Wenn Metallica mit der M72 World Tour in eine Stadt kommen, wirkt selbst ein riesiges Stadion plötzlich fast zu klein. Am 22. Mai 2026 machte die Tour im Frankfurter Deutsche Bank Park Halt, für viele Fans natürlich weiterhin einfach das legendäre Waldstadion. Schon beim Betreten des Geländes wurde klar: Hier ist nicht einfach nur eine Band auf Tour, hier rollt eine komplette Metal-Metropole an.
Die aktuelle M72 World Tour gehört ohne Zweifel zu den größten Stadionproduktionen der vergangenen Jahre. Das besondere „No Repeat Weekend“-Konzept sorgt dafür, dass Fans an zwei Abenden komplett unterschiedliche Shows erleben. Keine identischen Setlists, wechselnde Support-Acts und Songs aus allen Epochen der Bandgeschichte machen jedes Konzert zu einem eigenen Erlebnis.
87 Trucks für das Metallica-Monster
Allein die Zahlen hinter der Produktion sind absolut gigantisch. Für die Europa-Termine der M72 World Tour sollen insgesamt 87 Trucks unterwegs sein. Rund 45 davon transportieren Band-Equipment, Instrumente, Soundtechnik und das komplette eigene Set-up der Band. Weitere 42 Trucks werden allein für Bühne, Licht, Türme und die massive 360-Grad-Konstruktion benötigt.
Und genau diese Rundumbühne ist das Herzstück der Show. Egal ob Innenraum oder Oberrang: Die Konstruktion sorgt dafür, dass praktisch jeder Zuschauer eine starke Sicht auf das Geschehen bekommt. Gerade in einem Stadion wie dem Frankfurter Waldstadion entfaltet dieses Konzept seine volle Wirkung.
Bereits bei den Indoor-Shows 2018 in der Stuttgarter Schleyer-Halle setzte Metallica auf ein ähnliches Bühnenprinzip, doch die aktuelle Stadionversion hebt das Ganze noch einmal auf ein völlig anderes Level. Die riesigen Türme, die kreisförmige Bühne und die gewaltige Lichtproduktion wirken fast wie eine eigene futuristische Stadt mitten im Stadion.
Gojira und Knocked Loose heizen Frankfurt ein
Für den ersten Abend in Frankfurt standen Gojira und Knocked Loose als Support auf dem Programm. Zugegeben: Avatar hätte persönlich vielleicht noch besser gepasst, dennoch lieferten beide Bands starke Performances ab und brachten das Stadion früh auf Temperatur.

Vor allem Gojira sorgten mit gewaltigen Riffs, enormer Intensität und einem Sound, der selbst in einem offenen Stadion druckvoll funktionierte, für starke Momente. Knocked Loose brachten dagegen mit ihrer kompromisslosen Härte ordentlich Bewegung in den Innenraum und lieferten den perfekten Kontrast zum epischen Stadioncharakter des Abends.
M72 World Tour zeigt Metallica auf höchstem Niveau
Mit gut 20 Minuten Verspätung erklangen schließlich die ersten Töne des „It’s a Long Way to the Top (If You Wanna Rock ’n‘ Roll)“ Klassikers von AC/DC und passender hätte dieser Einstieg für Metallica kaum sein können. Nach dem epischen „The Ecstasy of Gold“ explodierte das Waldstadion förmlich. Ohne große Ankündigung flogen den Fans direkt „Creeping Death“, „Harvester of Sorrow“ und „Holier Than Thou“ um die Ohren.
Und was soll man dazu noch sagen? Der Sound im Stadion war zumindest im Infield erstklassig. Druckvoll, klar und genau so brachial, wie man es sich bei einer Metallica-Show erhofft. Schon in den ersten Minuten wurde klar: Metallica sind zurück in Deutschland und das definitiv nicht leise.
Eintracht-Moment sorgt für Gänsehaut
Mitten im Set passierte dann allerdings etwas, womit vermutlich kaum jemand gerechnet hatte. Das legendäre Kirk-and-Rob-Doodle schlug wieder zu. Kirk Hammett und Robert Trujillo packten diesmal tatsächlich einen Song aus, der besonders die Herzen aller Eintracht-Frankfurt-Fans höher schlagen ließ: „Schwarz-Weiß wie Schnee“ in einer ganz eigenen Metallica-Version. Selbst als Nicht-SGE-Fan musste man dabei schmunzeln. Das gesamte Stadion feierte diesen unerwarteten Moment lautstark ab.

Danach wirkte es kurz so, als würde die Atmosphäre einmal durchschnaufen, doch das hielt nicht lange an. Mit „Nothing Else Matters“ folgte einer der größten Klassiker vom Metallica-Album. Spätestens hier verwandelte sich das komplette Waldstadion in ein einziges Lichtermeer. Genau diese Momente zeigen, warum Metallica auch nach Jahrzehnten noch Stadien auf der ganzen Welt füllen.
Und ab diesem Punkt gab es praktisch nur noch Vollgas. „Sad but True“, „Battery“, „Fuel“, „Seek & Destroy“ und natürlich das finale „Master of Puppets“ sorgten für einen absoluten Ausnahmeabschluss.
Metallica liefern eine bockstarke erste Nacht
Der erste Abend in Frankfurt bot damit eine bockstarke Setlist, die praktisch keine Wünsche offenließ. Von Thrash-Klassikern über Stadionhymnen bis zu emotionalen Gänsehautmomenten war alles dabei, was eine große Metallica-Nacht ausmacht.

Mich hat die Band an diesem Abend vor allem spielerisch absolut überzeugt. Metallica wirkten trotz der gigantischen Produktion im Deutsche Bank Park unglaublich fokussiert und eingespielt. Gerade James Hetfield präsentierte sich stimmlich stark und extrem präsent, während Lars Ulrich ordentlich Druck nach vorne machte. Kirk Hammett lieferte seine Soli souverän ab und Robert Trujillo brachte wie gewohnt viel Energie auf die Bühne.
Besonders beeindruckend war jedoch, wie tight die Band selbst bei den härteren und schnelleren Songs agierte. Stücke wie „Battery“ oder „Master of Puppets“ hatten enorme Wucht und wirkten dennoch nie chaotisch. Genau diese Mischung aus Erfahrung, Spielfreude und Stadion-Energie machte den Abend so stark.
Metallica Setlist Frankfurt 2026: Alle Songs der M72 Show
- It's a Long Way to the Top (If You Wanna Rock 'n' Roll) (AC/DC song)
- The Ecstasy of Gold (Ennio Morricone song)
- Creeping Death
- Harvester of Sorrow
- Holier Than Thou
- King Nothing
- 72 Seasons
- Ride the Lightning
- Kirk and Rob Doodle (Tankard's „Schwarz-Weiß wie Schnee“)
- The Day That Never Comes
- Cyanide
- Orion
- Nothing Else Matters
- Sad but True
- Battery
- Fuel
- Seek & Destroy
- Master of Puppets
- The Ecstasy of Gold (Metallica Version / Outro Video)
Welche Überraschungen Metallica bei der zweiten Frankfurt-Show auspacken werden, gehört jetzt zu den heißesten Themen unter den Fans.
Metallica
Gojira
Marc Blessing
Marc ist Webmaster, Chefredakteur und Fotograf des Paranoyd Magazins. Als Spezialist für Rock und Metal News sowie Hausfotograf des LKA Longhorns verbindet er Szenekenntnis mit technischem Know-how. Er liefert authentische Konzertberichte, professionellen Content und prägt seit Beginn Qualität, Glaubwürdigkeit und digitale Stärke des Paranoyd Magazins.


















































