Wenn zwei Brüder gemeinsam eine Band gründen, entsteht oft eine musikalische Chemie, die man nicht künstlich erzeugen kann. Bei Aweseeker aus Hannover ist genau das der Fall. Die 2024 von Simon und Jonas Meier ins Leben gerufene Progressive-Metalcore-Formation, komplettiert durch Frontmann Finn Schüler, zeigt heute, warum sie als einer der spannendsten Newcomer des Genres gilt.
Mit ihrer brandneuen Single „Heavenward“, die am heutigen 04.02.2026 das Licht der Welt erblickt hat, beweisen die Niedersachsen Mut zur Lücke. In einer Szene, die oft zwischen Formelhaftigkeit und Experimentierfreude schwankt, entscheiden sich Aweseeker für den Weg der Substanz.
Mit ihrem Track „Heavenward“ liefern Aweseeker ein hochemotionales und tief politisches Manifest ab, das sich als markerschütternde Anklage gegen Krieg, Unterdrückung und das kollektive Wegsehen versteht. Der Song nutzt eine kraftvolle Bildsprache – wie das Verbrennen von Olivenbäumen oder das Ersticken im Phosphorregen –, um die systematische Zerstörung von Leben und Kultur zu versinnbildlichen. Dabei blicken Aweseeker hinter die Fassade von Machtstrukturen und entlarven ein scheiterndes Regime, das von Hass genährt wird, während die Weltöffentlichkeit mit „am Bildschirm festgeklebten Augen“ distanziert zuschaut.
Ein zentrales Motiv des Textes ist die moralische Verpflichtung zur Zeugenschaft: Aweseeker thematisieren den inneren Kampf gegen das eigene Schweigen und die bittere Erkenntnis, dass das Verschließen der Lippen eine Mitschuld an der Ungerechtigkeit bedeutet. „Heavenward“ fungiert so als lautstarke Hymne für die Gefallenen und Unterdrückten, deren unerzählte Geschichten wie abgeschnittene Rosen enden, und mündet in der hoffnungsvollen Prophezeiung, dass die Fesseln der Gewalt eines Tages unweigerlich brechen werden.
Die Lyrics sind verpackt in einem harten, aber sehr emotionalen stimmlichen Statement, welches die Dringlichkeit dieses Themas unmissverständlich klarmacht. Der Song baut sich zunächst mit einer leisen, fast erzählenden Stimme auf und nimmt nach der ersten Minute mit unter die Haut gehenden Shouts und einem packenden Cleangesang massiv Fahrt auf. In der Mitte des Songs tritt die Gitarre besonders deutlich hervor und verleiht den intensiven Shouts eine emotionale Untermalung, die mich wirklich berührt. So untermauern Aweseeker ihre Anklage gegen Krieg und das Schweigen mit einer musikalischen Dynamik, die die Verzweiflung und den Widerstand der Texte perfekt spürbar macht.
Produziert wurde der Track von Hannes Huke im Institut für Wohlklangforschung bei Hannover, der bereits durch seine Arbeit für Größen wie Drone, Source Of Rage oder Damnation Defaced bekannt ist. Sein Recording, Mix und Mastering verleihen der musikalischen Dynamik von Aweseeker genau die richtige Wucht.
Der Release ist erst der Anfang eines produktiven Jahres: Für 2026 sind drei weitere Singles sowie eine EP gegen Ende des Jahres geplant. Zudem dürfen sich Fans auf die Live-Premiere freuen, denn im August spielt die Band ihre ersten Shows in Norddeutschland.

Tine Blessing
Tine ist die Inhaberin und Chefredakteurin des Paranoyd Magazins. Als Herz und Kopf des Magazins hält sie alle Fäden zusammen, schreibt leidenschaftliche Reviews und berichtet über aktuelle Szene-News. Zudem ist sie als Konzertfotografin schwerpunktmäßig im Raum Stuttgart aktiv.

