Wiesbaden, 12.03.2026: The Hirsch Effekt machten auf ihrer „Der Brauch – Die Tour“ Halt im Schlachthof. Das Trio aus Hannover steht für einen eigenwilligen Mix aus unterschiedlichsten Stilrichtungen, der sich auch live nicht in ein festes Genre pressen lässt. Wie sich die Songs des aktuellen Albums und ältere Stücke auf der Bühne entfalten, zeigte die Band an diesem Abend über zwei intensive Stunden hinweg.
Seit 2008 ist das Hannoveraner Trio The Hirsch Effekt aktiv, und eine klare Einordnung in ein einzelnes Genre war bei der Band von Beginn an schwierig. Nils Wittrock (Gesang, Gitarre), Ilja John Lappin (Bass, Gesang) und Moritz Schmidt (Schlagzeug) verbinden in ihren Songs unterschiedlichste Einflüsse: von klassischen Elementen über Jazz bis hin zu Hardcore und Death Metal. Mit „Der Brauch – Die Tour“ präsentierten sie in ihrem 18. Bandjahr das kürzlich erschienene, gleichnamige Album auch live.
Ohne Vorband direkt in die Vollen
Ungewöhnlich war, dass es keine Vorband für den Gig in Wiesbaden gab, also starteten The Hirsch Effekt direkt selbst mit Vollgas und „Lysios“ vom 2017er Album „Eskapist“. Schon hier wurde klar, dass die Band sich nicht nur im Studio viele Gedanken um ihre Arrangements und die akustische Präsentation der Songs machte, auch visuell wurde mit vielen Lichteffekten etwas geboten. Dabei wurden diese aber nicht nach dem Motto „viel hilft viel“ auf die Zuschauer losgelassen, sondern passend zum Song beziehungsweise dem Rhythmus eingesetzt, sodass auch visuell viel präsentiert wurde.
Trotz eines nicht ausverkauften Kesselhauses war das Trio in bester Spiellaune und nahm sich auch viel Zeit, um zwischen den Songs mit dem Publikum zu interagieren. Dieses bedankte sich mit bester und ausgelassener Stimmung.
Genremix, auch live stark umgesetzt
Von ruhigen Elementen, die fast nur von Nils und Iljas Stimmen getragen wurden, bis hin zu Metalparts, die zum Moshen und Headbangen einluden, boten The Hirsch Effekt auch live eine große Bandbreite und zeigten ihr musikalisches Können. Gleichzeitig bewiesen sie, dass auch komplexe Songstrukturen live funktionieren, ohne langweilig zu sein oder sich nur an „Musiknerds“ zu richten. Auch eben dieser große Genremix trug dazu bei, dass The Hirsch Effekt auch ohne Supportband nicht langweilig wurden und mit 120 Minuten Spielzeit einen ganzen Abend füllten, ohne dass Langeweile aufkam oder man verstohlen auf die Uhr blickte und sich fragte, wann denn Ende sei.
Bei einer der Zugaben wurde „Agitation“ mit Akustikgitarre und Cello gespielt, was noch ein weiteres Element einbrachte, und mit „Lifney“ wurde der Abend schließlich beendet. Die Band nahm sich anschließend noch Zeit am Merchstand, um mit den Fans zu reden und Fotos zu machen.
Ein sehr starker Auftritt und definitiv eine Live Empfehlung.
Kevin Richter
Kevin, Fotograf und Redakteur für das Paranoyd Magazin. Er blickt auf eine fundierte Erfahrung durch die Zusammenarbeit mit diversen Musikmagazinen zurück und ist derzeit festes Mitglied der Paranoyd-Redaktion. Kevin verbindet den geschulten Blick für den Moment mit journalistischer Präzision, um authentische Konzertberichte und visuell beeindruckenden Content für die Szene zu schaffen.



















