Turnstile – Die Hardcore-Band des Jahres war am gestrigen Donnerstag, dem 20.11.2025 in der Mitsubishi-Electric-Halle in Düsseldorf im Rahmen ihrer NEVER-ENOUGH-TOUR 2025 zu Gast und zeigten eindrucksvoll, wer aktuell King-of-the-Ring in der internationalen Rocklandschaft ist. Wir waren für Euch vor Ort und haben uns die Show gegeben.
Es war einer der ersten kalten Wintertage in Düsseldorf im Jahr 2025, und die eisige Luft schien selbst den sonst so unerschütterlichen Konzertstrom zu bremsen. Zum Einlass fanden sich nur wenige der 7.300 erwarteten Besucher ein. Wo sich normalerweise eine lange Schlange bis weit in Richtung Innenstadt zieht, herrschte an diesem Abend überraschend viel Platz. Die Leere vor der Halle wirkte fast surreal, als hätte die Kälte das Publikum fest im Griff. Doch dieser Eindruck täuschte.
Dementsprechend füllte sich auch die Halle zu Beginn recht langsam und man bekam den Eindruck, dass wohl nicht viele Tickets im Vorfeld verkauft wurden. Tatsächlich wurde das Konzert allerdings am Abend selbst noch ausverkauft. Und genau diese beiden Gegensätze ließen letztendlich nur einen Gedanken zu: Die Leute wollten keine Supports sehen, sondern ausschließlich Turnstile.
Turnstile, diese unbändige Hardcore-Band aus Baltimore, ist längst über die Grenzen des Punks hinausgewachsen und hat sich mit ihrer explosiven Mischung aus Hardcore, melodischem Rock und Metal eine riesige, weltumspannende Fanbasis erschaffen.
Gegründet im Jahr 2010 von Brendan Yates (Gesang), Franz „Freaky“ Lyons (Bass), Daniel Fang (Schlagzeug) sowie den Gitarristen Pat McCrory und Meg Mills, stammt Turnstile aus den rauen Ecken der Underground-Szene Baltimore’s. Mit jedem Album haben sie ihre musikalische Identität weiter verfeinert – von ihrem Debüt über das viel gelobte Glow On bis hin zu ihrem aktuellen Werk „Never Enough“, das die Grenzen von Hardcore und Mainstream immer mutiger verwischt.
Das Zeigen auch die aktuellen Grammy-Nominierungen, bei denen Turnstile gleich fünffach nominiert wurden. Und das auch noch für 3 verschiedene Genres. Neben ihrer Nominierung für das beste Rock-Album, das beste Rock-Lied und die beste Rock-Performance mit dem Album und dem gleichnamigen Titel-Track „Never Enough“, ist die Band ebenfalls für die Kategorie Best Metal Performance für „Birds“ und Best Alternative Music Performance für „Seein’ Stars“ nominiert. Damit schreiben sie Musikgeschichte: Als eine der allerersten Bands überhaupt werden sie gleichzeitig in den Bereichen Rock, Alternative und Metal nominiert – ein beeindruckendes Zeichen dafür, wie sehr sie Genregrenzen sprengen und das Musik-Kosmos neu besetzen.
HIGH VIS mit Luft nach oben!
Mit einer viertel Stunde Verspätung startete um 19.15 Uhr mit der Band High Vis der erste Support-Act des Abends. Die Londoner Hardcore-Punk-Band wurde 2016 gegründet und wurde von dem harten Kern vor der Bühne abgefeiert. Bei ihrem 30-minütigen Set kamen sie beim Publikum ganz gut an und spielten ganz nett auf. Allerdings sprang der Funke nicht auf die gesamte Halle über. Viel vom Auftritt und der Musik blieb schlussendlich leider nicht wirklich hängen und viele der Besucher versammelten sich nach kurzer Zeit an den hiesigen Getränkeständen der Halle und unterhielten sich. Trotzdem lieferte die Band eine leidenschaftliche Performance mit Herz ab.
THE GARDEN – Was war das?
