Bluthund feat. MITTELALTA: „Mittelalter“ wird zur bissigen Hymne gegen den modernen Wahnsinn

Bluthund zünden mit „Mittelalter“ eine bissige Hymne gegen den Zeitgeist

Wer auf der Suche nach politisch korrekter Samthandschuh-Mentalität ist, wird bei Bluthund definitiv enttäuscht. Die Truppe liefert den puren Gegenentwurf zum etablierten Feuilleton – kompromisslos, kantig und völlig losgelöst von irgendwelchen Genregrenzen.

Hinter ihren Masken verborgen, zerlegen die vier Musiker mit ungebändigter Energie all die gesellschaftlichen Missstände, die ihnen vor die Flinte laufen. Ihren Sound betiteln sie treffend als „Stromgitarrenwutrap“: eine explosive Mischung, die Punks, Metalfans und Hip-Hop-Begeisterte gleichermaßen in absolute Ekstase versetzt, während der Moshpit im Takt der scheppernden Technobeats kocht.

Satirischer Rundumschlag gegen die moderne Gesellschaft

In Kollaboration mit MITTELALTA liefert die Band mit der Single „Mittelalter“ die ultimative Hymne für den kollektiven Zivilisationsausstieg. Die Marschroute ist klar: Das Smartphone fliegt ins Unterholz, der Job wird hingeschmissen und das neue Eigenheim ist eine spartanische Waldhütte. Der Track inszeniert eine völlig überspitzte Flucht vor den Gespenstern der Moderne. Sei es die allgegenwärtige Angst vor Altersarmut, der alltägliche Bürokratie­wahnsinn oder der ständige Druck, sich selbst optimieren zu müssen.

Stattdessen wird eine absurde Sehnsucht nach feudalen Strukturen zelebriert, bei der die Hellebarde die Excel-Tabelle ersetzt und ein Monarch das Sagen hat. Musikalisch paart sich hier finsterer Minnesang mit der gewohnten Moshpit-Gewalt, angeführt von Figuren wie Sir Schwanzelot, die mit frisch geschärften Waffen durch den Track pflügen.

Schwarzer Humor trifft auf brachiale Energie

Unter der brachialen Oberfläche entpuppt sich das Stück als eine exzellente Satire auf den klassischen „Früher-war-alles-besser“-Kult. Wenn im Chorus vermeintliche Traumwelten aus unberührter Natur und altbackenen Geschlechterrollen beschworen werden, geschieht das mit einem so fetten Augenzwinkern, dass man unweigerlich schmunzeln muss. Schließlich vergisst die romantische Verklärung der Vergangenheit nur zu gerne die unschönen Details – wie das Ableben mit gerade einmal 30 Jahren oder das finale Ende durch einen einfachen Knochenbruch.

Bluthund entlarvt diese rückwärtsgewandte Denkweise mit viel schwarzem Humor und räumt in unserer aktuellen Zeitlinie mal so richtig auf. Damit liefert die Single einen perfekten Vorgeschmack auf das am 1. Oktober anstehende Album „MUKKE FÜR GEWINNER“ und die dazugehörige „MODUS MOSHPIT“-Tour. Ein absoluter Brecher, der live ganz sicher die Hallen zum Einsturz bringen wird!

Hier kommt Ihr zu allen wichtigen Links von Bluthund

Tine

Tine Blessing

Tine ist die Inhaberin und Chefredakteurin des Paranoyd Magazins. Als Herz und Kopf des Magazins hält sie alle Fäden zusammen, schreibt leidenschaftliche Reviews und berichtet über aktuelle Szene-News. Zudem ist sie als Konzertfotografin schwerpunktmäßig im Raum Stuttgart aktiv.

Paranoyd Magazin