Am 18. April machte die „sYn-Tour “ von Soulbound Station in Stuttgart. Im Wizemann versammelte sich eine eingeschworene Fangemeinde – der Club war zwar nicht restlos ausverkauft, aber gut gefüllt, und die Stimmung war von der ersten Minute an von einer fast familiären Herzlichkeit geprägt. Man kannte sich, man grüßte sich, und man war bereit für eine ordentliche Ladung Modern Metal.
Pinhead: Ein beeindruckendes Debüt in der Landeshauptstadt
Den Abend eröffneten Pinhead. Für die Band war es das erste Konzert in Stuttgart und ihr zehntes überhaupt – eine Tatsache, die man ihrer souveränen Performance kaum anmerkte. Das Publikum war sofort auf Betriebstemperatur.
Ein besonderes Highlight war der bisher unveröffentlichte Song „Beauty In Pain“. Bei einem Song griff Sänger Ilja zum Cello und sorgte für einen Gänsehaut-Moment. Neben musikalischem Können bewies die Band auch Haltung: In einer klaren Ansage sprach sich Frontmann Ilja gegen Hass und Rechtsextremismus aus, was mit lautem Beifall quittiert wurde. Vor dem Finale mit „Counterfate“ gab es noch eine Ankündigung: Nächste Woche erscheint der gemeinsame Song „Lament Box“ mit Soulbound. Am Ende verließen Pinhead unter tosendem Applaus die Bühne.
Soulbound: Emotionen und schwarzes Konfetti
Dann war es Zeit für den Headliner. Schon beim Opener wurde klar, dass Soulbound heute Abend nichts dem Zufall überlassen wollten. Drummer Mario trug eine Action-Cam auf dem Kopf, um die Energie des Stuttgarter Publikums aus seiner Perspektive einzufangen.
Nach dem kraftvollen Einstieg mit „March March“ bedankte sich Sänger Johnny sichtlich gerührt für das zahlreiche Erscheinen. Es folgte ein Set, das keine Wünsche offenließ. Bei „Addicted to Hell“ brannte die Hütte. Bei einem Song wurden von den Fans Knicklichter verteilt und das Wizemann verwandelte sich in ein buntes Lichtermeer. Vor „Undone“ wurde es still, als Johnny offen über seine eigenen Erfahrungen mit Depressionen sprach – ein mutiger Moment, der die Bindung zu den Fans stärkte.
Bei „Devil“ schossen schwarze Konfetti-Schlangen in die Menge. Der Applaus danach wollte gar nicht mehr enden, was den Frontmann Johnny kurzzeitig sprachlos machte. Dass sich die Band nicht in Schlubladen stecken lässt bewiesen sie mit „Not Metal Enough“. Es folgte der hochemotionale Song „Cutting Diamonds“. Zwischen den Songs suchte Johnny immer wieder den Dialog mit den Fans. Er betonte, wie sehr er den Austausch mit der Community genieße, sei es direkt vor Ort oder regelmäßig über Twitch.
Bei „Neon Battlefield“ sollte die Crowd lauthalts mitgröhlen. Mit „Paralyzed“ ging es auf die Zielgerade. Nach dem aussagekräftigen „Fuck You“ und dem hymnischen „Forever in the dark“ eskalierte die Stimmung bei „Chaos an Amen“ völlig: Bassist Jonas erschien mit Teufelshörnern, Gitarrist Felix hatte einen Brautschleier auf dem Kopf, während schwarze Luftballons durch den Club wirbelten.
Den krönenden Abschluss bildete „Alive“. Johnny ließ es sich nicht nehmen, mitten ins Publikum zu steigen und den Song inmitten seiner Fans zu performen. Ein würdiges Ende für einen Abend, der zeigte, dass moderner Metal und tiefe Menschlichkeit perfekt zusammenpassen.
Soulbound
Pinhead
Selina Dreher
Selina Fotografin und Redakteurin beim Paranoyd Magazin. Sie dokumentiert die dunkle Szene – von Gothic-Rock bis NDH. Selina versteht es, Live-Momente authentisch und leidenschaftlich einzufangen und verbindet visuelle Ästhetik mit fundierter Berichterstattung über die Facetten der schwarzen Szene.





















































