Stuttgart, 13.06.2026. Im „Im Wizemann“ stand am Freitagabend alles im Zeichen von Mythen, Metal und einer Band, die gerade dabei ist, sich in der Szene einen festen Platz zu erspielen. Sagenbringer feierten ihre erste Headliner-Tour und verwandelten die ausverkaufte Halle gemeinsam mit Gefrierbrand und Deliver The Galaxy in einen brodelnden Hexenkessel. Schon lange vor dem Einlass deutete sich an, dass dieser Abend mehr werden würde als nur ein weiteres Konzert.
Schon vor dem Einlass um 18:30 Uhr war klar: Das wird ein geschichtsträchtiger Abend. Die Schlange vor dem Im Wizemann zog sich am Freitag den 13. weit die Straße hinauf. Das Konzert an diesem Abend war ausverkauft! Ein perfektes Omen für die allererste Headliner-Tour von Sagenbringer.
Gefrierbrand: Ein frostiger Auftakt
Den Anfang machten Gefrierbrand, die keine Zeit verloren, um die Menge auf Betriebstemperatur zu bringen. Besonders bei ihrem Kracher „Ach wie gut“ gab es kein Halten mehr – die erste Wall of Death des Abends spaltete das Publikum, bevor es krachend in der Mitte kollidierte. Ein echtes Highlight war die Live-Premiere von „Hexentanz“. Der Song wurde erst letzte Woche veröffentlicht und besticht durch das Feature mit dem Sagenbringer-Frontmann Haldruhir. Auch „Rabenherzen“ kam beim Publikum gut an. Und so heizte die Band den Zuschauern ein und verabschiedete sich unter lautem Applaus.
Deliver The Galaxy: Interstellarer Abriss
Nach einer kurzen Umbaupause übernahmen Deliver The Galaxy das Kommando. Mit einer Mischung aus Melodic Death Metal und Sci-Fi-Themen peitschten sie Songs wie „Path Of Existence“ und „Bury Your Gods“ durch die Boxen. Bei „Dead Planet“ forderte der Sänger unmissverständlich vollen Einsatz – und das Publikum antwortete mit einem Meer aus wirbelnden Haaren beim synchronen Headbangen. Zu „Unsterblich“ wurde es emotional. Der Saal verwandelte sich in ein funkelndes Lichtermeer, als hunderte Handylampen die Dunkelheit durchbrachen. Zum Abschluss bedankte sich der sichtlich bewegte Frontmann Matthias beim großartigen Publikum, bevor die Menge beim letzten Song aus voller Kehle die Zeilen von „Live.Die.Repeat“ brüllte.
Sagenbringer: Wenn Legenden lebendig werden
Punkt 20:30 Uhr erloschen die Lichter. Ein atmosphärisches Intro, gesprochen von einem Geschichtenerzähler, entführte die Fans in die neun Welten, bevor Sagenbringer mit „Valkyrensturm“ die Bühne stürmten. Die Show war ein Fest für die Sinne. Bei „Berserker“ erschien der Sänger stilecht in ein schweres Bärenfell gehüllt, während er bei „Bei Vollmond“ die mystische Stimmung perfekt einfing. Mit den Worten „Willkommen in einem dunklen Hügelgrab“ wurde das wuchtige „Draugr“ eingeleitet.
Für den Song „Freya“ holte sich die Band Unterstützung von Sängerin Nissara, deren Stimme perfekt mit dem Sound harmonierte. In der „Trolltaverne“ gab es kein Halten mehr – erst ein klassischer Moshpit, dann die legendäre „Wall of Troll“. Auch beim „Metdrachen“ wurde kräftig weiter gemosht. Bei „Mein Herz an die See“ geschah das, was mittlerweile Kultstatus hat: Das Publikum setzte sich auf den Boden und ruderte im Takt durch ein imaginäres Meer.
Trotz aller Feierlaune fand die Band klare Worte. Beim Song „Blutmarsch“ sprachen sie sich deutlich gegen Rassismus aus, während einige Fans passend dazu im Gleichschritt durch das Publikum marschierten. Frontmann Haldruhir wirkte am Ende fast überwältigt und gestand, dass ihm angesichts der Resonanz heute fast die Worte fehlten.
Bevor die Band nach „Für immer frei“ und dem obligatorischen„Sagenbringer“-Sprechchor der Fans die Bühne verließ, gab es noch eine fette Ankündigung: Im Herbst geht es gemeinsam mit Tanzwut auf Tour. Ebenso wird die Band unter anderem dieses Jahr beim Wacken spielen.
Ein triumphaler Abend für Sagenbringer und ihre Begleiter. Wer diesen Mix aus Mythen, Metal und purer Spielfreude verpasst hat, sollte sich schleunigst Tickets für die anderen Tourstädte sichern. Einige Städte sind bereits ausverkauft.
Sagenbringer
Gefrierbrand
Deliver The Galaxy
Selina Dreher
Selina Fotografin und Redakteurin beim Paranoyd Magazin. Sie dokumentiert die dunkle Szene – von Gothic-Rock bis NDH. Selina versteht es, Live-Momente authentisch und leidenschaftlich einzufangen und verbindet visuelle Ästhetik mit fundierter Berichterstattung über die Facetten der schwarzen Szene.













































