Am 3. August 2025 machten THE SMASHING PUMPKINS im Rahmen ihrer “Aghori Tour 2025” Halt im barocken Residenzschloss Ludwigsburg und lieferten ein Open-Air-Konzert, das weniger auf Spektakel, sondern auf künstlerische Tiefe und musikalische Substanz setzte. Die Tour führte die Alternative-Rock-Pioniere durch Europa, den Nahen Osten und erstmals auch nach Indien. Der Stopp in Ludwigsburg war einer der wenigen Deutschland-Termine – und entsprechend gut besucht.
Neu im Line-up der Band ist Kiki Wong, die seit 2024 als Gitarristin den langjährigen Weggefährten Jeff Schroeder ersetzt. Mit ihrem energiegeladenen und präzisen Spiel bringt sie frischen Wind in die Band, ohne deren charakteristischen Sound zu verfälschen.
Um 20:00 Uhr, ohne Support-Act, betraten Billy Corgan und seine Band die Bühne. Der Frontmann wirkte konzentriert, fokussiert und ließ die Musik für sich sprechen – nur kurze Ansagen, kaum Showelemente, stattdessen: Sound, Stimmung und Substanz.
Mutige Songauswahl für echte Fans
Die Setlist spiegelte genau diesen Ansatz wider: Gleich zu Beginn sorgte das druckvolle „Glass Theme“, gefolgt von „Heavy Metal Machine“ und „Where Boys Fear to Tread“, für einen rauen, kompromisslosen Einstieg. Mit „Pentagrams“ und „Edin“ folgten zwei tiefere Cuts aus dem Repertoire – ein klares Zeichen, dass die Band mehr wollte als bloße Best-of-Routine.
Erst später streuten The Smashing Pumpkins bekanntere Titel ein: „Today“, „Bullet“, „Muzzle“ und natürlich das ikonische „1979“, das für spürbare Nostalgie im Publikum sorgte. Mit atmosphärischen Stücken wie „Mayonaise“, „Take My Breath Away“ und dem selten gespielten „Sighommi“ tauchte das Set in ruhigere, introspektive Sphären ab. Auch Songs wie „999“, „Porcelina“ und das sakral anmutende „If There Is A God“ verstärkten die melancholische Grundstimmung des Abends.
Gegen Ende kehrte die Band zurück zu energiegeladenem Material: „Cherub Rock“, „Jellybelly“, „Ava Adore“, „Stand Inside Your Love“, „Bodies“ und der ewige Fan-Favorit „Zero“ bildeten eine wuchtige Schlussphase, ehe „The Everlasting Gaze“ den regulären Teil des Konzerts abschloss. Als Zugabe folgte das intensive „The Aeroplane Flies High“, das den Abend düster und kraftvoll ausklingen ließ.

Das Publikum war aufmerksam und zurückhaltend – keine Moshpits, kein Mitgröl-Modus, sondern stille, emotionale Konzentration. Ein Konzert also, das weniger auf Festival-Feeling als auf musikalische Tiefe setzte, und damit genau den Nerv der treuen Fans traf.
Das Gelände war vielleicht nicht ganz so voll wie erwartet, präsentierte sich aber entspannt und einladend, mit einer Vielzahl an kulinarischen Angeboten. Pfandbecher? Fehlanzeige. Eine mittlerweile seltene Praxis, die nicht jedem gefallen dürfte, aber den Ablauf unkompliziert machte. Dank des großzügigen Einlasses ab 17:00 Uhr verlief alles reibungslos – keine Warteschlangen, keine Verzögerungen. Besonders positiv fielen die sauberen, gepflegten Toilettenanlagen auf, die jederzeit in einwandfreiem Zustand waren – ein oft übersehenes, aber entscheidendes Detail für ein gelungenes Festivalerlebnis.
Für Pressefotografen galt: Fotografiert wurde ausschließlich vom FOH. Was das in der Praxis bedeutet, weiß man oft erst vor Ort – manchmal hat man Glück, manchmal nicht. In diesem Fall war die Sicht alles andere als optimal, aber man nimmt es, wie es kommt.
Fazit:
Ein eindrucksvoller Konzertabend voller Emotionen, seltener Song-Highlights und intensiver Atmosphäre. The Smashing Pumpkins bewiesen, dass man auch ohne Pyrotechnik oder große Inszenierung ein Publikum fesseln kann – mit starken Songs, Mut zur Tiefe und dem besonderen Ambiente des Schlosses Ludwigsburg. Ein großes Dankeschön an die Eventstifter GmbH, die mit KSK musicOpen erneut ein rundum gelungenes Konzerterlebnis geschaffen hat.
Marc Blessing
Marc ist, Webmaster, Chefredakteur und Fotograf des Paranoyd Magazins. Als Spezialist für News, Hausfotograf für das LKA Longhorn und IMAGO-Contributor verbindet er tiefgreifende Rock-Expertise mit technischem Know-how. Marc liefert authentische Konzertberichte, Profi-Content sowie pointierte Kolumnen und bildet von Beginn an das journalistische und technische Fundament von Paranoyd.
























