Die isländische Progressive-Metal- und Post-Metal-Band Múr befand sich gerade auf ihrer ersten Headliner-Tour außerhalb ihres Heimatlandes. Nach dem Konzert in München spielte die junge Band aus Reykjavík in Berlin erst ihre zweite Headliner-Show auf dem europäischen Festland. Dies war den talentierten Isländern allerdings überhaupt nicht anzumerken.
Rýr bereitete auf den Hauptact vor
Zunächst begann der Abend jedoch mit einer Berliner Band mit ebenfalls isländischem Namen. Die instrumentale Doom-Metal-Band rýr bereitete uns gut 35 Minuten lang mit schweren und melancholischen Riffs auf den Hauptact vor. Ganze drei Studioalben hat die Berliner Band bereits hervorgebracht und trug an diesem Abend die atmosphärische Schwere ihrer Melodien durch den Berliner Club Urban Spree auf dem Friedrichshainer RAW-Gelände.
Nach einer kurzen Verschnaufpause war es dann Zeit für mehr atmosphärischen Metal. Mit sich langsam aufbauenden Keyboard-Melodien, die schließlich in schwere Riffs und harte Bässe ausbrachen wie Vulkane, lieferte Múr eine unvergessliche Show. Einflüsse von Bands wie Meshuggah, Opeth und Gojira waren in den technisch anspruchsvollen Melodien durchaus erkennbar.
Múr sorgte für eine düstere Atmosphäre
Die hymnenartigen Gesänge in isländischer Sprache hallten durch den Berliner Club und schufen ihre ganz eigene, düstere, aber dennoch angenehme Atmosphäre. Die Gruppe, die im vergangenen Jahr bei den Icelandic Music Awards als beste Newcomer ausgezeichnet worden war, spielte vor allem Material ihres 2024 erschienenen, selbstbetitelten Debütalbums. Fast 90 Minuten lang beschallten die jungen Isländer das Künstlerviertel der deutschen Hauptstadt.
Wer die aufstrebende Band ebenfalls einmal live erleben und in den Genuss dieser einzigartigen Atmosphäre kommen möchte, hat am 18.08. noch einmal die Gelegenheit dazu. Lange wird es jedoch sicherlich nicht dauern, bis Múr auch außerhalb Islands einem größeren Publikum bekannt sein wird.
Setlist Múr – Urban Spree, Berlin 2026
Rýr
Christoph Siebold
Christoph Siebold ist Gastfotograf und Schreiber aus Berlin. Er begleitet Live-Events für das Paranoyd Magazin mit Kamera und Berichten.




































