßig im Raum Stuttgart aktiv.



