Stuttgart, 11.12.2025: Wir waren an diesem Abend bei der Release-Party zum neuen Album “Wunder” von Schmutzki im Goldmarks in Stuttgart geladen, und wer den Laden kennt, weiß genau, wieso er einen so besonderen Platz in der lokalen Subkultur hatte. Das Goldmarks hatte nie versucht, hip oder glatt zu wirken. Es ist Underground pur. Schon der Eingang neben der U-Bahn-Station fühlt sich an wie ein Portal in eine andere Welt.
Drinnen empfing uns das typische Goldmarks-Flair: Wärme, Enge, ein Biergeruch, der zu diesem Laden gehörte wie die Sticker an den Wänden. Und überall Vinyls. Wände, Decke, Regale – der ganze Club wirkte wie ein atmendes Archiv aus Plattenkultur. In dieser Kulisse bewegten sich die Leute frei, entspannt und nahbar. Sogar Beat Schmutz selbst war irgendwann mit einer Bierflasche in der Hand zwischen den Gästen aufgetaucht, hatte kurz gegrinst und war dann wieder in der Menge verschwunden, als wäre er einfach nur ein weiterer Stammgast.
At The Shore brachte das Goldmarks in Bewegung
Zum warm werden hatten Schmutzki die Stuttgarter Pop-Punk-Band At The Shore auf die Bühne geholt. Die Band wurde angeführt von Sängerin Jessi, deren Stimme sofort das komplette Goldmarks für sich gewann, während die restliche Band den passenden Druck und viel Spielfreude lieferte. Jessi stand dort mit einer Selbstverständlichkeit, die man nicht lernen kann: laut, klar, charismatisch. Ihre Präsenz machte deutlich, dass diese Band als Geheimtipp durch die regionale Szene geistert.

Schon nach wenigen Takten war das Publikum drin. Keine zwei Songs später schwebten die ersten Crowd-Surfer über die Köpfe Richtung Bühne. Die Verbindung zwischen Band und Publikum funktionierte unmittelbar. At The Shore spielten sich mit ihrem melodischen, aber dennoch kraftvollen Pop-Punk direkt in die Herzen aller Anwesenden. Wer die Band bisher nicht kannte, bekam an diesem Abend eine ziemlich deutliche Empfehlung, das schnell nachzuholen. Es war einer dieser Supports, die nicht einfach nur eröffnen, sondern das Zündholz für den Rest des Abends lieferten.
Der Schmutzki-Mob am Kochen
Als schließlich Schmutzki die Bühne betraten, verwandelte sich der Raum schlagartig in ein einziges pulsierendes Energiefeld. Wer die Band schon einmal live erlebt hat, wusste genau, was kommen würde: ein Abend, der nicht weniger als ein Abriss bedeutete. Und exakt das passierte. Ohne großes Intro, ohne Warm-up, ohne Ansagen. Einfach direkt rein. Der erste Akkord, der erste Schrei, und der Club stand kopf.
Die Mischung aus neuen Songs des “Wunder” Albums und alt geliebten Krachern, zündete sofort. Die Crowd-Surfer wurden im Minutentakt durch die Menge getragen, was im kleinen Club natürlich nicht lange geht. Pogo-Kreise öffneten sich und schlossen sich wieder, Stimmen hallten über die gesamte Länge des Raums. Es war dieses komplett chaotische, aber gleichzeitig warme Gefühl, das nur Schmutzki so auslösen konnten. Natürlich ließ es sich Beat auch im Goldmarks nicht nehmen in der Crowd einen Song zu performen. Schon mutig, aber hier passt jeder auf jeden auf.

Feuerwehreinsatz und Running Gags
Eine der skurrilsten Anekdoten spielte sich bereits vor dem Konzert ab. Schmutzki hatten am Charlottenplatz ein kleines, spontanes Mini-Konzert hingelegt, völlig ungeplant, völlig typisch für die Band. Ein paar Songs, ein paar überraschte Passanten, ein bisschen Straßenmusik-Vibe im Herzen der Stadt. Nur löste genau diese Aktion offenbar einen Alarm aus, und kurz darauf rückte die Feuerwehr an.
Später im Goldmarks verwandelte die Band diese Geschichte in einen Running Gag. Mehrmals erzählten sie lachend die Story, und dass man doch bitte genug Merch kaufen solle, „sonst fällt Weihnachten dieses Jahr ins Wasser“. Eine liebevolle Spitze auf den Einsatz, der den restlichen Abend über immer wieder für breites Grinsen sorgte, aber vermutlich nicht ganz billig werden dürfte. Es passte einfach perfekt zu dieser Release-Party: spontan, chaotisch, herzlich und völlig unverkrampft.
Ein Abend, der hängen blieb
Als der letzte Song verklungen war, wusste jeder im Raum, dass dieser Abend mehr war als nur eine Release-Party. Er war ein Statement: laut, wild, herzvoll und rau, genauso wie Schmutzki selbst. Das Album „Wunder“ hatte im Goldmarks die perfekte Feuertaufe bekommen.
Ich verließ den Club müde, aber mit einem Grinsen, das man nicht sofort loswurde. Die Vorfreude auf die kommende Tour ist riesig. Und das Bier im Goldmarks? Das war natürlich genauso legendär wie immer. Werbung machen wir an dieser Stelle keine, aber das Bier hat die bekannten Schmutzki Farben, und ploppt mindestens genauso schön, wie es aussieht.
Danke an Schmutzki für die Einladung zu diesem wunderbaren, wilden und intensiven Abend.
Schmutzki
At The Shore
Marc Blessing
Marc ist, Webmaster, Chefredakteur und Fotograf des Paranoyd Magazins. Als Spezialist für News, Hausfotograf für das LKA Longhorn und IMAGO-Contributor verbindet er tiefgreifende Rock-Expertise mit technischem Know-how. Marc liefert authentische Konzertberichte, Profi-Content sowie pointierte Kolumnen und bildet von Beginn an das journalistische und technische Fundament von Paranoyd.








































