Zach Bryan begeistert 20.000 Fans in der Berliner Waldbühne

zach bryan im Scheinwerferlicht beim Konzert in Konzert © Sören Wittmann

Wenn die geschichtsträchtige Berliner Waldbühne aus allen Nähten platzt und Country-Klänge die märkischen Kiefern zum Schwingen bringen, dann ist ein Ausnahmekünstler in der Stadt. Am Sonntagabend, dem 31. Mai 2026, machte der US-amerikanische Superstar Zach Bryan im Rahmen seiner triumphalen Welttournee „With Heaven on Tour“ Station in der Hauptstadt. Ein Abend voller Kontraste, logistischer Herausforderungen hinter den Kulissen und einer schier grenzenlosen musikalischen Euphorie, die 20.000 Menschen im kollektiven Glück vereinte.

Zwischen Graben, FOH und Fitness: Die Mühen eines Konzertfotografen

Ein Konzert in der altehrwürdigen Waldbühne zu dokumentieren, ist ein Privileg – und gleichzeitig ein erstklassiges Fitnesstraining. Die Wege in diesem gigantischen Amphitheater sind lang, die Treppen steil und die Sicherheitsvorkehrungen bei einer Produktion dieser Größenordnung verständlicherweise streng. Schon am Pressebereich begann der Abend mit einem überaus freundlichen und professionellen Empfang, der die Vorfreude schürte. Doch die Regeln der Produktion waren strikt gesteckt: Für den ersten Act des Abends, Keenan O’Meara, galt ein absolutes Fotografierverbot, wodurch dieser Auftritt für die Presse gänzlich verpasst wurde.

Als es schließlich zur Vorbereitung nach unten ging, wurde die kleine Gruppe von letztendlich nur fünf Fotografen von außen hinabgeführt. Ein organisatorischer Aufwand, der für die kleine Anzahl an Presseleuten fast ein wenig zu ambitioniert wirkte und von zwei wachsamen Betreuern lückenlos überwacht wurde. Beim Auftritt des Singer-Songwriters Ben Howard durfte dann endlich der Graben betreten werden. Die Bühne der Waldbühne ist jedoch enorm hoch, was aus der Froschperspektive eine echte Herausforderung darstellte – viele der Musiker blieben hinter dem Bühnenrand verborgen. Nach den erlaubten Songs hieß es: wieder ganz nach oben laufen, die Kameraausrüstung sicher in der Tasche abgeben und warten.

Für den heiß ersehnten Auftritt von Zach Bryan folgte der nächste logistische Akt. Die Fotografen wurden nicht in den Graben, sondern zum weit entfernten Front-of-House-Bereich (FOH) geführt, gut 50 Meter von der Bühne entfernt. Unter den unnachgiebigen Augen der Security wurden hier die Objektive gefordert. Direkt danach ging es im Laufschritt wieder nach oben: Tasche abgeben, das reguläre Ticket scannen lassen und endlich hinein in die Masse.

Das gesamte Konzept dahinter ist logisch und dient dem Schutz der Künstler, ließe sich jedoch durch etwas mehr Nahbarkeit und einen dedizierten kleinen Arbeitsbereich für die Presse erheblich effizienter gestalten. Hier wurde die Presse primär als funktioneller Apparat und weniger als Partner oder Musikliebhaber wahrgenommen. Doch das Durchhalten lohnte sich: Nach all dem Rennen und Pünktlich-Sein durfte die Kamera endlich ruhen, und für die verbleibenden eineinhalb Stunden stand nur noch der pure Musikgenuss im Vordergrund. Ein großer Dank gilt der Agentur für diese großartige Möglichkeit in dieser absoluten Kultlocation als Teil der Presse dabei zu sein zu dürfen.

