Vinta und Himitzu feiern Tourfinale in Frankfurt

Vinta bei der Show vor begeistertem Publikum beim Konzert in Frankfurt © Björn Vollmuth

Frankfurt, 12.04.2026: Deutschsprachiger Modern Metal trifft Dark Alternative Pop – zwei der spannendsten aufstrebenden Bands der deutschen Szene waren gemeinsam unterwegs, um ihre neuen Alben zu promoten. Paranoyd stürzte sich beim Tourfinale im ausverkauften Frankfurter Nachtleben ins Getümmel.

Himitzu: Dark Alternative Pop aus dem Ruhrgebiet

Um 20:00 Uhr läuteten Himitzu mit „Little Girl“ den Abend ein. Das Nachtleben war zu diesem Zeitpunkt bereits voll, und insbesondere die Fans in der ersten Reihe konnten es kaum erwarten, dass die Show beginnt. Viele von ihnen hatten den Tross die gesamte Tour über begleitet und wollten es sich nicht nehmen lassen, auch beim Finale in Frankfurt ganz vorne mit dabei zu sein.

Himitzu ist japanisch für Geheimnis. Die Band aus Duisburg wurde im Jahr 2021 gegründet, als Marisa Weiß und Olcay Soydan sich zusammentaten, um ihre musikalische Vision zu verwirklichen. Mit der Unterstützung von Amy Conley und Louis Wippich entwickelte sich ein kreatives Quartett. Der Sound der Band liegt irgendwo zwischen atmosphärischen Synth- und Gitarrenflächen, Dark Pop und Alternative Rock. Die erste Single „Holy Water“ wurde 2022 veröffentlicht. Im Januar 2024 folgte die EP „Tears of Gold“, und seither gab es eine Reihe weiterer Singles. Vor wenigen Tagen, nämlich am 9. April 2026, erschien nun das Debütalbum „Exhale The Past // Inhale The Future“.

Die Fans erwiesen sich als textsicher und gingen von Anfang an stimmgewaltig mit. Es folgten „Gasoline“, „Predator“, „Nevermore“ und „Treat me Bad“, die wie der Opener vom neuen Album stammen, ehe es mit „Holy Water“ zurück zu den musikalischen Anfängen ging. Außerdem standen „Overdozed“, „Siren“ und „Hum4n 3rror“ auf der Setlist.

Die letzte Show der Tour nutzten die Bands, um sich gegenseitig ein wenig auf die Schippe zu nehmen. Bereits während des Intros von HIMITZU waren im Mix reichlich deplatzierte Furzgeräusche zu hören. Hier hatte die Truppe von Vinta sich einen Scherz erlaubt und die Drumpads entsprechend manipuliert. Während des Sets kamen VINTA dann auf die Bühne, um jedem Mitglied von Himitzu mitten im Song eine mit Vinta-Stickern verzierte Papierkrone aufzusetzen. Die Retourkutsche sollte nicht lange auf sich warten lassen.

Vinta: Aus zehn Jahren Bandgeschichte in eine neue Ära

Um 21 Uhr ertönte dann das Intro von Vinta. Eigentlich wollte Jakob sich beim treuen Publikum bedanken und hatte zu diesem Zweck eine kleine Botschaft aufgenommen. Diese war allerdings überhaupt nicht zu verstehen, weil Himitzu sich daran zu schaffen gemacht und einen Schlumpfeffekt darübergelegt hatten. Kurz darauf betraten dann Vinta die Bühne und gaben den Titeltrack „KALYPSO“ vom neuen Album zum Besten.

Wer glaubt, Vinta seien eine blutjunge Band, die erst seit Kurzem die Bühnen der Republik unsicher macht, irrt sich gewaltig. Hinter dem Namen steckt eine Crew, die sich quasi seit dem Kindergarten kennt und zuvor schon in verschiedenen Konstellationen gemeinsam Musik gemacht hat. Mit dem Rebranding zu Vinta im Jahr 2022 haben sie sich neu erfunden, und die Entscheidung hat sich ausgezahlt. Musikalisch wurde es härter, textlich wurde es nachdenklicher, und stimmlich hat Jakob sich vom früheren Hip-Hop-Style hin zu seinen unverwechselbaren Vocals gemausert, die im selben Atemzug von hart auf zart und wieder zurück umschalten können.

Vinta steht für einen modern produzierten und gleichzeitig druckvollen Sound aus durchdringenden, tiefen Gitarren, vielseitigen Elementen elektronischer Musik und eben jenen Vocals, die aggressiv und gleichzeitig zerbrechlich zum Ausdruck bringen, was in den Köpfen und Herzen der Band passiert. Auch durch die deutschen Lyrics bringt die Band eine individuelle Note in eine ansonsten englischsprachig geprägte Szene. Mit dem im Jahr 2024 veröffentlichten Debütalbum „Kaputt für immer“, das über 1,4 Millionen Mal gestreamt wurde, setzte die Band bereits ein Ausrufezeichen.

Nach Shows im Vorprogramm von u. a. Emil Bulls, GHØSTKID, Chaosbay und SETYØURSAILS waren sie nun als Headliner unterwegs, um ihr neues Album „KALYPSO“ vorzustellen, das am 20. März 2026 erschienen ist. Jakob erzählte von der ersten Show der Band in Frankfurt vor ein paar Jahren. Damals spielten sie vor gerade einmal einer Handvoll zahlender Gäste. Diesmal sah das schon ganz anders aus: Neben dem Nachtleben waren auch vier weitere der insgesamt sieben Shows ausverkauft. 200 und mehr Menschen waren jeweils gekommen, um die Band live zu erleben. Das erfüllte die Truppe mit Dankbarkeit, aber auch mit ein wenig Stolz.

An diesem Abend gab es eine bunte Mischung aus alten und neuen Songs auf die Ohren. Nach „Durch die Nacht“ kamen u. a. „Leise vorbei“, „Du fragst nicht mehr“ und „Schon okay“. Auch das Tokio-Hotel-Cover „Durch den Monsun“ durfte nicht fehlen. Persönliche Highlights des Autors waren „Schwarzes Glas“, „Kopf zu laut“ und das Finale „Kaputt für immer“.

Jakob war seit einigen Tagen gesundheitlich ziemlich angeschlagen, ließ sich davon jedoch nichts anmerken. Er sagte, dass er zum Schluss noch einmal alles geben wolle. Die Fans dankten es ihm, nahmen ihm große Teile der Vocals ab und munterten ihn immer wieder mit „Jakob, Jakob!“-Chören auf.

Auch auf ihr Publikum sind Vinta stolz, wie mir Drummer Matze vor der Show berichtete. Jeder ist willkommen, niemand soll sich ausgegrenzt fühlen. Die Shows sollen ein Safe Space für alle und jeden sein. Und tatsächlich haben auch die Betreiber der Venues die Band schon darauf angesprochen, was für ein außerordentlich freundliches und rücksichtsvolles Publikum sie anziehen. Ein Kompliment für Band und Fans gleichermaßen.

Fazit: Ein Abend zum Wohlfühlen

Diese Show hat richtig Spaß gemacht. Der Sound war gut, die Stimmung war fantastisch, und beide Bands haben mächtig abgeliefert. Hier dürfte niemand enttäuscht nach Hause gegangen sein. „Niemand… NIEMAND! (Kaputt für immer!)“.

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Himitzu

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Björn Vollmuth

Björn ist Fotograf & Redakteur beim Paranoyd Magazin. Liebt Hard Rock & Metal und fängt die Emotion von Clubshows und Festivals von seiner Homebase Frankfurt bis bundesweit hautnah ein.

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