Pratteln 03.08.2026: Savatage und die „wiederbelebten“ Nevermore haben gestern Abend die Konzertfabrik Z7 in Pratteln in ein absolutes Prog- und Heavy-Metal-Mekka verwandelt.
Für mich stand gestern nach vielen Jahren mal wieder der Weg in die Schweiz an, genauer gesagt in die Konzertfabrik Z7 in Pratteln. Im Rahmen der „Summer Nights“-Open-Airs spielten Savatage, und für mich als langjährigen Fan der Band war das natürlich ein Pflichttermin. Also machte ich mich nach über acht Jahren wieder auf den Weg, um meine alten Helden im Zuge ihrer „Prelude To Madness“-Tour live zu erleben.
Gespannt war ich auch auf Nevermore. Dass sich die Band neu formiert und mit Berzan Önen einen neuen Sänger am Start hat, war komplett an mir vorbeigegangen. Entsprechend neugierig war ich auf den Auftritt. Um es aber gleich vorwegzunehmen: Das war das absolute Brett! Nevermore feierten eine triumphale Rückkehr auf die Bühnen dieser Welt. Berzan Önen fügte sich dabei so harmonisch in die Band ein, als würde er schon seit Jahren dazugehören.
Nach dem Intro „Ophidian“, das pünktlich um 18:30 Uhr erklang, legte das Quintett um Van Williams und Jeff Loomis mit „Beyond Within“ direkt mächtig los. Die Gitarrenriffs von Jeff Loomis haben nichts von ihrer Wucht verloren, und Berzan Önen füllte die riesigen Fußstapfen von Warrel Dane mit beeindruckender Stimmgewalt. „Born“ und „Believe in Nothing“ gehörten zu den vielen Highlights des Sets. Selbst der zwischenzeitlich einsetzende Sturm konnte der Stimmung nichts anhaben, bevor mit „The River Dragon Has Come“ nach knapp 75 Minuten leider schon wieder Schluss war. Das war großes Kino und macht definitiv Lust auf mehr.
Savatage lieferten eine emotionale Zeitreise
Dann war es endlich so weit: Der Sturm hatte sich gelegt und pünktlich um 20:15 Uhr stürmten Savatage die Bühne. Die „Legion“ vor der Bühne kannte kein Halten mehr. Mit „Dead Winter Dead“ und „Jesus Saves“ feuerten die US-Amerikaner gleich zwei absolute Klassiker zum Auftakt ab.
Die Setlist führte durch sämtliche Schaffensphasen der Band. Songs wie „Handful Of Rain“, „Sirens“ oder „Power Of The Night“ durften dabei natürlich nicht fehlen. Trotz der drückenden Sommerhitze feierte die „Legion“ jeden einzelnen Song frenetisch. Sänger Zak Stevens glänzte mit seiner gewohnt kraftvollen Stimme, während die Gitarrengötter Al Pitrelli und Chris Caffery dem Sound den perfekten Rahmen verliehen.
Jon Oliva sorgt für den Gänsehautmoment des Abends
Kurz vor dem Ende folgte dann das heimliche Highlight des Abends. Jon Oliva, unser aller Mountain King, der aufgrund seiner gesundheitlichen Probleme derzeit nicht live auftreten kann, wurde per Videoleinwand zugeschaltet. Er begrüßte die Fans und spielte sowie sang „Believe“, das anschließend nahtlos von der Band live weitergeführt wurde. Während des Songs wurden immer wieder alte Aufnahmen von Jon und seinem verstorbenen Bruder Criss Oliva eingeblendet.
Gänsehaut pur. Ich bin mir sicher, dass dabei mehr als einer im Publikum die eine oder andere Träne verdrückt hat.
Direkt im Anschluss folgten mit „Gutter Ballet“ und „Edge Of Thorns“ zwei weitere Klassiker, bevor die Band zunächst die Bühne verließ. Ganz ohne Zugabe durfte Savatage das Z7 natürlich nicht verlassen. Mit „Hall Of The Mountain King“ setzten sie schließlich den perfekten Schlusspunkt unter einen über 100 Minuten langen Auftritt.
Noch minutenlang feierten die knapp 2.000 Fans die Band, bevor sie in die laue, schwüle Sommernacht entlassen wurden.
Das war ein Abend ganz nach meinem Geschmack, der mir sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Setlist: Savatage – Z7 Pratteln (03.08.2026)
- Dead Winter Dead
- Jesus Saves
- Lights Out
- The Wake of Magellan
- Taunting Cobras
- Handful of Rain
- Chance
- Temptation Revelation
- Prelude to Madness
- Warriors (mit Chris Caffery am Gesang)
- Sirens
- Power of the Night
- Strange Wings
- Follow Me
- Tonight He Grins Again
- Unusual
- The Hourglass
- Believe
- Gutter Ballet
- Edge of Thorns
- Hall of the Mountain King
Savatage
Nevermore
Frank Weichert
Frank Weichert ist seit 1997 als Konzertfotograf in der Rock- und Metalszene unterwegs und zählt zu den erfahrensten Fotografen der Branche. Neben Rock und Metal fotografiert er ebenso Pop, Hip-Hop und Schlager. Für das Paranoyd-Magazin unterstützt er das Team als freier Fotograf.


































