Drei Bands, keine Pause und ein Publikum am Limit: Solence lieferten in Stuttgart eine Show voller Energie, Crowd-Surfing und Gänsehautmomenten – ein Abend, der die Clubstage zum Kochen brachte.
Bei sommerlichen 25 Grad, frisch gestärkt vom Grillen, machte ich mich auf den Weg zum Wizemann. Bereits 30 Minuten vor Einlass zog sich eine lange Schlange vor dem Eingang entlang – ein erstes Zeichen dafür, dass dieser Abend etwas Besonderes werden könnte. Das Publikum war bunt gemischt, auffallend ausgeglichen zwischen Frauen und Männern, und die Stimmung schon vor Beginn locker und erwartungsvoll. Alles deutete auf einen intensiven Konzertabend hin.
Written By Wolves – mehr Party als Vorband
Den Auftakt machten Written By Wolves aus Auckland – und was für einer. Mit Glitzeroutfit und einer starken Stimme eröffnete der Frontmann das Set, während permanentes Stroboskoplicht die Clubstage in eine flackernde Diskokugel verwandelte.
Von der ersten Sekunde an ging es nach vorne. Die Menge tanzte, sprang und war sofort mittendrin. Besonders beeindruckend: Der Drummer spielte das komplette Set mit gebrochenem Arm – ohne dass man es ihm auch nur ansatzweise anmerkte. Nach nur einem Song hielt es den Sänger nicht mehr auf der Bühne. Er sprang in die Menge und feierte gemeinsam mit der ersten Reihe weiter. Überhaupt fühlte sich das Ganze weniger wie ein klassischer Opener an, sondern eher wie eine ausgelassene Party.
Der minutenlange Applaus am Ende bestätigte den Eindruck: Das Publikum hatte hier deutlich mehr als nur eine Vorband gesehen.
Dream State – rohe Emotionen und stimmliche Wucht
Mit Dream State aus Wales ging es nahtlos weiter – und auch sie standen dem starken Auftakt in nichts nach.
Weniger Party, dafür umso mehr Intensität. Die Frontsängerin beeindruckte mit einer unglaublichen Stimme, die die gesamte Clubstage mühelos ausfüllte. Kaum zu glauben, welche Kraft aus dieser Performance kam – Gänsehaut war hier garantiert. Das Set wirkte rund, emotional und durchdacht. Die Zeit verging wie im Flug und bereitete perfekt den Boden für den Headliner.
Solence – ein einziger Ausnahmezustand
Mit einem kurzen ABBA-Intro – ganz standesgemäß für eine schwedische Band – betraten Solence die Bühne. Und ab diesem Moment gab es kein Halten mehr. Direkt beim ersten Song kamen mir die ersten Crowdsurfer entgegen, die Hitze in der Clubstage war sofort spürbar – sowohl von der Temperatur als auch von der Energie.
Jeder Song brachte ein neues Element mit: Mal spielte der Gitarrist mitten in der ersten Reihe, mal wurde das Publikum aktiv in den Song eingebunden, mal übernahm die Menge komplett den Refrain.
Langweilig wurde es keine Sekunde.

Spätestens bei „Monster in Your Head“ erreichte die Stimmung ihren absoluten Höhepunkt. Niemand stand mehr still, alle schwitzten, sprangen, sangen – ein kollektiver Ausnahmezustand, wie man ihn nur selten erlebt.
In einem der wenigen ruhigen Momente erzählte der Sänger sichtlich gerührt vom Werdegang der Band – von den Anfängen bis hin zu dieser Headliner-Europatour. Dass die Show in Stuttgart ausverkauft war, machte diesen Moment umso besonderer.
Ein Abend, der Maßstäbe setzte
Man könnte an dieser Stelle mit Superlativen um sich werfen – und würde dem Abend trotzdem kaum gerecht werden. Deshalb kurz und direkt: Das war eines der besten Konzerte, das ich je in der Wizemann Clubstage erlebt habe.
Stimmung, Performance, Licht, die Harmonie innerhalb der Band – alles griff perfekt ineinander. Eine 10/10.
Dass der Abend schließlich wieder mit ABBA ausklang, schloss den Kreis auf charmante Weise – und ließ ein komplett durchgeschwitztes, aber überglückliches Publikum zurück.
Ich ging raus und wusste: Das wird schwer zu toppen.
Solence
Dream State
Written By Wolves
Philipp Schadegg
Philipp Fotograf und Redakteur aus Fellbach. Für das Paranoyd Magazin begleitet er Konzerte und Festivals – authentisch, nah dran und unabhängig. Mit seinem erfahrenen Blick für die Live-Atmosphäre und unabhängigem Journalismus.
