Mehr live auf der Bühne beim Konzert beim Konzert in Konzert © Sören Wittmann

Zach Bryan verzaubert die Berliner Waldbühne auf seiner „With Heaven on Tour“

Es gibt Abende, an denen sich die Elemente auf magische Weise zusammenfügen, um etwas wahrhaft Großes zu erschaffen. Ein solcher Moment ereignete sich am 31. Mai 2026 in der altehrwürdigen Berliner Waldbühne. Die geschichtsträchtige Spielstätte, ein imposantes, von majestätischen Bäumen umrahmtes Amphitheater, bot die perfekte Kulisse für den US-amerikanischen Country- und Folk-Superstar Zach Bryan. Im Rahmen seiner heiß ersehnten Welttournee „With Heaven on Tour“ machte der Ausnahmekünstler Station in der deutschen Hauptstadt und zog 20.000 begeisterte Zuschauer in seinen Bann. Pünktlich zum Beginn der Show hatte selbst der Wettergott ein Einsehen: Ein heftiger Regenschauer, der das Gelände kurz zuvor noch durchnässt hatte, verzog sich wie auf Kommando. Der Himmel klärte auf, gab den Blick auf leichte, sanfte Wolken frei und leitete eine laue, unvergessliche Sommernacht ein.

Das Warten auf den Moment der kollektiven Magie

Schon früh am Abend strömten die Menschen in die Arena, wobei ein beachtlicher Teil des Publikums erst kurz vor dem Hauptact seine Plätze einnahm. Die Atmosphäre im weiten Rund war zu diesem Zeitpunkt noch von einer spürbaren, erwartungsvollen Ruhe geprägt. Der britische Singer-Songwriter Ben Howard eröffnete das Vorprogramm und lieferte einen musikalisch feinen, handwerklich makellosen Auftritt ab. Dennoch blieb die Stimmung im Publikum eher verhalten. Es war die klassische Ruhe vor dem Sturm – alles wartete sehnsüchtig auf den Mainact des Abends. Überall im weiten Rund sah man wunderschöne, glückliche Menschen, viele von ihnen stilecht mit Cowboyhüten geschmückt, die einfach nur darauf brannten, gemeinsam einen besonderen Abend zu erleben. Als schließlich das Vorprogramm endete, die Kameras der professionellen Berichterstatter sicher verstaut waren und man endlich wieder tief durchatmen konnte, passierte das, worauf alle gehofft hatten: Aus professionellen Beobachtern wurden ganz einfache Fans von Livemusik, die bereit waren, in der glücklichen Masse aufzugehen.

Visuell war die Bühne ein absolutes Meisterwerk moderner Konzertproduktion, ohne dabei die Intimität der Musik zu erdrücken. Drei gigantische Videowalls – zwei flankierend an den Seiten und eine monumentale Wand als Hintergrund – sorgten dafür, dass jeder der 20.000 Fans, bis in die obersten Ränge des Amphitheaters, das Geschehen hautnah miterleben konnte. Und dann, mit dem ersten Ton, verflog jegliche Zurückhaltung.

Mehr live auf der Bühne beim Konzert in Konzert © Sören Wittmann

Ein kindliches Lächeln und zwanzig Musiker im Gleichklang

Als Zach Bryan die Bühne betrat, gab es kein Halten mehr. Bewaffnet mit einer sichtlich abgewetzten akustischen Gitarre, die Geschichten von unzähligen Nächten erzählte, trat er ins Rampenlicht. Seine charakteristischen Tattoos und ein unschuldiges, fast kindliches Lächeln im Gesicht verliehen ihm eine bodenständige, zutiefst sympathische Ausstrahlung. Ein charmantes Detail am Rande zeugte von der rockigen Nachbarschaft: Bryan und einige seiner Musiker trugen Metallica-T-Shirts – eine charmante Hommage an die Heavy-Metal-Legenden, die am Vorabend nebenan im Olympiastadion spielten.

