Am 24. Juni 2025 machte die US-amerikanische Pop-Punk-Band Halt im Schlachthof Wiesbaden. Mit im Gepäck: zwei starke Support-Acts, jede Menge Nostalgie und eine Liveshow, die beweist, dass YELLOWCARD weit mehr als nur „Ocean Avenue“ zu bieten haben.
Tanzbarer Auftakt mit Catbite und Trophy Eyes
2003 landeten die Poppunker von Yellowcard mit „Ocean Avenue“ einen Welthit, der auch heute noch den meisten ein Begriff sein dürfte. 22 Jahre später ist die Band immer noch, oder besser gesagt wieder, aktiv und kehrte am 24. Juni im Schlachthof Wiesbaden ein. Zur Unterstützung waren die Ska-Punker von Catbite und die Australier Trophy Eyes dabei.
Den Beginn machte dann gegen 19:30 Uhr Catbite. Die Band aus Philadelphia rund um Sängerin Brittany Luna legte direkt mit viel Energie los und versprühte gute Laune mit ihrem Ska Punk. Brittany überzeugte mit einer grandiosen Stimme und der fröhliche Sound lud zum Feiern ein.
Richtig interessant und stark umgesetzt war die Catbite-Version von Amy Winehouses „Valerie“, was live besonders gut funktionierte. Jeder kannte den Song, aber durch die Ska-Einflüsse entstand ein neuer Vibe, und Brittany zeigte am Mikrofon ihr ganzes Können.
Nach ca. 30 Minuten war das Set des US-Quartetts beendet, aber: Diese Band sollte man im Auge behalten.
Nach einer kurzen Umbaupause betraten Trophy Eyes die Bühne. Die australischen Poppunker bringen einen leicht melancholischen Einschlag in ihren Sound, was sehr gut ankam. Ebenso gab es Passagen, die eher in Richtung Melodic Hardcore als reinen Pop-Punk gingen. Die Band hat definitiv einen eigenständigen Stil.
Mit viel Energie und Emotionen sang und bewegte sich Sänger John Floreani über die Bühne. Trophy Eyes ist vielen Fans bereits bekannt, im Vorjahr spielten sie eine eigene Headliner-Tour im kleineren Kesselhaus Wiesbaden. Die Freude, zurück zu sein, war spürbar und die Band lieferte mit vollem Einsatz ein ca. 30-minütiges Set ab.
Yellowcard liefern eine Zeitreise mit Gänsehautmomenten
Schlussendlich betraten unter viel Jubel Yellowcard die Bühne, und ehrlicherweise war mir die Band bisher nur als One-Hit-Wonder im Gedächtnis geblieben. Doch die anwesenden Fans belehrten mich eines Besseren: Sie sangen jeden Song, egal ob neu oder alt, aus voller Kehle mit und erleichterten Ryan Key am Mikrofon deutlich die Arbeit.
Die Band spielte sich mit ihrer 17 Songs starken Setlist nahezu durch ihre komplette Diskografie. Jeder Track lud zum Tanzen, Feiern und Mitsingen ein.
Was Yellowcard schon immer von anderen Bands des Genres abhob, ist Violinist Sean Mackin. Das Einbinden der Violine als eigenständiges Instrument funktioniert im Gesamtmix hervorragend. Mal als dezente Melodieführung, mal als treibendes Lead, aber nie wie ein Fremdkörper.
75 Minuten lang begeisterten die Floridaner das Publikum und beendeten den Abend standesgemäß mit ihrem größten Hit: „Ocean Avenue“.
Was für eine großartige Show von allen drei Bands!
Yellowcard
Trophy Eyes
Catbite
Kevin Richter
Kevin, Fotograf und Redakteur für das Paranoyd Magazin. Er blickt auf eine fundierte Erfahrung durch die Zusammenarbeit mit diversen Musikmagazinen zurück und ist derzeit festes Mitglied der Paranoyd-Redaktion. Kevin verbindet den geschulten Blick für den Moment mit journalistischer Präzision, um authentische Konzertberichte und visuell beeindruckenden Content für die Szene zu schaffen.
