Kurz zur Verwirrung führte dann der Auftritt der experimentellen Rock-Band Band THE GARDEN aus Orange County. Vom Presse-Team für 20:15 Uhr angekündigt, standen die beiden Zwillingsbrüder Wyatt und Fletcher Shears bereits um 20 Uhr plötzlich auf der Bühne, während die gesamten Pressevertreter noch am Treffpunkt standen. Somit legten wir einen 300m-Sprint bis zum Bühnengraben hin, um noch ausreichend Fotos liefern zu können. Allerdings stelle ich mir auch heute beim Schreiben dieses Artikels wieder die Frage: Was war das? Mich hat es absolut nicht überzeugt.
Aber es gab im Publikum einige Fans der Band, die durch viel Schminke und ihr Outfit eindeutig dieser Band zuzuordnen waren. Das Geschehen auf der Bühne war durch die nur zwei Künstler auf der Bühne recht überschaubar. Die Musik der beiden Brüder kam bei den mittlerweile schätzungsweise 4.500 Leuten nur begrenzt gut an. Nach knapp 40 Minuten verabschieden sich THE GARDEN und bedankten sich beim Publikum.
TURNSTILE machen den Unterschied!
Während sich in den frühen Abendstunden nur eine Handvoll Fans durch die Eingangstore bewegte, strömte der Großteil der Besucher erst kurz vor dem Auftritt von Turnstile, gegen 20:45 Uhr, in die Halle und ließ sie innerhalb kürzester Zeit in ein brodelndes Menschenmeer verwandeln.
Turnstile kamen pünktlich unter lautem Jubel auf die Bühne und zeigten von Beginn an, wer hier „King of the Ring“ ist. Die Band startete mit dem Titel-Track ihres neuen Albums „Never Enough“ und von Beginn an tobte die Halle und der Boden bebte. Das Publikum hatte richtig Bock auf die Band. Als zweiten Song gab es „T.L.C“ und die ersten Crowd-Surfer flogen förmlich in den Bühnengraben. Ein großes Lob hier an die Security, die uns Fotografen die Möglichkeit gaben sofort vor die Bühne zwischen die Boxen zu gehen, sodass wir geschützt von all dem Betrieb im Bühnengraben waren.
Sänger Brendan Yates moderierte sichtlich berührt von der Stimmung in der Halle durch den Abend und bedankte sich nach fast jedem Song bei den 7.300 Anwesenden.
Der Schwerpunkt der Setlist lag ganz klar auf dem aktuellen Werk „Never Enough“ und dem Vorgänger „Glow on“ und somit wurde fast jeder Hit der Band im Programm berücksichtigt. Neben „Endless“ wurden unter anderem auch vom aktuellen Album die Songs „Seeing Stars“ und „Sole“ gespielt. Während von „Glow on“ der Opener „Mystery“ und die Songs „Blackout“ und „Holiday“ die Leute völlig zum Ausrasten brachte. Und genau so war dieses Konzert: Zum Ausrasten! Bei Turnstile entlud sich die volle Ladung an Energie, die noch bei THE GARDEN und HIGH VIS eingespart wurden. Turnstile waren die unangefochtenen Könige der Mitsubishi-Electric-Halle an diesem Abend.
Zum Ende des eineinhalbstündigen Voll-Power-Sets füllte sich die Bühne beim letzten Song „Birds“ mit einer Vielzahl der Crowd-Surfer, die den Weg Richtung Bühnengraben über die Menschenmenge zeitig gefunden hatten. Und somit blieb als letztes Big Picture die Band im Menschenmeer ihrer Fans auf der Bühne im Gedächtnis. Die Fans, die diese Band aus dem Underground Baltimores auf die Bühne dieser Welt gebracht haben. Diese Band ist das Beispiel dafür, dass es nicht nur große Show-Effekte braucht, um eine eindrucksvolle Show zu liefern.







