Doch Bryan war keineswegs allein gekommen. Ihn begleitete ein fulminantes, rund 20-köpfiges Ensemble auf der riesigen Bühne. Bläser, hochkarätige Gitarristen, einfühlsame Sängerinnen und ein brillanter Streichersatz verliehen den rauen Country-Hymnen eine sinfonische Tiefe und epische Breite. Zach Bryan hatte das Publikum vom ersten Ton an fest im Griff. Es war ein faszinierendes Phänomen zu beobachten: Obwohl die Waldbühne komplett mit Sitzplätzen bestuhlt ist, hielt es niemanden auf den Bänken. Vom allerersten Song an bis hin zur letzten Sekunde der Zugabe stand die gesamte Arena wie eine einzige, wogende Wand aus Energie und Begeisterung.

Mehr bei der Show im Scheinwerferlicht beim Konzert in Konzert © Sören Wittmann

Wenn Band und Publikum zu einer unzertrennlichen Einheit verschmelzen

Im Laufe des knapp zweistündigen Sets, das stolze 23 Songs umfasste, entfaltete sich eine emotionale Intensität, die im modernen Konzertbetrieb ihresgleichen sucht. Die Grenzen zwischen Bühne und Zuschauerraum schienen komplett zu verwischen; die Zuschauer und die Band verschmolzen zu einer untrennbaren Einheit. Wildfremde Menschen lagen sich gerührt in den Armen, überall sah man Freudentränen in den Augen der Fans glitzern. Das laute, textsichere Mitsingen von tausenden Kehlen hallte wie ein mächtiger Chor durch den Berliner Nachthimmel. Die ganze Waldbühne sang, tanzte und feierte das Leben in all seinen Facetten.

Der krönende Abschluss eines ohnehin schon perfekten Abends war die legendäre Zugabe „Revival“. Dieser Song zog sich wunderbar in die Länge, da Zach Bryan die Bühne nutzte, um jeden einzelnen seiner fantastischen Musiker ausführlich vorzustellen und ihnen ihren wohlverdienten Solo-Auftritt im Scheinwerferlicht zu schenken. Nach einem kurzen, enthusiastischen Abstecher Bryans direkt an die Absperrung der ersten Reihe, um die Hände seiner treuesten Fans zu schütteln, endete ein tief beeindruckendes Konzert.

Was bleibt, ist die Erinnerung an ein kollektives und zutiefst friedliches Miteinander von Jung und Alt. Natürlich ist eine solche Stadion-Show auch immer ein durchgeplantes Produkt, doch das, was die Menschen an diesem Abend sehen und fühlen durften, war Weltklasse. Es war genau das, was Musik im Kern ausmacht: Eine Auszeit vom Alltag, ein Moment zum Abschalten und Spaß haben, das Eintauchen in eine völlig andere Welt und das Aufsaugen von unendlich vielen positiven Emotionen. Dieses Konzert wird noch sehr lange im Gedächtnis bleiben – es war schlichtweg eine der besten Shows, die man seit Langem auf einer Live-Bühne erleben durfte.

Zach Bryan Setlist Berlin

  1. Back Down South (Kings of Leon Cover)
  2. Overtime
  3. Open the Gate
  4. Appetite
  5. Say Why
  6. Dawns
  7. Heavy Eyes
  8. Bowery (feat. Kings of Leon)
  9. Something in the Orange
  10. Pink Skies
  11. Oklahoma Smokeshow
  12. Aeroplane
  13. Nine Ball
  14. God Speed
  15. Rivers and Creeks
  16. Hey Driver
  17. Starved
  18. Fifth of May
  19. Burn, Burn, Burn
  20. East Side of Sorrow
  21. Heading South
  22. I Remember Everything
  23. Revival

Zach Bryan

Ben Howard

sören

Sören Wittmann

Sören ist Konzertfotograf beim Paranoyd Magazin. Er fängt die Leidenschaft von Live-Musik ein – von Irish/Folk Punk bis Metal und Musicals. Als Festival-Experte liegt sein Fokus auf den unentdeckten Perlen der Szene und kleineren, atmosphärischen Events abseits des Mainstreams.

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