Als ich hörte, dass die US-Metaller TRIVIUM am 10.08.25 in der Frankfurter Batschkapp spielen sollten, konnte ich es kaum glauben. Noch vor wenigen Monaten standen sie mit Bullet For My Valentine auf den großen Bühnen, um das 20-jährige Jubiläum von „Ascendancy“ und „The Poison“ zu feiern – Stationen waren unter anderem die Jahrhunderthalle Frankfurt und Schleyerhalle in Stuttgart. Jetzt also zurück im Club – Clubshow in der „Batsche“. Hell, das versprach ein Abend der besonderen Art zu werden.
Das Wetter spielte an diesem Abend die wohl fieseste Nebenrolle. Nach endlosen Regentagen kam die Sonne zurück und brachte gnadenlose Hitze mit. Wer die Batschkapp im Winter schon als „stickig“ empfindet, durfte sich bei Außentemperaturen um die 30 Grad auf ein wahres Saunaerlebnis freuen. Schon beim Einlass war klar: Hier würde nicht nur der Schweiß des Publikums, sondern auch der puren Metal-Energie fließen.
Defects liefern starken Auftakt für TRIVIUM
Noch bevor TRIVIUM die Bühne betraten, sorgten Defects für eine gewaltige Einstimmung. Die britische Modern-Metal/Metalcore-Band tourt aktuell mit ihrem Debütalbum „Modern Error“ und nutzte jede Minute ihres Sets, um die Menge auf Temperatur zu bringen. Präzise Riffs, wuchtige Breakdowns und eine präsente Bühnenperformance machten sofort klar, warum diese Band als Support von TRIVIUM eine hervorragende Wahl ist.
Für Fotografen ist die Batschkapp allerdings immer ein kleiner Hindernisparcours – enge Wege, dichter Publikumsandrang und kaum Platz im Graben. Doch Defects lohnten den Einsatz: Die Jungs spielten sich den Schweiß von der Stirn und ernteten dafür verdienten Applaus.
Hitze, Härte und Hymnen in Frankfurt
Um Punkt 21:00 Uhr war es so weit. Die Lichter gingen aus, die Menge brüllte – und TRIVIUM eröffneten mit Rain. Ohne Pause folgte Pull Harder on the Strings of Your Martyr – beide vom gefeierten „Ascendancy“-Album. Schon nach diesen beiden Songs war die Batschkapp am Siedepunkt.
Matt Heafy präsentierte sich einmal mehr als charismatischer Frontmann und wahrer Zungenakrobat, der mühelos zwischen schneidenden Screams und melodischen Gesangspassagen wechselte und das Publikum fest im Griff hatte. Corey Beaulieu an der Gitarre und Paolo Gregoletto am Bass wirkten ebenfalls blendend aufgelegt, spielten mit spürbarer Energie und jagten jede Riffsalve präzise ins Publikum. Einziger Wermutstropfen: Alex Bent am Schlagzeug blieb für viele unsichtbar – hoch platziert auf einem Drum-Podest, das auf der ohnehin erhöhten Bühne der Batschkapp fast schon wie ein entfernter Aussichtsturm wirkte. Ein kleiner Minuspunkt, der jedoch am massiven musikalischen Druck dieser Show nichts änderte.

Die Setlist war ein Fest für Fans der frühen TRIVIUM-Ära: mehrere Songs aus „Ascendancy“, kombiniert mit Hits aus der gesamten Karriere. Dazu gesellte sich ein wuchtiges Metallica-Cover von „Master of Puppets“, das die Halle in einen einzigen Moshpit verwandelte. Besonders eindrucksvoll war, wie tight und druckvoll die Band auch in dieser kleinen Location spielte – jeder Schlag, jeder Ton saß perfekt.
Finaler Abriss mit „In Waves“
Der Höhepunkt kam gegen Ende mit “In Waves“. Schon beim markanten Intro sang die gesamte Batschkapp mit, bevor die Band den finalen Abriss startete. Arme flogen in die Luft, Circle Pits tobten – es war der Inbegriff eines intensiven Clubkonzerts.
Paranoyd Konzert-Check:
TRIVIUM in einer Location wie der Batschkapp Frankfurt zu erleben, ist ein Erlebnis, das sich tief einbrennt. Die Nähe zur Band, die Hitze und die rohe Energie machten diesen Abend einzigartig. Auch nach 20 Jahren Bandgeschichte zeigen TRIVIUM keinerlei Ermüdungserscheinungen. Im Gegenteil – sie wirken hungrig, spielfreudig und bereit, weiterhin Hallen und Clubs auf der ganzen Welt in Grund und Boden zu spielen.
TRIVIUM
Defects
Marc Blessing
Marc ist, Webmaster, Chefredakteur und Fotograf des Paranoyd Magazins. Als Spezialist für News, Hausfotograf für das LKA Longhorn und IMAGO-Contributor verbindet er tiefgreifende Rock-Expertise mit technischem Know-how. Marc liefert authentische Konzertberichte, Profi-Content sowie pointierte Kolumnen und bildet von Beginn an das journalistische und technische Fundament von Paranoyd.











































