Nach den Vorab-Singles „Lucidity“, „The Ocean“ und „Something Ain’t Right“ haben Annie Taylor ihr drittes Studioalbum „Out Of Scale“ über Clouds Hill Records auf den Markt gebracht.
Die Zürcher Band, die sich einst nach dem Snowboarden in einer Berghütte fand, verarbeitet auf der neuen Platte intensive Gefühle und chaotische Beziehungen. Stilistisch erinnert das Ganze an Größen wie Courtney Barnett oder Wet Leg. Die Songs nehmen sich bewusst den Raum für schwierige Phasen, lassen aber gleichzeitig immer Platz für einen optimistischen Neuanfang.
Zwischen US-Tour und kreativem Chaos
Die Entstehung der Platte war von einem dichten Zeitplan geprägt. Die Stücke wurden in den kurzen Pausen zwischen einer US-Tour und diversen Konzerten in Europa aufgenommen. Der Sound zeigt eine deutliche Weiterentwicklung: Während das Debüt „Sweet Mortality“ die Band international bekannt machte und der Nachfolger „Inner Smile“ in England entstand, wurde der eigene Stil nun noch weiter geschärft. Von verzerrten Gitarren über psychedelische Elemente bis hin zu nachdenklichen, ruhigen Momenten greifen die elf Songs nahtlos ineinander. Ein Großteil der Musik entstand im Sommer in einem fast leeren Zürich, was der Platte eine ganz besondere Atmosphäre verleiht.
Frischer Wind und historische Inspirationen
Inhaltlich dreht sich vieles um das Auf und Ab von Freundschaften und Beziehungen – um Euphorie, aber auch um Zweifel und schmerzhafte Erkenntnisse. Die Bandmitglieder, die durch das Tourleben eng zusammengeschweißt sind, vertonen diese Stimmungen mit viel Gespür. Pünktlich zum Release gibt es auch personelle Neuigkeiten: Neben dem Wechsel zum neuen Label verstärkt ab sofort Bassist Josip Tijan die Formation.
Der Albumtitel ist übrigens eine Hommage an die historische Figur Annie Edson Taylor, die sich 1901 als erster Mensch in einem Fass die Niagarafälle hinunterstürzte. Genau dieser Mut, abseits der Norm sein eigenes Ding zu machen, zieht sich als rote Linie durch das gesamte Werk. „Out Of Scale“ ist eine Einladung, dem Stillstand zu trotzen und sich immer wieder neu zu erfinden.

Tine Blessing
Tine ist die Inhaberin und Chefredakteurin des Paranoyd Magazins. Als Herz und Kopf des Magazins hält sie alle Fäden zusammen, schreibt leidenschaftliche Reviews und berichtet über aktuelle Szene-News. Zudem ist sie als Konzertfotografin schwerpunktmäßig im Raum Stuttgart aktiv.


