Gestern Abend war es soweit: Die „DARKER STILL SUMMER Tour 2023“ von PARKWAY DRIVE machte Halt in Leipzig und verwandelte die idyllische Parkbühne im Clara-Zetkin-Park in ein Epizentrum der Metalcore-Kultur. Schon beim Betreten des Geländes war klar, dass dies kein gewöhnlicher Konzertabend werden sollte. Die Sonne senkte sich langsam über den Baumwipfeln, die Stimmung war gelöst und zugleich voller Erwartung. Man konnte es in den Gesichtern der Besucher sehen – dieses Funkeln, das man nur spürt, wenn ein ganz besonderes Ereignis bevorsteht.
Die Vorbands und ein erstes Highlight
Krankheitsbedingt verpassten wir leider die beiden ersten Support-Acts Cabal und Funeral For A Friend. Doch pünktlich zu The Amity Affliction schafften wir es auf das Gelände und wurden direkt in einen Strudel aus Emotionen gezogen. Die Australier lieferten eine Show ab, die von der ersten Minute an mitreißend war. Mit ihrem Mix aus Melancholie, Aggression und packenden Refrains zogen sie die Menge sofort in ihren Bann. Die Kombination aus Screams und melodischem Gesang erzeugte diesen einzigartigen Kontrast, der Metalcore-Konzerte so besonders macht.
Besonders beeindruckend war die Reaktion des Publikums: Arme in der Luft, Mitsing-Chöre und erste Moshpits ließen die Parkbühne beben. Man spürte, dass The Amity Affliction nicht einfach nur eine Vorband waren, sondern ein essenzieller Bestandteil dieses Abends. Ein echtes Highlight, das die Vorfreude auf den Headliner ins Unermessliche steigerte.
Gänsehaut vor dem Sturm
Während des Changeovers zu Parkway Drive geschah etwas Magisches. Zwischen lauten „Parkway Drive, Parkway Drive!“-Rufen stimmte das Publikum plötzlich Queen’s „Bohemian Rhapsody“ an. Innerhalb weniger Sekunden sangen tausende Kehlen im Chor die legendären Zeilen. „MAMAAA…“ hallte durch die Nacht, und dieser Moment ließ selbst die härtesten Metalfans ergriffen zurück. Es war ein Augenblick purer Gemeinschaft, ein Beweis dafür, dass die Metal-Community weit mehr ist als nur harte Riffs und aggressive Shouts. Hier ging es um Zusammenhalt, Emotion und eine Liebe zur Musik, die Genregrenzen sprengte.
Dann war es endlich soweit: Parkway Drive betraten die Bühne – und mit dem ersten Ton gab es kein Zurück mehr. Das Publikum explodierte förmlich, und die Menge verwandelte sich in ein Meer aus Bewegung, Energie und purer Leidenschaft.
Parkway Drive geben Vollgas
Von Beginn an gaben die fünf Australier alles. Die Wucht der Gitarren, das Donnern des Schlagzeugs und die Stimme von Frontmann Winston McCall entfalteten eine Kraft, die man körperlich spüren konnte. Crowdsurfer flogen ununterbrochen über die Köpfe hinweg, die Security im Graben hatte alle Hände voll zu tun. Spätestens beim dritten Song war es so wild, dass wir Fotografen den Graben verlassen mussten. Doch das tat der Erfahrung keinen Abbruch – im Gegenteil. Aus der Menge heraus war die Intensität noch unmittelbarer.
Besonders eindrucksvoll war die Setlist, die eine gelungene Mischung aus neuen Songs und Klassikern bot. Stücke vom aktuellen Album „Darker Still“ sorgten für frische Energie, während Hymnen wie „Vice Grip“ und „Wild Eyes“ die Fans in Ekstase versetzten. Jeder Song wurde frenetisch gefeiert, jede Zeile mitgeschrien. Es war, als ob Band und Publikum in einem einzigen Herzschlag verbunden wären.
Die Lightshow tat ihr Übriges. Stroboskopgewitter, rote Flammenprojektionen und dichter Nebel verliehen dem Auftritt eine fast apokalyptische Stimmung. Die Bühne wirkte wie ein brennender Schrein, auf dem die Band ihr musikalisches Ritual vollzog. Immer wieder blickte ich in die Gesichter der Fans – verschwitzte, aber glückliche Mienen, Tränen in den Augen, Arme in der Luft. Es war pure Katharsis.
Ein besonderes Lob gebührt den Secus, die trotz der gewaltigen Action im Graben ruhig, souverän und professionell agierten. Sie halfen jedem Crowdsurfer sicher nach vorne und hatten stets ein Auge darauf, dass niemand zu Schaden kam. Ihr Beitrag war entscheidend, damit dieser Abend für alle ein unvergessliches Erlebnis werden konnte.
Fazit eines unvergesslichen Abends
Als die letzten Töne verklangen, lagen Erschöpfung und Euphorie gleichermaßen in der Luft. Menschen fielen sich in die Arme, Fremde klatschten sich ab, und überall hörte man begeisterte Stimmen. Parkway Drive hatten nicht einfach ein Konzert gespielt – sie hatten eine emotionale Erfahrung geschaffen. Eine Erfahrung, die man nicht auf Spotify oder YouTube findet, sondern nur inmitten von Schweiß, Staub und tausend Stimmen, die im Chor schreien.
Dieses Metalcore-Konzert in Leipzig bewies eindrucksvoll, warum Parkway Drive zu den wichtigsten Vertretern ihres Genres gehören. Sie liefern nicht nur Musik, sie liefern ein Erlebnis, das alle Sinne berührt. Von der Gänsehaut beim Queen-Mitsingmoment über die entfesselte Energie der Songs bis hin zur überwältigenden Atmosphäre der Parkbühne – dieser Abend hatte alles, was ein legendärer Konzertabend braucht.
Für mich persönlich war es mehr als nur ein Job oder eine Review. Es war die Erinnerung daran, warum ich mich vor Jahren in diese Szene verliebt habe. Hier geht es nicht nur um laute Musik, sondern um Zugehörigkeit, um Momente, die im Herzen bleiben. Leipzig hat gezeigt, dass die Flamme des Metalcore heller denn je brennt.
Schaut gerne auch mal auf den Homepages der beiden Veranstalter rein, hier findet ihr bestimmt das ein oder andere Konzert, was euch interessiert:



The Amity Affliction
Inhaltsverzeichnis
JK Photography
Josephine K. Konzertfotografin und Redakteurin beim Paranoyd Magazin. Als Kopf hinter JK Photography ist sie vor allem in Leipzig und im Osten unterwegs, um die Rock- und Metal-Szene zu dokumentieren. Ihr Fokus liegt auf authentischen Live-Berichten, bei denen sie die rohe Energie der Bühne sowohl in ausdrucksstarken Bildern als auch in leidenschaftlichen Texten festhält.




































